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Horváths Heimatbegriff und die Schablone des Kleinbürgers am Beispiel von „Kasimir und Karoline"
Renate Lieb
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Diplomstudium Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Betreuer*in
Monika Meister
DOI
10.25365/thesis.35670
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30364.81362.109764-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In Zeiten sozialpolitischer Unruhen und allgemeiner Unsicherheit geraten tragende, identitätsstiftende Orientierungsgerüste oft ins Wanken. Diese Zeiten macht Horváth als Erneuerer des Volksstücks zu seinem Thema. Der Schriftsteller nimmt sich im Kleinbürger eines Typus an, der in der Gesellschaft der Zwischenkriegszeit zum Verlierer wird. Eine vorgegebene Abfolge des Scheiterns nimmt ihren Lauf.
Vor dem Hintergrund der Entstehungsgeschichte der Volksstücke stellt sich die Frage, wie Horváth Heimat begreift und wie sie aufbauend darauf im Stück artikuliert wird. An diese Frage schließt sich der Untersuchungsgegenstand der Arbeit an. Es ist daher sinnvoll, zunächst das neue Volksstück Horváths und dessen bestimmenden Typus, den Kleinbürger, mit der Frage nach Heimat in einen Zusammenhang zu stellen. Eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Heimat unter Berücksichtigung kulturhistorischer und sozialpolitischer Aspekte soll weitere Kenntnisse für die praktische Auseinandersetzung mit dem Volksstück „Kasimir und Karoline“ bringen. Im Fokus steht dabei ein Überblick des tradierten Verständnisses von Heimat gegenüber dem Heimatverständnis bei Horváth sowie die Einführung des Begriffs der Nicht-Heimat, abgeleitet aus der Freud'schen Untersuchung des „Unheimlichen“.
Mit der sprachlich-stilistischen Analyse des Stückes kann die Funktion von Bildungsjargon und Stille bei Horváth aufgezeigt werden. Die nichtssagenden Phrasen des Bildungsjargons und die Zäsuren der Stille bringen eine Leere hervor, die sich in Formen der -losigkeit aller Art widerspiegelt. Die Figuren werden entlarvt als perspektivlose, seelenlose, haltlose und letztlich als heimatlose. Heimatlos ist in diesem Zusammenhang nicht im Sinn eines akuten Verlustes von Heimat zu verstehen, sondern eines Zustandes, wo Heimat als solche nicht-ist.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Horváth Heimat Kleinbürger Volksstück
Autor*innen
Renate Lieb
Haupttitel (Deutsch)
Horváths Heimatbegriff und die Schablone des Kleinbürgers am Beispiel von „Kasimir und Karoline"
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
121 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Monika Meister
Klassifikation
24 Theater > 24.03 Theorie und Ästhetik des Theaters
AC Nummer
AC12175896
Utheses ID
31610
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
