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Die Teilung der Tschechoslowakei 1992 und eine Analyse ihrer historischen Ursachen
Albrecht Bauer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Arnold Suppan
DOI
10.25365/thesis.3614
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29549.99986.555060-4
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Tschechoslowakei wurde am 28. Oktober 1918 als Nachfolgestaat Österreich-Ungarns gegründet, aber mehr als sieben Jahrzehnte später am 01. Jänner 1993 aufgelöst. Ihre Teilung ist auf einen nationalen Konflikt zwischen Tschechen und Slowaken zurückzuführen, der seinen Ausgangspunkt zu Beginn der Ersten Republik der Tschechoslowakei (1918 - 1938) nahm. Entgegen der tschechischen Zusicherung die staatliche Macht mit den Slowaken zu teilen und ihrem Landesteil weitergehende Autonomie zu überantworten, waren die Slowaken eine Minderheit in der tschechisch dominierten Ersten Republik. Versuche, die slowakische Frage, also eine staatliche Gleichberechtigung zwischen Tschechen und Slowaken, dauerhaft zu lösen, erfolgten in den Krisenjahren 1938, 1945 und 1968 nur ungenügend, sodass die kommunistische Diktatur in der Tschechoslwoakei (1948 – 1989) den tschechisch-slowakischen Konflikt konservierte. Dieser Konflikt brach allerdings mit der demokratischen Wende ab 1989 wieder aus und führte schließlich zur Teilung der Tschechoslowakei 1992. Zwischen 1989 und 1992 verhandelten Tschechen und Slowaken über eine Neudefinition ihres staatlichen Zusammenlebens und eine Staatsform, die den Ansprüchen slowakischer Autonomiewünsche und dem tschechischen Wunsch nach funktionierender Gesamtstaatlichkeit gerecht werden sollte. Obwohl sich beide Seiten um den Fortbestand des Staates bemühten, erwiesen sich die slowakische Befürchtung vor einer wiederkehrenden tschechischen Dominanz und die tschechische vor einer instabilen Föderation als zu groß, um dauerhafte politische Kompromisse aushandeln zu können. Infolge wirtschaftlicher Umbrüche und parteipolitischer Fragmentierungen nahmen die gesllschaftlichen Differenzen zwischen beiden Landesteilen zu. Daher waren weder die slowakische Partei HZDS noch die tschechische ODS, die 1992 die Wahlen gewannen, bereit, von ihren extrem unterschiedlichen Standpunkten zu einer künftigen Staatsform abzurücken, wodurch eine friedliche Aufteilung des Staates als einziger politischer Kompromiss zustande kam. Einvernehmlich wurde nun ausverhandelt, dass die Tschechische und Slowakische Republik am 01. Jänner 1993 als Nachfolgestaaten der Tschechoslowakei gegründet werden. Der Teilungsvorgang wurde zwar parlamentarisch legal beschlossen, allerdings konnte die Bevölkerung niemals darüber abstimmen.
Resümee: Die Teilung der Tschechoslowakei ist darauf zurückzuführen, dass es Tschechen und Slowaken zwischen 1918 und 1992 nicht gelungen war, eine gleichberechtigte, funktionsfähige Form staatlichen Zusammenlebens zu entwickeln.
Abstract
(Englisch)
The Republic of Czechoslovakia was founded on the 28th of October 1918, as a successor-state of the Austro-Hungarian Empire, but was dissolved more than 70 years later, on the 1st of January 1993. The division happened due to growing national tensions on both the Czech and the Slovak sides. This conflict began during the First Republic of Czechoslovakia (1918 - 1938). Contrary to the Czech concession to divide the power with Slovaks and tolerate their autonomy, the Slovaks became more or less a minority in the Czech-doninated First Republic. Attempts to solve the Slovak question and create equal rights for both were made during the crises of 1938, 1945 and 1968. However, these were insufficient, and the main conflict was preserved throughout the communistic dictatorship of Czechoslovakia (1948-1989). During 1989, when the democratic change occurred, the conflict resurfaced, and Czechoslovakia was finally divided in 1992. Between 1989 and 1992, was a constant negotiation for the distribution of rights within their new democracy that would honor the Slovak request for autonomy. Although both sides were interested in a continuation, eventually, the two sides were unable to reach a satisfactory compromise due to the Slovak fear of a repetition of Czech dominance, and from the Czechs, the fear of an unstable federation. In addition, economic changes and political party disbandments caused the social differences to grow constantly. Hence, neither the Slovak HZDS-party nor the Czech ODS, which won the elections in 1992, was willing to leave their radical point of view of a future form of government, whereby a peaceful allocation of the state was the only compromise left. Accordance was decided that the Czech Republic and the Slovak Republic, as succession countries of Czechoslovakia, would become their own states on the 1st of January 1993. The divide was concluded as a parliamentary legal procedure, however, a vote on the issue was never extended to the general populace.
Resume: The reason for the division of Czechoslovakia leads back to their inability to develop an equal, operable form of a combined nation of Czechs and Slovaks between the years 1918 and 1992.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Czechoslovakia Divorce 1992
Schlagwörter
(Deutsch)
Tschechoslowakei Teilung 1992
Autor*innen
Albrecht Bauer
Haupttitel (Deutsch)
Die Teilung der Tschechoslowakei 1992 und eine Analyse ihrer historischen Ursachen
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
160 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Arnold Suppan
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte ,
15 Geschichte > 15.49 Ostmitteleuropa
AC Nummer
AC07507652
Utheses ID
3173
Studienkennzahl
UA | 190 | 313 | 333 |
