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Öffentliches Vertrauen in politische Akteure
eine empirische Skalenentwicklung mithilfe faktoranalytischer Verfahren
Bernhard Pröll
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Roland Burkart
DOI
10.25365/thesis.34424
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29422.36319.130766-6
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, einen ersten Schritt in Richtung der Entwicklung einer Skala zur Erfassung des öffentlichen Vertrauens in politische Akteure zu setzen. Das soziale Phänomen Vertrauen wird dabei als vielschichtiges Konstrukt begriffen. Als bestimmende Aspekte wurden das dem Vertrauen immanente Risiko, die zeitliche Perspektive auf Vertrauen und die Intersubjektivität öffentlichen Vertrauens ausgemacht. Dem politischen System eigen ist vor allem das Angewiesensein auf ein Systemvertrauen, also ein Vertrauen auf Prinzipien bzw. das grundsätzliche Funktionieren des politischen Systems, und das Vorherrschen eines skeptischen Vertrauens. Zweifel werden hier auch an Vertrauensindikatoren erhoben, weil deren Instrumentalisierung durch die politische PR unterstellt wird.
Theoretisch sind es vor allem soziologische Konzepte von Vertrauen (vgl. Luhmann (1973), Giddens (1999), Deutsch (1958), Rotter (1980), Lewis und Weigert (1985) und Hoffjann (2013)) und deren Konkretisierung, der Corporate Trust Index (CTI) (vgl. Bentele und Nothhaft (2011) und Mende et al. (2011)), die den Grundstein zu den angenommenen Vertrauensfaktoren legen. Berücksichtigung finden auch die Spezifika des politischen Systems (vgl. Giddens (1999)) in der empirischen Umsetzung der theoretischen Erörterungen. Besondere Berücksichtigung findet der Aspekt der Täuschung bzw. Lüge im politischen Diskurs (vgl. Liessmann (2010), Hoffjann (2013) und Kohring (2008)), weil angenommen wird, dass diesem hier mehr Bedeutung als in anderen Gesellschaftsbereichen zukommt.
Das Erkenntnisinteresse dieser Arbeit richtet sich also auf die Dimensionalität des Konstrukts "öffentliches Vertrauen in politische Akteure". Dabei stellt sich einerseits die Frage, ob bereits ausgemachte Dimensionen des öffentlichen Vertrauens wiederzufinden sind, andererseits ob sich die Spezifika, die dem politischen System in Bezug auf Vertrauen zugeschrieben wurden, ihren Einfluss auf die Dimensionalität üben.
Die Methode der Wahl ist die explorative Faktorenanalyse, die dazu geeignet scheint, die Dimensionalität des sozialen Phänomens aufzudecken. Die Operationalisierung lehnt sich zwar an die Vertrauensfaktoren des CTI an, die Realisation in Fragebogenitems verdankt sich allerdings keiner bereits bestehenden Skala. Zudem verdanken sich die Dimensionen des CTI inhaltsanalytischen Verfahren, weshalb deren Bestätigung durch eine Befragung auch nicht a priori angenommen werden kann. Der Wert dieser Studie besteht daher darin, erstmals den Anstoß zur Entwicklung einer Skala zu geben, die öffentliches Vertrauen in politische Akteure auf Basis von Umfragedaten erfassen kann.
Mit den theoretischen Überlegungen in Einklang steht die resultierende Faktorlösung insbesondere in Bezug auf den Faktor Zweifel bzw. Täuschung. Das skeptische Vertrauen, also das grundsätzliche Misstrauen auch den Vertrauensindikatoren gegenüber, scheint in diesem Kontext eine tragende Rolle zu spielen. Diese präventiv-vermeidende Vertrauensdimension setzt der möglichen Enttäuschung Grenzen und berücksichtigt das wahrgenommene Risiko im Vertrauensvorschuss. Eine zweite Dimension verortet sich um Erwartungssicherheit bzw. normatives Verhalten, das insbesondere im politischen System als die gesellschaftliche Institutionalisierung der Beständigkeit von Erfahrung verstanden werden kann. Der dritte Faktor, der sich in dieser Studie herauskristallisiert, verschreibt sich der kommunikativen Kompetenz der Vertrauensobjekte. Dieser unterstreicht die Bedeutung sozial-psychologischer Aspekte im öffentlichen Vertrauen in politische Akteure, lässt allerdings auch Überlegungen zur zunehmenden Entertainisierung der politischen Bühne ins Feld führen. An ihre Grenzen stößt die Generalisierbarkeit des Resultats aufgrund der kleinen, homogenen Stichprobe. Die praktische Relevanz der Skala besteht in der Möglichkeit, Vertrauen zu festigen und Vertrauenskrisen rechtzeitig vorzubeugen.
Abstract
(Englisch)
The thesis seeks to present first findings regarding public trust concerning political actors to induce the development of a measurement scale. Building on theoretical approaches to trust as a social phenomenon and on the Corporate Trust Index (CTI), the author tries to unveil the dimensionality of the phenomenon and to define trust factors taking into account the specifics of the political system. The method used is the exploratory factor analysis. The factor solution confirms the impact of doubts and deception on public trust. Also a sceptic trust, a fundamental distrust in trust indicators, gains in importance in this context. Considering the limitations of a study based on a small and homogenous sample, the purpose of the intended scale is to allow for better monitoring and forecasting of trust states and potential trust crises.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Public Trust Corporate Trust Index Doubts Deception trust factors empirical scale development
Schlagwörter
(Deutsch)
Öffentliches Vertrauen Corporate Trust Index Zweifel Täuschung Vertrauensfaktoren empirische Skalenentwicklung
Autor*innen
Bernhard Pröll
Haupttitel (Deutsch)
Öffentliches Vertrauen in politische Akteure
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine empirische Skalenentwicklung mithilfe faktoranalytischer Verfahren
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
138 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Roland Burkart
AC Nummer
AC12053146
Utheses ID
30555
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
