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"Mamma Medea" von Tom Lanoye in der Inszenierung von Philipp Hauß am Landestheater Niederösterreich
eine Inszenierungsanalyse
Magdalena Madl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Diplomstudium Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Betreuer*in
Brigitte Marschall
DOI
10.25365/thesis.35650
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29932.95516.614066-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Medea ist bekannt als Zauberin, Giftmischerin, Verräterin und seit Euripides Drama „Medea“ (431 v. Chr.) als Kindsmörderin. Sie ist aber auch Tochter, Schwester, Mutter, Geliebte und Frau und diente aufgrund dieser scheinbar unvereinbaren Züge als Vorlage verschiedenster Kunstrichtungen. Diese Diplomarbeit untersucht die Inszenierung „Mamma Medea“ in der Regie von Regisseur Phil- ipp Hauß am Landestheater Niederösterreich im Jahr 2013 nach dem gleichnamigen Text von Tom Lanoye in Hinblick auf Aktualität, Zeitlosigkeit und inwiefern Medea heute noch als Reflexionsfi- gur dienen kann.
Mit dieser Inszenierungsanalyse, die sich großteils auf Erika Fischer-Lichtes (1983) Methode der Segmentierung der Bühnendarstellung in bedeutungstragende Zeichen und Zeichensysteme stützt, wird ein für die Theaterwissenschaft essentieller Beitrag zur Dokumentierung von Aufführungen und ein Zeugnis dieser historischen Zeit geleistet.
Die kolchische Prinzessin Medea verliebt sich unsterblich in den kühnen Griechen Jason, der in ihr Land kommt, um das Goldene Vlies zurückzuverlangen. Mit ihrer Hilfe erlangt er dieses, woraufhin eine stürmische Beziehung ihren Anfang nimmt, die auf tragische Weise in Korinth in Griechenland ihr Ende findet. Hier tötet Medea nach Euripides ihre eigenen mit Jason gezeugten Kinder, um sich an ihrem untreu gewordenen Mann zu rächen.
Lanoye basiert sein Stück „Mamma Medea“ auf Apollonios von Rhodos' Epos „Die Fahrt der Argo- nauten“ (ca. 270 v. Chr.) und Euripides' „Medea“. Die scheinbar seit Euripides existierende Kon- stante von Medea als Kindsmörderin bricht Lanoye auf, er lässt je Medea und Jason einen ihrer ge- meinsamen Söhne ermorden. Demnach wird in dieser Arbeit der Frage nachgegangen, inwiefern „Mamma Medea“ als Remythisierung, Entmythisierung oder gar Mythenkorrektur zu lesen ist. Hier wird der Schluss gezogen, dass „Mamma Medea“ eine Remythisierung ist, da Lanoye den Stoff Medea lediglich leicht adaptiert, um ihn für ein heutiges Publikum rezipierbar zu machen.
Es wird folglich das Phänomen Mythos zu fassen gesucht, um Lanoyes Textvorlage entsprechend behandeln zu können, ehe die inszenatorische Umsetzung anhand drei ausgewählter Szenen unter- sucht werden kann.
Regiekonzept, inszenatorische Fokus und die Frage, inwiefern Medea als Reflexions-, Projektions- und Identifikationsfigur dienen kann, werden analysiert und herausgearbeitet. Auch theaterwissen- schaftliche Analysemethoden werden vorgestellt und diskutiert.
Abstract
(Englisch)
Medea is known as enchantress, preparer of poison, traitor, murderer and child murderer, but Medea is also daughter, sister, mother, beloved and spouse. Due to these contradictory divergences she has been subject of many different art forms.
For this master's thesis, „Mamma Medea“, written by Tom Lanoye, realised by director Philipp Hauß at the Landestheater Niederösterreich in 2013 has been the object of research.
This study will provide insight using Erika Fischer-Lichte's (1983) method of segmentation of stage processes in meaningful signs and semiotic systems to make a contribution to theatre studies with regard to Medea's actuality and timelessness.
Medea, Caucasian princess, falls desperately in love with Jason from Greece. He has come to Col- chis to claim the Golden Fleece, which she provides for him. After a turbulent relationship between Medea and Jason they end up in Corinth, Greece, where he leaves her. According to Euripides' play „Medea“, Medea then murders her own children to take vengeance on Jason.
Lanoye rests his play „Mamma Medea“ on Apollonios of Rhodes' epos „Argonautica“ and Euripi- des' play „Medea“ and combines them. But he recedes from telling the story onesidedly by letting Medea and Jason each kill one of their sons in the end.
Accordingly, this thesis considers the question whether „Mamma Medea“ has to be accounted as re- mythologization, demythologization or correction of myth, drawing the conclusion that Lanoye me- rely adapts the myth „Medea“ to ensure a modern audience's perception. Lanoye alters the murder of the children, thus gives Jasons and Medeas relationship a new touch, however sticking to Apollo- nios' and Euripides' template which does neither offer a correction nor a revision of the myth „Me- dea“.
After analysing the textual sources, the stage realization is being examined based on three selected scenes.
Director's concept, directorial focus plus the question whether Medea is able to serve as reflecting, projecting and identificational figure are worked out. Furthermore analytical methods of theatre stu- dies are being introduced and discussed.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Medea Greek myth stage analysis Tom Lanoye Philipp Hauß
Schlagwörter
(Deutsch)
Medea Griechischer Mythos Inszenierungsanalyse Tom Lanoye Philipp Hauß
Autor*innen
Magdalena Madl
Haupttitel (Deutsch)
"Mamma Medea" von Tom Lanoye in der Inszenierung von Philipp Hauß am Landestheater Niederösterreich
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Inszenierungsanalyse
Paralleltitel (Englisch)
A staging analysis of "Mamma Medea", written by Tom Lanoye and staged by Philipp Hauß at the Landestheater Niederösterreich
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
108 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Brigitte Marschall
AC Nummer
AC12167108
Utheses ID
31592
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
