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Rewollution 2.0 - Knit-it-yourself!
medialer Strickaktivismus und Digitalisierung der Handarbeit in Social Media
Kaija Wesemann
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Diplomstudium Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Betreuer*in
Ramón Reichert
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.35989
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29283.79172.446453-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Heute lässt sich eine „Handarbeitsrevolution“ beobachten, bei der traditionelle Kulturtechniken, wie das Stricken, Häkeln und Sticken, durch Prozesse der Umkodierung „wiederaufleben“. In diesem Zusammenhang kann gefragt werden, welche Bedingungen dazu führen konnten, dass die Hand- und Nadelarbeiten gerade gegenwärtig eine affirmative Neubewertung erfahren. Die Diplomarbeit versucht die Phänomene der Neuetablierung traditioneller Hand- und Nadelarbeiten dabei vor allem vor dem Hintergrund eines neuen Mediengebrauchs zu ergründen, da sich heute feststellen lässt, dass die analogen Kulturtechniken zunehmend zum Interessengegenstand sozialer Netzwerke und mit digitalen Praktiken der Identitätsbildung im Cyberspace verknüpft werden. Die Überführung von der privaten Häuslichkeit in neue, öffentliche Kontexte, scheint dabei großen Einfluss auf die Wahrnehmungs- und Funktionsweise von Hand- und Nadelarbeiten zu nehmen, wie sich dies auch am historischen Vorläufer des „Strickaktivimus“ beobachten lässt. Erst durch das Heraustreten der französischen „Tricoteuses“ (Strickerinnen) aus dem Bereich des „privé“ und durch das Eintreten in die politische Öffentlichkeit als „femmes actives“, konnten auch die Nadelarbeiten mit neuen Sinnzuschreibungen belegt werden und einen mythischen Charakter annehmen. Während des 19. Jahrhunderts wurden die emanzipatorischen Zuschreibungen zugunsten patriarchaler Machtstrategien vollständig abgelöst und die Nadelarbeiten wurden nachhaltig mit disziplinierenden Inhalten und einem stereotypen Rollenbild der Frau als gehorsame, sittliche Hausfrau verknüpft. Die aktuellen Phänomene der Neuetablierung traditioneller Hand- und Nadelarbeiten, insbesondere im Rahmen der „Craftivism“-Bewegung, scheinen die Kulturtechniken zunehmend von pejorativen Zuschreibungen zu befreien, indem sie abermals zum Gegenstand des Öffentlichen und Gemeinsamen gemacht werden. Die Hand- und Nadelarbeiten werden dabei als politisch-aktivistische und kulturell-subversive Aktionen einerseits in den Stadtraum getragen, andererseits sind sie ebenso Bestandteil des sozialen Netzes. Durch frei verfügbare und selbstermächtigende Produktionsmittel der Social Software, werden die Hand- und Nadelarbeiten im sozialen Netz mit neuen Sinnzuschreibungen von Kreativität, Kollektivität und Autonomie in Verbindung gebracht und bewirken, durch die Einbettung in moderne, „coole“ Kontexte, dass sich die analogen Kulturtechniken vom historischen Leitbild des 19. Jahrhunderts distanzieren und an affirmativer Neubewertung erfahren können.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Handarbeit Digitalisierung Stricken Aktivismus Strickaktivismus Social Media Social Web Revolution
Autor*innen
Kaija Wesemann
Haupttitel (Deutsch)
Rewollution 2.0 - Knit-it-yourself!
Hauptuntertitel (Deutsch)
medialer Strickaktivismus und Digitalisierung der Handarbeit in Social Media
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
166 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ramón Reichert
Klassifikation
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.00 Wissenschaft und Kultur allgemein: Allgemeines
AC Nummer
AC12219686
Utheses ID
31900
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
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