Detailansicht
Partizipation und gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen mit und ohne Beeinträchtigungen
Helen Müllner
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Reinhold Jagsch
DOI
10.25365/thesis.34677
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30191.65124.460953-5
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Theoretischer Hintergrund
Mit Etablierung der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen (ICF-CY), rückt das darin postulierte Konzept der Partizipation (= Teilhabe im täglichen Leben) in das Interesse der psychologischen Forschung. Die kindliche Entwicklung ist durch eine Vielzahl an dynamischen Prozessen geprägt, welche sich im Allgemeinen durch eine Zunahme an Unabhängigkeiten und Kompetenzen, in jedem Lebensbereich, auszeichnen. Durch die Partizipation wird es dem heranwachsenden Kind ermöglicht, seine Entwicklung in sozialen, emotionalen und körperlichen Aspekten optimal zu gestalten. Anders gestaltet sich dieser Umstand allerdings bei Kindern und Jugendlichen mit einer chronischen Erkrankung oder Behinderung, hier bestehen oft eingeschränkte Möglichkeiten zur Partizipation, sei es aufgrund von bestimmten Umweltcharakteristika oder persönlichen Merkmalen, wie dem Alter und dem Geschlecht.
Methode & Stichprobe
Die vorliegende Arbeit untersuchte, anhand von Elternangaben, den Einfluss von Geschlecht und Behinderung auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität sowie auf die schulische, häusliche und gemeinschaftliche Partizipation von sechs- bis 17-jährigen Kindern. Die Gesamtstichprobe bestand aus 150 Eltern bzw. Erziehungsberichtigten von Kinder und Jugendlichen mit oder ohne Beeinträchtigung. Für die Messung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurde der KINDLR verwendet, der auf der Basis von sechs Dimensionen (Körper, Psyche, Freunde, Familie, Schule, Selbstwert), einen Überblick über das gesundheitliche Wohlbefinden des Kindes ermöglicht. Die Beschreibung der Partizipation erfolgte mittels eines speziellen Partizipationsfragebogens (FPU-KJ), der eine Beschreibung der Häufigkeit und der Beteiligung an Aktivitäten sowie relevanter Umweltfaktoren innerhalb drei Settings (Zuhause, Schule, Gemeinschaft) erlaubt.
Ergebnisse
Die statistische Analyse ergab, dass Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen, verglichen mit Kindern und Jugendlichen ohne Beeinträchtigung, gleich häufig an Aktivitäten im häuslichen und gemeinschaftlichen Setting teilnahmen. Allerdings waren sie bei der Ausführung dieser Tätigkeiten signifikant weniger involviert und die Eltern waren vor allem im gemeinschaftlichen Setting mit der derzeitigen Partizipationssituation nicht zufrieden, weshalb hier ein größerer Wunsch nach Veränderung beobachtet werden konnte. Eltern von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen fühlten sich außerdem im schulischen und gemeinschaftlichen Umfeld signifikant weniger darin unterstützt die kindliche Teilhabe durch soziale, finanzielle und umweltbezogene Aspekte zu fördern. Hinsichtlich des Geschlechts konnten keine Unterschiede in der Partizipation gefunden werden. Des Weiteren zeigten sich signifikante Gruppenunterschiede bezüglich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität – Eltern von Kinder und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen berichteten von einer geringeren gesundheitsbezogenen Lebensqualität ihrer Kinder in nahezu allen Dimensionen. Für die Vorhersage einer hohen gesundheitsbezogenen Lebensqualität erwies sich die Zufriedenheit der Eltern mit der aktuellen Partizipationssituation als ein signifikanter Prädiktor in allen Partizipationssettings. Ebenso konnte gezeigt werden, dass zwischen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und der schulischen, häuslichen sowie gemeinschaftlichen Partizipation ein signifikanter Zusammenhang besteht.
Schlussfolgerung
Die vorliegende Studie konnte zeigen, dass Kinder und Jugendliche mit einer Beeinträchtigung in bestimmten Teilbereichen des täglichen Lebens gewisse Barrieren erfahren und dementsprechend eher in ihrer Partizipation eingeschränkt werden als Kinder und Jugendliche ohne Beeinträchtigungen. Um aber auch dieser Gruppe von Kindern und Jugendlichen eine gelungene Partizipation zu ermöglichen, ist es von großer Bedeutsamkeit, weitere Forschung zu betreiben, um mögliche positive sowie negative Determinanten der Partizipation zu identifizieren. Nicht zuletzt, da die Teilhabe auch nachweislich einen großen Teil zum subjektiv erlebten Gesundheitszustand (= gesundheitsbezogene Lebensqualität) und der kindlichen Entwicklung beiträgt.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Partizipation gesundheitsbezogene Lebensqualität Beeinträchtigung Kinder
Autor*innen
Helen Müllner
Haupttitel (Deutsch)
Partizipation und gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen mit und ohne Beeinträchtigungen
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
111 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Reinhold Jagsch
Klassifikation
77 Psychologie > 77.70 Klinische Psychologie
AC Nummer
AC12117151
Utheses ID
30767
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
