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Sichtweisen und Kompetenzen von LehrerInnen mit kultureller Vielfalt im Schulsport
Marketa Wojnar
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Bewegung und Sport UF Psychologie und Philosophie
Betreuer*in
Clemens Ley
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.36253
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30269.02147.716062-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Im Zuge von Migrations- und Globalisierungsprozessen ist das gemeinsame Leben von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen in allen gesellschaftlichen Bereichen nicht mehr wegzudenken. Die Präsenz von Individuen und Gruppen anderer Kulturen vor allem auch in den Schulen und Sporthallen deutlich bemerkbar und im Grunde zur Normalität geworden. In der Bildungsinstitution, als wesentliche Quelle Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu prägen, ist es von hoher Relevanz kulturelle Heterogenität als bereichernd wahrzunehmen sowie deren Anknüpfungsmöglichkeiten zu erkennen und in das alltägliche Schulleben zu integrieren. Die Arbeit zeigt auf, wie komplex und weiterhin aktuell interkulturelle Fragestellungen sind. Welchen kulturellen Überscheidungssituationen SportlehrerInnen unterliegen, was und wie sie dazu beitragen sich Gemeinsamkeiten und Widersprüche zu eigenen kulturellen Orientierungssystemen bewusst zu machen oder andere Formen des Wahrnehmens dafür zu nutzen, unterschiedliche Wert- und Handlungsvorstellungen verstehen zu lernen und sich damit auseinanderzusetzen. Die Aktualität und die wenigen Untersuchungen zu SportlehrerInnen-Kompetenzen hinsichtlich kultureller Vielfalt sind die wesentlichen Gründe für die Auswahl der Thematik. Mittels geeigneter Literatur und dem untersuchten Feld soll ein Einblick in die kulturell heterogene Schul(sport)realität sowie der Sichtweisen und Handlungsweisen von Sportlehrkräften gegeben werden. In Anlehnung an ähnliche Studien zum Umgang von (Sport)lehrerInnen mit interkulturellen Schulklassen in der Literatur und quantitative Untersuchungsdesigns zur interkulturellen Kompetenz wurde ein Interviewleitfaden erstellt und halbstrukturierte Interviews mit AHS-SportlehrerInnen durchgeführt. Um die Vergleichbarkeit der Interviews untereinander zu gewährleisten und den Fokus bei der Thematik Kulturelle Vielfalt auf den Sport(unterricht) mit all seinen vielseitigen Potenzialen legen zu können wurde Lehrpersonal, dass eine intensive und vielseitige Ausbildung im Bereich Bewegung und Sport besitzt herangezogen. Insgesamt resultierten daraus 14 leitfadengestützte Interviews, die durchschnittlich ca. 35 Minuten dauerten. Die Interviewfragen konzentrierten sich auf drei Themenschwerpunkte: Einstellungen, Kompetenzen und Umsetzung kultureller Vielfalt im Sport, die auf Grundlage der Literatur über interkulturellen Unterricht formuliert wurden. Hinterher wurden die Aussagen der InterviewteilnehmerInnen zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Mayring untersucht, mittels der die Ergebnisse aus der qualitativen Analyse und der mit diesen in Verbindung gesetzten Theorieteil decken verschiedene interkulturelle Situationen auf und geben Anregungen Ressourcen einer kulturell heterogenen Sportklasse auszubauen. Mit Hilfe der Resultate konnten viele verschiedene Einstellungen und Umgangsweisen von SportlehrerInnen angeführt werden. Auch insbesondere positive und kritische Betrachtungen sowie Hauptanliegen und Unterschiede im Kontext kultureller Vielfalt in der Sportklasse identifiziert werden. Die SportlehrerInnen haben grundsätzlich einen positiven Blick auf die Interkulturalität einer Sportklasse, dennoch führt die unumgängliche Konfrontation anderer Wert- und Normorientierungen oder unterschiedlicher, kulturell bedingter Lebensweisen zu kritischen Ansichten oder auch Situationen. Hauptsächlich in der Auseinandersetzung mit den Eltern aus anderen Kulturen treten Konfliktpotenziale auf, die in den meisten Fällen nicht gelöst werden. Dabei handelt es sich laut den Interviewaussagen hauptsächlich um die Wertigkeit des Frauensports und Inkompatibilitäten der Geschlechterverhältnisse, ebenso in Bezug der LehrerInnen und Elternkommunikation. Die Auslegung der Schule und ebenso das Einbeziehen der facettenreichen Hintergründe der SchülerInnen im Sport und allgemein können in vielfacher Hinsicht ausgebaut und erweitert werden, da kaum Aufmerksamkeit in Richtung interkultureller Bezüge geschenkt wurde. Dabei werden sehr unterschiedliche Begründungen der LehrerInnen identifiziert. Sie können keiner spezifischen Richtung zugeordnet werden. Das Unterrichtprinzip Interkulturelles Lernen, dass in allen Lehrplänen verankert ist, wird nicht im definierten Sinne auf alle Unterrichtfächer (im Schulsport) eingeschlossen bzw. selten ausdifferenziert als bereichernde Ausgangsquelle erkannt, die dazu anregen kann Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu entdecken und wertzuschätzen. Des Weiteren konnte auf Basis der Interviews herausgestellt werden, dass kulturell bedingte Momente oder Diskrepanzen im Mädchensport als häufiger und intensiver bewertet werden als im Bubensport. Als Erklärung werden die anderen Wertvorstellungen sowie Religiosität angegeben. In dem Kontext wird die Elternkooperation im Bubensport ebenso als weniger kompliziert und mühevoll beurteilt. Aus dieser Arbeit lässt sich schließen, dass verschiedene oder auch entgegengesetzte Werte einer Auseinandersetzung bedürfen um ein gemeinsames Neues zu finden. Dazu ist zukünftig nicht nur eine positive Grundhaltung nötig, sondern ebenfalls flexible, kreative, neue Wege, um sowohl in der Schule als auch in gesellschaftlich-politischer Ebene, allen Bedürfnissen gerecht zu werden und Lösungen die für alle zufriedenstellend sind zu schaffen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Migration interkulturelles Lernen Schulsport Sportunterricht Wien
Autor*innen
Marketa Wojnar
Haupttitel (Deutsch)
Sichtweisen und Kompetenzen von LehrerInnen mit kultureller Vielfalt im Schulsport
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
183 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Clemens Ley
Klassifikationen
76 Sport > 76.11 Sportsoziologie, Sportpsychologie ,
80 Pädagogik > 80.46 Bewegungserziehung
AC Nummer
AC12212026
Utheses ID
32133
Studienkennzahl
UA | 190 | 482 | 299 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1