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Alter (ver)messen?
gesellschaftspolitische Anwendungszusammenhänge wissenschaftlicher Vermessungstechniken zur chronologischen Lebensalterbestimmung im österreichischen Kontext
Petra Pinkl
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Ulrike Felt
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.3502
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30407.17586.911364-4
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In der Dissertation "Alter (ver)messen? Gesellschaftspolitische Anwendungszusammenhänge wissenschaftlicher Vermessungstechniken zur chronologischen Lebensalterbestimmung im österreichischen Kontext." werden wissenschaftliche Methoden zur Bestimmung des Alters auf ihre gesellschaftspolitische Reziprozität hinterfragt. Zu Beginn wird der Frage nachgegangen, welchen historischen und gegenwärtigen Stellenwert Körpervermessungstechniken in unserer Gesellschaft einnehmen. Anschließend erfolgt eine theoretisch/konzeptuelle Aufarbeitung des Themas. Die empirische Analyse ermittelt nach einer anfänglichen Begriffsdefinition von "Alter" die grundlegenden und (asyl-)rechtlichen Aspekte der Durchführung von Altersbestimmungen in Österreich. Menschen ohne Geburtsdokumente bzw. gesicherten Identitätsnachweis werden in Österreich im Zuge eines Asyl- oder Strafverfahrens auf ihr Alter "überprüft". "Alter" wird gemessen, weil unser Rechts- und Verwaltungssystem nach einer klaren Altersgrenze verlangt. So sind aus den Altersstufen 14, 18 und 21 Jahre bestimmte Rechte, Pflichten, Konsequenzen, Sonderstellungen und Unterstützungsleistungen ableitbar. Zu den derzeit zur Verfügung stehenden Methoden der Altersbestimmung zählen u.a. die Inspektion bzw. die Beurteilung eines Menschen nach seinem physischen Erscheinungsbild, das Gespräch oder Interview, die körperliche Untersuchung der sexuellen Reife sowie eine zahnärztliche Untersuchung und eine Röntgenuntersuchung zur Bestimmung des Skelettalters. Die Methoden der Altersbestimmung sind höchst umstritten. Einerseits als objektives und unbeeinflusstes Verfahren betrachtet, wird es andererseits aufgrund der hohen Schwankungsbreite als nicht brauchbar beurteilt. In der Entscheidungsfindung steht insbesondere der als "objektiv" erachtete Experte und medizinische Sachverständige im Vordergrund. Mögliche Defizite der Methoden werden durch entpsrechende Berufserfahrung und Wissen auszugleichen versucht. Wissenschaftliches Wissen wird zur Lösung von Altersfragen und insbesondere zur Legitimierung der politischen und rechtlichen Entscheidung eingesetzt. Wissenschaftliche Methoden der Altersbestimmung sind jedoch in ihrem jeweiligen gesellschaftspolitischen Umfeld zu sehen und zu verstehen.
Abstract
(Englisch)
The doctoral thesis: "Measuring Age? The Austrian Socio-Political Implementation Context of Scientific Methods for the Chronological Determination of Persons' Ages" critically assesses those scientific methods that are used today to determine persons' ages. Hereby, it focuses especially on the socio-political reciprocity of these scientific methods - examining in how far society influences the deployed methods and vice versa. To start with, the doctoral thesis looks at the historical and current significance of body-measuring techniques for our Western society. After that the topic is outlined by some theoretical/conceptual approaches. Following a definition of the term "age", the empirical analysis determines those fundamental (asylum-) legal aspects of the process of age determinations in Austria. Part of the currently available methods for determining a person's age are inspection - the assessment of a person's age according to this person's physical appearance -, the interview, the physical examination of a person's sexual maturity, and dental as well as x-ray examinations for the determination of a person's skeletal age. The legitimacy and accuracy of all these methods is highly disputed. While these techniques for the determination of a person's age are viewed as objective and thus "scientific", they are also dismissed by critics as being too prone to errors due to their high fluctuation margin. However, decision making still relies on the opinion of (medical) experts whose assessment is commonly valued as "objective".

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
age measuring age body measurement scientific methods socio-political context
Schlagwörter
(Deutsch)
Alter Alter messen Lebensalter Körpervermessung wissenschaftliche Methoden gesellschaftspolitischer Kontext
Autor*innen
Petra Pinkl
Haupttitel (Deutsch)
Alter (ver)messen?
Hauptuntertitel (Deutsch)
gesellschaftspolitische Anwendungszusammenhänge wissenschaftlicher Vermessungstechniken zur chronologischen Lebensalterbestimmung im österreichischen Kontext
Paralleltitel (Englisch)
Measuring age? ; the Austrian socio-political implementation context of scientific methods for the chronological determination of persons' ages
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
639 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Ulrike Felt ,
Andre Gingrich
Klassifikationen
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.01 Geschichte der Wissenschaft und Kultur ,
73 Ethnologie > 73.00 Ethnologie: Allgemeines
AC Nummer
AC05039713
Utheses ID
3072
Studienkennzahl
UA | 092 | 307 | |
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