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Formen der Abwesenheit
Transitionale Justiz im filmischen Kontext der argentinischen Vergangenheitsbewältigung ; drei Beispiele
Anna Magdalena Sperl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Elisabeth Büttner
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.34514
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30086.50479.502854-3
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Proteste gegen die argentinische Wirtschaftspolitik im Jahr 2001/02 solidarisierten sich mit Menschenrechtsorganisationen, die sich für die juristische Vergangenheitsbewältigung der Militärdiktatur einsetzten. Beide Bewegungen gründen auf Misstrauen gegenüber den staatlichen Institutionen. Dabei spielt der Begriff der Gerechtigkeit eine wichtige Rolle, dessen Definition Schwankungen unterliegt, die nicht zuletzt von der Sicht auf die Vergangenheit geprägt werden. Im ersten Teil dieser Arbeit wird unter Bezugnahme auf Michel Foucaults Analyse von Sophokles' Drama „König Ödipus“ gezeigt, wie die Figur des Zeugen die Entwicklung der Demokratie gerade in Transitionszeiten beeinflusst. Daran anschließend wird anhand der Ausführungen der Juristin und Medienwissenschaftlerin Cornelia Vismann nachvollzogen, inwiefern Film eingesetzt wird, um Zeugnissen mediale Aufmerksamkeit zu verschaffen. Vismann zeigt wie bei den Nürnberger Prozessen, dem wohl bekanntesten Beispiel für transitionale Justiz, versucht wurde, mit Hilfe eines Films die Lücke zu schließen, die die öffentliche Erinnerung an die Vergangenheit aufwies. Im Kino Argentiniens, wo die justizielle Vergangenheitsbewältigung in den Neunziger Jahren beinahe zum Erliegen gekommen war, macht Film hingegen gerade diese Lücke sichtbar und zeigt, welche Formen die Abwesenheit von Gerechtigkeit im Staat annehmen kann. Anhand von drei Filmen wird im zweiten Teil dargestellt, wie die mangelnde justizielle Vergangenheitsbewältigung Argentiniens im Kino reflektiert und auf welch unterschiedliche Art und Weise kinematographische Ästhetik das Thema aufgreift. In allen drei Filmen wird der jeweilige Inhalt durch die verwendete ästhetische Strategie wieder aufgegriffen und die Abwesenheit von Gerechtigkeit, von der erzählt wird, somit sichtbar gemacht. Diese filmästhetische Reflexion eröffnet dem Publikum die Möglichkeit zur Reflexion über die Verantwortung für das eigene Urteil.
Abstract
(Englisch)
The protests against the Argentinean economic policy in 2001/02 united with human rights organizations that spoke up for the judicial process of coming to terms with the dictatorial past. Both movements are based on mistrust towards state institutions. The idea of what justice is has a decisive role there, and its definition underlies deviations based not least on our perception of the past. The first part of this thesis relates to Michel Foucaults analysis of Sophocles' drama “Oedipus the King“ and how the figure of the witness influences the development of democracy especially in times of transition. Following this I will retrace the report by jurist and media scholar Cornelia Vismann that demonstrates the ways film is used to generate media attention. Vismann shows how the Nuremberg trials, one of the best-known examples for transitional justice, attempted to close the gap in public memory of the past by means of a moving picture. In the cinema of Argentina where the judicial process of coming to terms with the past had nearly halted in the 1990s, film however is making this gap visible and demonstrates what shape the absence of justice in a state can assume. By means of three movies the second part of the paper demonstrates how the scarce judicial process of coming to terms with the past in Argentina is being reflected in the cinema and in what different ways cinematic aesthetics are used to enhance this subject. In all three movies the content is enhanced by the aesthetic strategy that is being used and the absence of justice in the movies' narratives is made visible in this way. These cinematic reflections in the aesthetics provide the opportunity for the audience to reflect about the responsibility for their own judgement.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Argentina coming to terms with history Film Cinema argentinean/argentinian film history transitional justice Absence form dictatorship
Schlagwörter
(Deutsch)
Argentinien Vergangenheitsbewältigung Film argentinische Filmgeschichte transitionale Justiz Abwesenheit Form Diktatur
Autor*innen
Anna Magdalena Sperl
Haupttitel (Deutsch)
Formen der Abwesenheit
Hauptuntertitel (Deutsch)
Transitionale Justiz im filmischen Kontext der argentinischen Vergangenheitsbewältigung ; drei Beispiele
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
147 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Elisabeth Büttner
Klassifikation
24 Theater > 24.37 Film: Sonstiges
AC Nummer
AC12182670
Utheses ID
30635
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
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