Detailansicht

Intermedialität und Geschlechter(de)konstruktionen in 'geschlechtssensiblen' Bilderbüchern für Kinder
Stefanie Fürnsinn
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Diplomstudium Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Betreuer*in
Ramón Reichert
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.35478
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30218.86186.903854-5
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Medien nehmen als Diskursteilhaber Einfluss auf gesellschaftliche Normen und Entwicklungen, und damit auch auf „unser“ Verständnis von Geschlecht, Geschlechtsrollen oder Geschlechtsidentität. Medien - und damit auch ihre Einflussnahme - sind aus der europäischen Lebenswelt nicht mehr wegzudenken, und begleiten Menschen von klein auf. Die vorliegende Arbeit stellt mit dem Bilderbuch ein Medium in den Fokus, das im Vergleich zu neuen Medien auf den ersten Blick langsam und verstaubt wirken mag, gerade darin könnte aber seine Stärke liegen. Menschen begegnen Bilderbüchern für gewöhnlich sehr früh in ihrem Leben, im Kindesalter. Üblicherweise werden die Geschichten immer wieder vorgelesen und es wird viel Zeit mit der Betrachtung der Illustrationen verbracht. Bilderbüchern kann damit durchaus ein Potenzial zur Mitgestaltung des Geschlechterdiskurses unterstellt werden. Das Bilderbuch wird in dieser Arbeit als Medium definiert und besonders in seinen intermedialen Möglichkeiten beleuchtet. Theoretisch stützt sich die Arbeit hier auf das Intermedialitätskonzept von Irina Rajewsky. Im Zentrum steht die Fragestellung wie Bilderbücher durch ihr einzigartiges Zusammenspiel von Text- und Bildelementen Geschlecht konstruieren (können). In vielen Kinderbüchern lassen sich noch traditionelle Geschlechtsrollenbilder finden, in denen der Vater zur Arbeit geht, während die Mutter zuhause die Kinder hütet und sich um den Haushalt kümmert. Auch die Protagonist_innen im Kindesalter sind mit typischen Mädchen- bzw. Jungenzuschreibungen versehen. Es gibt aber auch Bemühungen von traditionellen Darstellungen abzuweichen, so genannte geschlechtssensible Bilderbücher. Leicht zugänglich lassen sich über das Internet Empfehlungslisten für geschlechtssensible Pädagogik finden - hier knüpft die vorliegende Diplomarbeit an. Die über das Internet recherchierten Empfehlungslisten dienen als Grundlage für die Bestimmung der konkreten Analyseobjekte. Exemplarisch werden fünf Bilderbücher mittels struktural-hermeneutischer Symbolanalyse auf ihren Umgang mit der Kategorie Geschlecht, sowohl auf einer bildlichen, als auch auf einer textlichen Ebene befragt. Es zeigt sich, dass in allen Analyseobjekten eindeutige geschlechtliche Zuschreibungen stattfinden. Als geschlechtssensible Aspekte können in allen Geschichten Elemente ausgelotet werden, in denen Brüche mit gängigen Geschlechtsrollenstereotypen stattfinden. Die Ergebnisse der qualitativen Analyse werden schließlich auf ihr dekonstruktivistisches Potenzial im intermedialen Zusammenspiel befragt. In Bezug auf Judith Butler werden damit vor allem neue, unbehagliche Fragen aufgeworfen. Die vorliegende Arbeit versteht sich demnach als Beitrag zu einem kritischen Umgang mit gesellschaftlichen Kategorisierungen.
Abstract
(Englisch)
Media, as discourse participant, takes influence on social norms and developments, and thus on “our” understanding of gender, gender roles or gender identity. Media – and therefore its influence – is an inseparable part of the European living environment and accompanies people from an early age. This paper presents the picture book as medium in which the focus may seem outmoded at first glance, compared to new media, but that might be its strength. People usually encounter picture books very early in life, in childhood. Usually the stories will be read again and again and a lot of time is spent looking at drawings. Thus it can be assumed that picture books have the potential to influence the gender discourse. In this paper the picture book is defined as a medium that particularly turns its attention to its inter-media options. Theoretically, the paper is based on the inter-media concept of quality from Irina Rajewsky. In the centre stands the question how picture books can construct gender by its unique interplay of text- and image elements. In many children’s books traditional gender roles can be found, where the father goes to work, while the mother stays home guarding the children and taking care of their household. The childhood protagonists are provided with typical girls- and boys attributions. There are also efforts to deviate from traditional representations, so called gender-sensitive picture books. Via the Internet recommendation lists for gender-sensitive education can be found easily. The researched recommendation lists serve as a basis for determine the specific analysis objects. Exemplary five picture books will be looked at, using a guideline to find out about the dealing with the category of gender, both on a figurative and a textual level. It turns out that in all analysis objects unambiguous gender attributions occur. As gender-sensitive aspects, elements can be explored in all stories, in which fractions with common gender-role stereotypes occur. The results of the qualitative analysis are finally tested for their deconstructive potential in the inter-media interaction. Referring to Judith Butler especially new and uneasy questions are posed. This paper sees itself as a contribution to a critical approach to social categorization.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Intermedialität Konstruktion von Geschlecht Dekonstruktion von Geschlecht Bilderbuch Medium Buch
Autor*innen
Stefanie Fürnsinn
Haupttitel (Deutsch)
Intermedialität und Geschlechter(de)konstruktionen in 'geschlechtssensiblen' Bilderbüchern für Kinder
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
138 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ramón Reichert
Klassifikationen
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.00 Wissenschaft und Kultur allgemein: Allgemeines ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.20 Kommunikation und Gesellschaft ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.99 Kommunikationswissenschaft: Sonstiges ,
80 Pädagogik > 80.80 Pädagogisches Umfeld: Allgemeines
AC Nummer
AC12285873
Utheses ID
31441
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1