Detailansicht

Trotzdem ja zu Filmen sagen?
zur filmischen Darstellung von Entwicklungsverläufen bei Gefangenen in Konzentrationslagern
Bernadette Düll
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Diplomstudium Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Betreuer*in
Klaus Samuel Davidowicz
Volltext herunterladen
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.35908
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29349.55417.905464-6
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Dieser Arbeit liegt die Fragestellung zugrunde, inwiefern Entwicklungsabläufe im Erleben von Häftlingen in einem Konzentrationslager in Spielfilmen dargestellt werden und wie diese mit psychologischen Theorien übereinstimmen. Wir wissen, dass Spielfilme spannend, komödiantisch, dramatisch oder satirisch sein können. Im Mittelpunkt steht stets, dass das Publikum unterhalten werden soll; es soll mitfühlen, in welcher Hinsicht auch immer. Das höchste Ziel scheint zu sein, Menschen zum Lachen, Weinen oder Nachdenken zu bringen. Es stellt sich nun die Frage, ob Filme, die sich mit dem Thema Holocaust auseinandersetzen, eine ähnliche oder gar gleiche Zielsetzung haben, oder vielmehr eine aufklärende Funktion im Vordergrund steht. Dass das Geschichtsverständnis durch das Medium Film geprägt wird, ist keine Neuigkeit. Insbesondere durch Spielfilme werden zahlreiche Menschen erreicht, so ist es nicht verwunderlich, dass auch der Holocaust thematisiert und in eine narrative Geschichte eingebaut wird. Individuelle Schicksale berühren das Publikum und im besten Fall wird Interesse an den Geschehnissen rund um den Zweiten Weltkrieg geweckt. Zentral in der vorliegenden Arbeit war daher der Frage nachzugehen, ob der Holocaustfilm nun zur historischen Aufklärung oder doch allein der Unterhaltung dient. Eine möglichst wirklichkeitsgetreue Darstellung scheint jedenfalls eines der wichtigsten Anliegen zu sein, wenn sich FilmemacherInnen ernsthaft mit dem Holocaust auseinandersetzen wollen. Durch die Konzentration auf Authentizität, vor allem hinsichtlich visueller Anhaltspunkte, wie Kostüme und Kulisse, geschieht es nicht selten, dass historische Fakten in den Hintergrund rücken und die Realität verharmlost oder verfälscht wird. Die Arbeit vergleicht psychologische Beiträge mit zwei Filmen, um auf Gemeinsamkeiten zwischen schriftlicher Überlieferung und filmischer Darstellung zu verweisen. Viktor E. Frankl, ein aus Österreich stammender Psychologe, entwickelte das Drei-Phasen-Modell in seinem Buch ‚...trotzdem ja zum Leben sagen’, welches als Hauptwerk in der vorliegenden Arbeit herangezogen wird. Durch Ergänzungen in erster Linie von Primo Levi und Bruno Bettelheim versucht die Arbeit einen Überblick zu verschaffen, wie sich die Persönlichkeit eines Menschen in der Extremsituation Konzentrationslager verändert hat. Bei den Filmen handelt es sich um zwei Produktionen unterschiedlicher Länder und Jahrzehnte. BENT von Sean Mathias, der neuere Film der beiden, kam 1997 in England heraus. Er erzählt vom Schicksal eines Homosexuellen, der seine Identität aufgeben muss, um sein Überleben zu sichern. KAPÓ von Gillo Ponecorvo, eine italienische Produktion, rückt den sozialen und moralischen Verfall eines jungen Mädchens in den Mittelpunkt der Geschichte. Beide Filme haben ihre Stärken hinsichtlich einer wirklichkeitsgetreuen Darstellung, aber auch einige Punkte, die in dieser Arbeit kritisiert werden. Schließlich weist die Arbeit daraufhin, dass es einerseits Übereinstimmungen in den schriftlichen Überlieferungen und der filmischen Darstellung gibt, aber andererseits existieren auch Lücken, die in der Arbeit ebenfalls beleuchtet werden.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Film Holocaust Darstellbarkeit Frankl Viktor E
Autor*innen
Bernadette Düll
Haupttitel (Deutsch)
Trotzdem ja zu Filmen sagen?
Hauptuntertitel (Deutsch)
zur filmischen Darstellung von Entwicklungsverläufen bei Gefangenen in Konzentrationslagern
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
144 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Klaus Samuel Davidowicz
Klassifikation
24 Theater, Film, Musik > 24.31 Systematische Filmwissenschaft
AC Nummer
AC12291721
Utheses ID
31826
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1