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Empathie und die Wahrnehmung Gegenständlicher Kunst
der Einfluss von emotionaler Ansteckung auf das Kunsterleben
Christina Hirschbiegel
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Gernot Gerger
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.34461
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29361.52837.341761-7
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Bedeutung von Empathie in der Kunstwahrnehmung geht auf das Konzept der Einfühlung des späten 19. Jahrhunderts zurück. Empathie, welche die Fähigkeit beschreibt, die Emotionen eines anderen zu teilen, zu verstehen und deren Ursprung zu kennen, beeinflusst demnach das Kunsterleben. Vor diesem Hintergrund sollte anhand der vorliegenden Studie der Einfluss der emotionalen Ansteckung – eine essentielle Komponente der Empathie – auf die Wahrnehmung gegenständlicher Kunstwerke untersucht werden. Um diesen zu erheben, bewerteten Personen mit hoher und niedriger Fähigkeit zu emotionaler Ansteckung die Stimuli anhand der Dimensionen Bewegtheit, Valenz, Interessantheit und Gefallen. Um automatische physiologische Reaktionen, die mit emotionalen Prozessen einhergehen, zu erfassen, wurde mittels Elektromyogramm des Musculus zygomaticus major und des Musculus corrugator supercilii die Aktivität der Gesichtsmuskulatur aufgezeichnet und über den Hautleitwiderstand (electrodermal activity; EDA) wurde das allgemeine Aktivierungsniveau der Versuchspersonen bei Betrachtung der Kunstwerke erfasst. Die Ergebnisse zeigten gemäß den Erwartungen, dass Personen mit hoher emotionaler Ansteckung eine stärkere Aktivierung des M. corrugators bei negativen Stimuli und stärkere Entspannung dessen bei positiven Stimuli erlebten, verglichen mit Personen mit niedriger emotionaler Ansteckung. Ferner führte eine hohe emotionale Ansteckung zu einem stärkeren allgemeinen Aktivierungsniveau während der Stimulus-Präsentation, was sich im Hautleitwiderstand manifestierte. Auch auf die Stimulus-Bewertungen zeigte die emotionale Ansteckung eine Wirkung: Personen mit hoher emotionaler Ansteckung empfanden die Bilder als bewegender, nahmen die Stimulus-Valenzen ausgeprägter wahr und bewerteten die Kunstwerke als interessanter. Folglich fanden sie mehr Gefallen an Bildern mit positivem Inhalt als Personen mit niedriger emotionaler Ansteckung, woraus hervorgeht, dass die emotionale Ansteckung das Kunsterleben positiv beeinflussen kann.
Abstract
(Englisch)
The relevance of empathy in art-perception can be traced back to the late 19th century. Empathy, which describes the ability to share the emotions of others, to comprehend these and to be aware of their origin, thus influences aesthetic experiences. The goal of the present study was to investigate the influence of emotional contagion – an essential component of empathy – on the perception of representational artworks. In order to ascertain this influence, persons with high and low emotional contagion gave moving, valence, interest and liking ratings. Additionally, physiological reactions, which correspond to emotional processes, were measured: facial electromyography was used to measure the activity of the musculus zygomaticus major and the musculus corrugator supercilii and the electrodermal activity (EDA) provided insight into the experienced arousal while viewing the stimuli. The results showed a stronger activation of the M. corrugator when seeing negative stimuli and a stronger relaxation when seeing positive stimuli in persons with high emotional contagion than with low emotional contagion. Furthermore, high emotional contagion induced a higher level of activation throughout the stimulus-presentation, which resulted in higher EDA. The evaluations of the artworks were also subject to the influence of emotional contagion, showing that persons with high emotional contagion judged the stimuli to be more moving, perceived the valences more intensely and found the artworks to be more interesting. Finally, persons with high emotional contagion liked artworks of positive valence more compared to persons with low emotional contagion, suggesting that emotional contagion can positively influence the art-perception.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
emotional contagion empathy art perception art evaluation fEMG EDA aesthetic evaluation aesthetic perception
Schlagwörter
(Deutsch)
Empathie emotionale Ansteckung emotional contagion Kunsterleben Kunstwahrnehmung Kunstbewertung fEMG EDA ästhetisches Erleben
Autor*innen
Christina Hirschbiegel
Haupttitel (Deutsch)
Empathie und die Wahrnehmung Gegenständlicher Kunst
Hauptuntertitel (Deutsch)
der Einfluss von emotionaler Ansteckung auf das Kunsterleben
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
105 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Gernot Gerger
Klassifikation
20 Kunstwissenschaften > 20.08 Kunstpsychologie
AC Nummer
AC12101859
Utheses ID
30588
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
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