Detailansicht
Der Widerhall der Wahrnehmung
das Hören im Kontext sinnlicher Subjektivierung
Julian Eidenberger
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Philosophie
Betreuer*in
Georg Stenger
DOI
10.25365/thesis.36307
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30402.43993.919466-5
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Der Arbeit liegt die Überlegung zugrunde, dass jeder der fünf Sinne – Sehen, Hören, Tasten, Schmecken und Riechen – eine je spezifische Form von Subjektivität, ja sogar ein je eigenes „Subjekt“ impliziert. Diese Prämisse erlaubt es, den in der Philosophiegeschichte vorherrschenden substanziellen Subjektbegriff als Produkt einer mehr oder weniger ausdrücklichen Bevorzugung des Sehens zu begreifen – und ihm in kritischer Absicht die anderen, meist vernachlässigten „Sinnes-Subjekte“ zur Seite zu stellen. Als methodische Grundlage dient dabei die Phänomenologie (und ihr Korrelationsapriori) – insbesondere Merleau-Ponty („Phänomenologie der Wahrnehmung“) mit seiner Betonung der Leiblichkeit des Wahrnehmens gegenüber dem rein erkenntnismäßigen Paradigma von Descartes und Kant.
Aufgrund der „Selbstentzweiung“ – der Zeitlichkeit der (Selbst-)Affektion – die im Hören angelegt ist, besitzt dieses zweifellos eine ganz besondere Eignung als kritische Instanz gegenüber dem auf „Einheit“ und „Substanz“ insistierenden videozentrischen Subjekt-Paradigma; ein Umstand, der gerade in der französischen (Post-)Phänomenologie registriert wurde und wird. Nicht zuletzt wegen dieser Eignung steht auch in der vorliegenden Masterarbeit das Hören im Vordergrund. Ihr Hauptziel ist dementsprechend, dieses „Subjekt des Hörens“ detailliert auszuarbeiten, und aufzuzeigen, inwiefern es den oft selbstverständlich vorausgesetzten, videozentrischen Subjektbegriff in Frage stellt.
Schließlich soll in der Arbeit angedeutet werden, welche Rolle die Kunst bei einer solchen Revision des visuell dominierten Subjektbegriffs spielen könnte. Ausgehend von der Kritik am klassischen Musikhören von John Cage und Roland Barthes soll aufgezeigt werden, wie ein anderes Musikverständnis und eine neue Musik (analog zu Merleau-Pontys Aufsatz) dem Subjekt des Hörens wieder Geltung verschaffen könnten. Dies würde zugleich die (Ton-)Kunst als eine Instanz der Neugestaltung von Subjektivität verstehbar machen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Phänomenologie Wahrnehmung Sinnesmodalitäten Hören Korrelationsapriori Antivideozentrismus Subjektivierung
Autor*innen
Julian Eidenberger
Haupttitel (Deutsch)
Der Widerhall der Wahrnehmung
Hauptuntertitel (Deutsch)
das Hören im Kontext sinnlicher Subjektivierung
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
111
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Georg Stenger
AC Nummer
AC12306715
Utheses ID
32180
Studienkennzahl
UA | 066 | 941 | |
