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Comparison of grace periods provided in the patent laws of selected countries from an economic point of view
Stephan Haas
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Betreuer*in
Wolfgang Weigel
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.34413
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30490.04753.519869-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ähnlich wie andere Bereiche sind auch die weltweiten Patentgesetzgebungen einer internationalen Harmonisierung unterworfen. Aufgrund der sich entwickelnden Globalisierung ist eine Harmonisierung notwendig, um die Effizienz der Patentsysteme auf der ganzen Welt zu steigern. Ein wichtiges Thema der Patentgesetzgebung, welches noch nicht harmonisiert wurde, sind Neuheitsschonfristen. Üblicherweise führt die Veröffentlichung einer Erfindung, ohne eine entsprechende Patentanmeldung eingereicht zu haben, zu einer Zurückweisung einer nachträglich eingereichten Patentanmeldung für diese Erfindung, weil diese nicht mehr neu ist. Neuheitsschonfristen erlauben die Veröffentlichung einer Erfindung, bevor eine entsprechende Patentanmeldung eingereicht wurde. Obwohl fast alle Patentgesetze weltweit eine solche Neuheitsschonfrist kennen, variiert der Umfang dieser Regeln in einem hohen Maße. In der engsten Auslegung ist eine Neuheitsschonfrist nur in sehr spezifischen Fällen möglich, z.B. wenn die Erfindung auf einer speziellen Messe ausgestellt wird oder wenn die Erfindung gestohlen oder durch eine nicht autorisierte Person veröffentlicht wurde. Solch eine Neuheitsschonfrist wird beispielsweise durch das Europäische Patentübereinkommen bereitgestellt. Breitere Auslegungen werden als allgemeine Neuheitsschonfristen bezeichnet. Der Zugang solcher allgemeiner Neuheitsschonfristen ist nicht auf spezielle Umstände limitiert, sondern umfasst auch gewollte Veröffentlichungen der Erfindung durch den Erfinder. Die USA und Japan stellen solche allgemeinen Neuheitsschonfristen bereit. Um das Ziel einer weltweit harmonisierten Definition einer Neuheitsschonfrist zu erreichen, ist es notwendig, die optimale Ausgestaltung einer solchen Regel zu bestimmen. Diese Arbeit stellt einen Vergleich der Neuheitsschonfristen, welche in Europa, Japan und den USA verfügbar sind, aus einer ökonomischen Perspektive bereit. Zuerst werden die existierenden Regeln in diesen Ländern vorgestellt und verglichen. Weiters wird eine theoretische Analyse, welche die Vor- und Nachteile aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, vorgestellt. Der Hauptvorteil von allgemeinen Neuheitsschonfristen ist die größere Veröffentlichungsfreiheit für Patentanmelder, welche z.B. besonders wichtig ist für Wissenschaftler oder für kleinere Unternehmen, die zuerst Rückmeldungen vom Markt haben wollen, bevor sie in eine Patentanmeldung investieren. Weiters werden die Risiken von ungewollten Publikationen reduziert, weil solche Veröffentlichungen eventuell repariert werden können und nicht notwendigerweise zu einem Rechtsverlust führen. Der Hauptnachteil ist die Erhöhung der Rechtsunsicherheit von Dritten, die sich, verglichen mit einer Situation, in der keine Neuheitsschonfrist möglich ist, für eine längere Zeitdauer nicht sicher sein können, ob eine Erfindung patentiert wird. Einerseits werden statistische Daten über die Nutzung von Neuheitsschonfristen benutzt und andererseits werden Umfrageergebnisse über dieses Thema analysiert. Basierend auf dieser Analyse können mehrere Ergebnisse gesehen werden. Erstens kann beobachtet werden, dass weitere Neuheitsschonfristen zu mehr Anmeldungen, die eine solche Neuheitsschonfrist beantragen, führen. Daraus kann geschlossen werden, dass weitere Neuheitsschonfristen ceteris paribus zu mehr Patentanmeldungen führen. Ein weiteres Resultat, welches aus den Umfragen gewonnen werden kann, ist, dass die meisten Personen, die in das Patentsystem in Ländern, die eine allgemeine Neuheitsschonfrist bereitstellen, involviert sind, mit den entsprechenden Gesetzen zufrieden sind. Im Unterschied dazu sind die Benutzer des Patentsystems in Europa zur Hälfte für allgemeine Neuheitsschonfristen und zur Hälfte dagegen. Basierend auf diesen Resultaten wird ein Entwurf für eine international harmonisierte Neuheitsschonfrist vorgeschlagen. Die wesentlichen Eckpfeiler dieses Konzepts sind eine maximale Schonfrist von 6 Monaten, eine obligatorische Erklärung für Veröffentlichungen, die vor der entsprechenden Patentanmeldung gemacht wurden, und eine obligatorische Veröffentlichung der Patentanmeldung 18 Monate nach der ersten Veröffentlichung der Erfindung. Dieser Entwurf einer Neuheitsschonfrist soll die Rechte der Erfinder und die Rechte Dritter ausgleichen. Während Anmelder eine Neuheitsschonfrist mittlerer Länge zur Verfügung haben, wird die Rechtsunsicherheit Dritter durch die schnellere obligatorische Veröffentlichung der Patentanmeldung, verglichen mit Anmeldungen, die keine Neuheitsschonfrist in Anspruch nehmen, verringert. Um diese Veröffentlichung einer Anmeldung noch 18 Monate nach der ersten Veröffentlichung der entsprechenden Erfindung durchführen zu können, ist es notwendig, dass der Anmelder das Patentamt von dieser Veröffentlichung informiert.
Abstract
(Englisch)
Similar to other issues, the patent legislations all over the world are subject to international harmonization. Due to the developing globalization, a harmonization is necessary in order to increase the efficiency of the patent systems all over the world. One important topic within patent law, which is not yet harmonized, are grace periods. Usually, the disclosure of an invention without having filed a patent application covering the invention leads to a rejection of a later filed patent application for this invention, because it is not new anymore. Grace periods allow the publication of an invention before a respective patent application has been filed. While almost all patent legislations worldwide provide a grace period, the scope of these rules differs to a high degree. In the narrowest sense, a grace period is only available in very specific cases, e.g. when the invention has been shown at a special fair or when the invention has been stolen or published by an unauthorized person. Such a grace period is e.g. provided by the European Patent Convention. In a broader meaning, so called general grace periods can be provided. The availability of these general grace periods is not limited to special circumstances, but also includes own, intentional publications of the invention by the inventor. The USA and Japan provide such general grace periods. To reach the goal of a worldwide harmonized definition of a grace period, it is necessary to determine the most optimal design of such a rule. This work provides a comparison of the grace period provided in Europe, Japan and the USA from an economic point of view. At first, the existing rules in these countries are presented and compared. Further, a theoretical analysis showing the advantages and disadvantages from several points of view is made. The main advantage of general grace periods is that patent applicants have more freedom to publish their inventions, which is e.g. important for researchers or for small companies, which want to get feedback from the market before they invest in patent applications. Further, the risks of unintentional publications are reduced, because such a disclosure might be repaired and do not necessarily lead to a loss of rights. The main disadvantage is the increase of the legal uncertainty of third parties, which cannot be sure if an invention might be patented later or not for a longer period of time compared to a patent system which does not provide the possibility of a general grace period. One the one hand, statistical data on the use of grace periods has been used and on the other hand, data from surveys about this topic has been analysed. Finally, based on these analyses, several results can be seen. First, it can be observed that broader grace periods lead to more applications requiring a grace period exception. From this it can be concluded, that ceteris paribus, broader grace periods lead to more patent applications. Another result, which can be gained from the surveys, is that most of the persons involved in patent law in countries providing general grace periods are satisfied with the respective grace period laws. In contrast, users in Europe seem to be divided between being in favour of general grace periods and being against general grace periods. Based on these results, a grace period design for an international harmonization is proposed. The main basic points of this concept are a maximum duration of the grace period of six months, a mandatory declaration of disclosures made before the respective patent application has been filed and the mandatory publication of the patent application 18 months after the first disclosure of the invention. This design of a grace period should balance the rights of the inventors and the rights of third parties. While applicants should have a mid-length grace period, the legal uncertainty of third parties can be reduced by a faster mandatory publication of the patent application compared to applications not requiring a grace period. In order to be able to publish an application 18 months after the first disclosure of the respective invention, it is necessary that the applicant informs the patent office of this disclosure.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Patents grace period law and economics
Schlagwörter
(Deutsch)
Patente Neuheitsschonfrist Wirtschaft und Recht
Autor*innen
Stephan Haas
Haupttitel (Englisch)
Comparison of grace periods provided in the patent laws of selected countries from an economic point of view
Paralleltitel (Deutsch)
Vergleich von Neuheitsschonfristen, die in den Patentgesetzen ausgewählter Länder bereitgestellt sind, aus einem ökonomischen Blickwinkel
Paralleltitel (Englisch)
Comparison of grace periods provided in the patent laws of selected countries from an economic point of view
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
VII, 89 S. : graph. Darst.
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Wolfgang Weigel
Klassifikationen
83 Volkswirtschaft > 83.99 Volkswirtschaft: Sonstiges ,
86 Recht > 86.28 Gewerblicher Rechtsschutz, Verlagsrecht
AC Nummer
AC12133762
Utheses ID
30545
Studienkennzahl
UA | 066 | 913 | |
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