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Die Entdeckung der Dringlichkeit
Beschleunigungsprozesse im deutschsprachigen Lustspiel des 18. Jahrhunderts
Roman Kabelik
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Franz M. Eybl
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.34385
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30178.01035.470064-8
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Spätestens seit Hartmut Rosas vielbeachteter Studie ist es Konsens, dass Beschleunigung einen maßgeblichen Teil europäischer Gesellschaften und deren Entwicklungen darstellt. Allerdings bleiben Untersuchungen zur Steigerung von Geschwindigkeit und Frequenz einerseits untrennbar mit technischen Innovationen verbunden, andererseits ziehen sie aus diachroner Perspektive insbesondere die Zeit nach der Industriellen Revolution in Betracht. Die vorliegende Arbeit versucht anhand von ausgewählten Lustspielen des 18. Jahrhunderts Prozesse nachzuzeichnen, die auf in der Aufklärung stattfindende Paradigmenwechsel reagieren und etwaige soziale und kulturelle Beschleunigungen thematisieren. Dazu werden zunächst soziologische und kulturgeschichtliche Theorien der Zeit näher bestimmt. Als soziale Kategorie spielt Zeit eine essentielle Rolle im menschlichen Zusammenleben. Zugleich spitzen sich im 18. Jahrhundert die Veränderungen in der Beurteilung von Vergangenheit und Zukunft zu. Nicht mehr Ewigkeit und baldige Apokalypse bestimmen die geltenden Zeithorizonte, sondern vielmehr die Vorstellung einer gestaltbaren Zukunft, deren Ende sich immer weiter nach hinten verschiebt. Die damit gewonnene Kontingenz umspannt ein Programm, das die Menschen zu stetigem Treiben und Verbesserung ihres Lebens animiert. Das Streben nach Innovation spornt auch nunmehr das aufsteigende Bürgertum an, den eigenen Erfahrungsschatz größtmöglich und innerhalb der gegebenen Jahre zu erweitern. Für eine entsprechende Analyse der zeitlichen Strukturen in den Komödien werden auch die primären Arten dramatischer Informationsvergaben erörtert. Unterschiedliche Zeitebenen, lineare Sukzession der Szenenfolgen und die Tempi der Repliken und Situationsänderungen ermöglichen den Dramentexten eine diffizile Gestaltung temporaler Strukturen, Konzepte und Modi. Solche werden in den fünf behandelten Stücken festgemacht und parallel zu kulturgeschichtlichen und ästhetischen Reflexen beschleunigter Verfahrensweisen beleuchtet. Die ausgewählten Lustspiele decken mit dem Entstehungszeitraum von 1745 bis 1773 u.a. die beginnende Emanzipation von Gottscheds Dramenpoetik und die Wirren des Siebenjährigen Krieges ab. Darüber hinaus wird ein Blick auf eine – mit einer Ausnahme – heutzutage eher wenig prominente Produktionsphase deutschsprachiger Dramenliteratur geworfen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Gellert, Christian Fürchtegott Schlegel, Johann Elias Hippel, Theodor Gottlieb von Lessing, Gotthold Ephraim Schummel, Johann Gottlieb Beschleunigung Dramentheorie Zeit
Autor*innen
Roman Kabelik
Haupttitel (Deutsch)
Die Entdeckung der Dringlichkeit
Hauptuntertitel (Deutsch)
Beschleunigungsprozesse im deutschsprachigen Lustspiel des 18. Jahrhunderts
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
106 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Franz M. Eybl
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.82 Dramatik ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.90 Literatur in Beziehung zu anderen Bereichen von Wissenschaft und Kultur ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.10 Deutsche Literatur
AC Nummer
AC12069360
Utheses ID
30521
Studienkennzahl
UA | 066 | 817 | |
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