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Voltaire als philosophe-narrative Philosophie in seinen "contes philosophiques"
Magda Pfabigan
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie Philosophie
Betreuer*in
Erwin Bader
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29333.13412.191359-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Der Status Voltaires in der Geschichte der Philosophie ist unklar – es scheint dass, ungeachtet seiner Arbeiten zu u.a. Newton und Locke und seinem Beitrag zur französischen Frühaufklärung er als Forschungsobjekt der Romanistik und der Literaturwissenschaft „angehört“. Sein philosophisches Profil bleibt in der philosophiehistorischen Literatur schwach, es gibt kaum Monographien, die dieses Profil nachzuzeichnen versuchen. In dieser Arbeit wird der Position, dass dies eine Folge von Voltaires „nachlässiger“ Begriffsverwendung, seiner mangelnden Originalität, seinem Eklektizismus oder seinem fragmentarischen Denken geschuldet ist, opponiert. Hier wird versucht Voltaire aus der Begrifflichkeit seiner Zeit zu verstehen – einer Zeit die es gleichzeitig verstand Handbücher der Mineralogie mit dem Titel „Philosophia Lapidarum“ zu versehen und ebenso Philosophie mit Spekulation gleichzusetzen. Voltaire, das wird gezeigt, verstand sich als philosophe und die Arbeit rekonstruiert die Entstehungsbedingungen, die spezifische Eigenarten und die intellektuellen und existentiellen Implikationen, die es mit sich brachte, wenn man sich als philosophe definierte. Dabei wird gezeigt, dass Voltaire keineswegs ein Einzelfall war, sondern dass sein Habitus für jenen breiten Strom der französischen Frühaufklärung, der schließlich das Monumentalwerk der Encyclopédie hervorbrachte, charakteristisch war. Das wird im Kontext eines beschriebenen und analysierten „französischen Sonderwegs“ der Geistesgeschichte gesehen, im Zusammenhang eines „Strukturwandels der Öffentlichkeit“ in dem ein anderes Publikum figurierte als beispielsweise in Deutschland. Im zweiten Teil der Arbeit wird eine der zentralen Qualitäten eines philosophes – seine Fähigkeit zu anziehenden Narrationen und zu mittelbaren Beweisführung durch die souveräne Handhabung der Erzählung am Beispiel des von der Forschung vernachlässigten Mikromegas analysiert. Jürgen von Stackelberg hat in einer literaturwissenschaftlichen Publikation über den Konflikt zwischen Disputation und Aktion in Voltaires intellektueller Existenz hingewiesen. Diese von Stackelberg später relativierte Ansicht wurde aufgegriffen und mit Dietmar Mieths Ansatz vom Erzählen als Handeln kombiniert. Im Ergebnis werden anhand des Mikromegas Vorgangsweisen und damit verbundene Probleme des narrativen Philosophierens dargestellt und auf das Werk Voltaires bezogen. Im Lichte einer herkömmlichen Philosophiegeschichtsschreibung mit ihren weitgehend aus der Zeit nach Voltaire stammende „Ismen“ wird das Bild weiterhin unscharf bleiben – die Eigenart Voltaires, so wird sich herausstellen, ist nur in der Differenz zu herkömmlichen Philosophien fassbar.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Sonderwege in der europäischen Geistesgeschichte Anti-Philosophen Voltaires Lettres philosophiques philosophe als honnête homme Voltaires contes philosophiques Mikromegas narrative Philosophie und Wissenschaft Histoire philosophique Swift Gullivers Reisen Rabelais Fontenelle Locke Newton Pascal
Autor*innen
Magda Pfabigan
Haupttitel (Deutsch)
Voltaire als philosophe-narrative Philosophie in seinen "contes philosophiques"
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
256 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Mona Anna Singer ,
Richard Heinrich
Klassifikation
08 Philosophie > 08.20 Geschichte der westlichen Philosophie: Allgemeines
AC Nummer
AC12210135
Utheses ID
31456
Studienkennzahl
UA | 092 | 296 | |
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