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Evaluierungsstudie über die Anwendung des Konzepts der Relativen Phase im Badminton
Florian Schwab
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport
Betreuer*in
Arnold Baca
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.34552
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30081.03127.847764-9
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Um die Sportspiele mit dem Ansatz eines Dynamischen Systems beschreiben zu können, ist eine angemessene Theorie, eine Modellierung, die diese dynamischen Interaktionen zu erfassen in der Lage ist, notwendig. Hierfür hat sich das Errechnen der Relativen Phase als zweckdienliches Analyseinstrument herauskristallisiert. Es besteht damit die Möglichkeit, den relativen Bewegungsverlauf der beiden Akteure/Akteurinnen zueinander über den gesamten Ballwechsel hinweg zu beschreiben. Im Rahmen dieses Analyseansatzes kann die Bewegung der beiden Spieler/innen relativ zueinander sowohl gleichgerichtet, also im Zustand einer In-Phase, als auch entgegengesetzt, im Zustand einer Anti-Phase, definiert werden. Das Ziel meiner Magisterarbeit bestand darin, dieses bereits im Tennis- und Squashsport mit Erfolg zur Anwendung gekommene Konzept der Relativen Phase aus der Dynamischen Systemtheorie auf die Wettkampsportart Badminton zu übertragen und seine Anwendbarkeit zu überprüfen. Es drängt sich nun die Frage auf, ob die Interaktionen der Spieler/innen im Badminton ebenfalls eine Analyse mit Hilfe der Relativen Phase zulassen und welche Hinweise hinsichtlich taktischem Verhalten gegeben werden können. Auf Basis von den Positionsdaten des Olympischen Finalspiels des Badmintonbewerbs zwischen Lin Dan und Chong Wei Lee 2008 in Bejing wurde das Bewegungsverhalten der beiden Kontrahenten in lateraler, longitudinaler sowie radialer Richtungsdimension analysiert. Es wurden insgesamt zwölf Parameter berechnet, von denen angenommen werden konnte, dass sie in der Lage sind, das Spielgeschehen auf dem Badminton Court gut abzubilden. Um den Verlauf der Relativen Phase berechnen zu können, kamen drei verschiedene Berechnungsmethoden zum Einsatz: das Verfahren der Korrelation, das der Polarkoordinaten sowie das Verfahren der Hilberttransformation. Im Zuge der Analyse kristallisierten sich zwei Berechnungsmethoden (Verfahren der Korrelation und Verfahren der Hilberttransformation) sowie zwei Parameter (zweidimensionales radiales Displacement relativ zum statischen Zentralen Punkt versus zweidimensionales radiales Displacement relativ zum dynamischen Zentralen Punkt) heraus, die für das Badmintonspiel besondere Relevanz zeigten. Mit der Berechnung der Relativen Phase konnte gezeigt werden, dass das räumlich-zeitliche Verhalten der Badmintonspieler, wie erwartet, hinsichtlich des zweidimensionalen radialen Displacements einer starken Tendenz in Richtung Anti-Phase (180° bzw. Korrelationswerte von -1) unterliegt. Demnach besteht also eine komplementäre Relation zwischen beiden Spielern in Anbetracht der Gesamtverteilung über die Länge des gesamten exemplarischen Endspiels (n = 7). Darüber hinaus konnte anhand eines Singleballwechsels gezeigt werden, dass eine Abweichung von diesem stabilen Systemzustand ein Hinweis auf Druck auf das System ist. Die Zusammenhänge zwischen den berechneten Analyseparametern (Ordnungsparameter zu statischem versus dynamischem Zentralen Punkt) wurden mit einem quantitativen Verfahren, dem Intraklassenkorrelationstest (α=0,05), statistisch auf Signifikanz geprüft. Bei beiden Berechnungsmethoden, sowohl beim Verfahren mittels Korrelation als auch mittels Hilberttransformation, ließen sich signifikante Zusammenhänge hinsichtlich des zweidimensionalen radialen Displacements relativ zum Zentralen Punkt (statisch) sowie des zweidimensionalen radialen Displacements relativ zum Zentralen Punkt (dynamisch) ableiten. Es besteht die Notwendigkeit noch weitere Studien mit dem Analysetool der Relativen Phase in der Wettkampfsportart Badminton durchzuführen, um die verbleibenden methodischen Probleme zu beheben und somit zuverlässig Aussagen über das Geschehen auf dem Badminton Court treffen zu können.
Abstract
(Englisch)
In order to describe approaches, which use the players’ dynamic interaction in game sports like badminton, an appropriate theoretical concept is needed; a model that is capable of describing such a process in all details. There already exist several approaches using the concept of Relative phase to investigate games like tennis or squash. The aim of the thesis presented here was to transfer the application of Relative phase concept based on the Dynamic system theory from tennis/squash to badminton, as it had already been successfully applied to tennis and squash respectively in the past. This raises the question whether the interaction between two players allows Relative phase analysis and, furthermore, which information about tactical behaviors can be given. In this thesis, it was tried to determine the relative motion of badminton players using the method of relative phase. Based on two positional time-series (from the final of the Olympic Games 2008), the relative motion (i.e in the lateral, longitudinal, and radial directions) of the two players Lin Dan versus Chong Wei Lee were analyzed. This investigation revealed that the space-time pattern of badminton players only underlies - as expected - one stable pattern of synchronization mode named anti-phase (180° and Correlation values -1, respectively), with respect to radial displacement. Thus, there exists a complementary relation between both players with respect to overall distribution of relative phase values through the entire length of the exemplary final (n = 7). Moreover, it was shown by means of a single rally that a deviation from this attractor can give some indication of pressure or a role allocation. The relationships between the computed parameters (two-dimensional radial displacement relative to central position 1.5 m behind the short service line vs. two-dimensional radial displacement relative to the median as central position) were subjected to statistical significance analysis using an intraclasscorrelation (α=0.05). Both methods, the Correlation method and the Hilbert transform, demonstrated statistically significant relationships with respect to the choice of the respective collective variable. In order to solve the remaining methodical problems of this issue, further studies are necessary to finally draw clear conclusions concerning the players’ specific behavior on the badminton court.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
dynamical system pattern recognition badminton relative phase
Schlagwörter
(Deutsch)
Dynamisches System Mustererkennung Badminton Relative Phase
Autor*innen
Florian Schwab
Haupttitel (Deutsch)
Evaluierungsstudie über die Anwendung des Konzepts der Relativen Phase im Badminton
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
X, 181 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Arnold Baca
Klassifikation
76 Sport, Freizeit, Erholung > 76.14 Sportspiele
AC Nummer
AC12080398
Utheses ID
30667
Studienkennzahl
UA | 066 | 826 | |
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