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Die Bedeutung der Persönlichkeit beim Auszug aus dem Elternhaus in der Phase "emerging adulthood"
Julia Friess
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Diplomstudium Psychologie
Betreuer*in
Ulrike Sirsch
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.36368
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30132.54828.834763-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In den letzten Jahrzehnten kam es zu massiven Veränderungen der Entwicklung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Gesellschaft. Heirat und Elternschaft werden zunehmend aufgeschoben, Ausbildungswege verlängern sich und der Einstieg in das Berufsleben findet immer häufiger in einem späteren Lebensalter statt (Arnett, 2000a, 2004, 2011). Der Auszug aus dem Elternhaus unterliegt ebenfalls einem ständigen Wandlungsprozess, welcher lange Zeit ein Forschungsschwerpunkt der soziologischen Forschung war, psychologische Aspekte gewannen erst Ende der 1990er Jahre an Bedeutung (Papastefanou, 2002). Ziel der vorliegenden Arbeit war es das Auszugsverhalten junger Menschen mit ihrer individuellen Persönlichkeitsstruktur in Beziehung zu setzen. Zur Beantwortung der Fragestellungen wurden 467 Personen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren anhand eines Online-Survey, welcher soziodemographische Fragen, Fragen zum Auszugsverhalten, sowie zur Erfassung der Persönlichkeit das NEO-Fünf-Faktoren Inventar (NEO-FFI von Borkenau & Ostendorf, 1993) umfasst, befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass Personen, die früher ausziehen, signifikant höhere Werte in der Skala „Offenheit für Erfahrungen“ haben. Papastefanou (1997, 2003) beschreibt den Auszug aus dem Elternhaus als eine Phase massiver Veränderungen, die eine Neuorganisation notwendig machen. Personen mit hohen Werten auf der Skala „Offenheit für Erfahrungen“ lieben die Abwechslung und neigen zu unkonventionellen Einstellungen (Borkenau & Ostendorf, 1993) und scheinen aufgrund ihrer Einstellung früher auszuziehen. Hinsichtlich der Motive des Auszuges zeigt sich, dass Personen, die angegeben haben aufgrund des Wunsches nach Selbstständigkeit ausgezogen zu sein, jeweils signifikant niedrigere Ausprägungen in der Skala „Neurotizismus“ haben, als jene, die aufgrund ausbildungs- und berufsbezogener Gründe und jene, die in Folge familiärer Probleme bzw. familiärer Enge ausgezogen sind. Laut einer Studie von Zupancic und Kavcic (2014) spielen hohe Ausprägungen in der Skala Neurotizismus eine entscheidende Rolle bei Problemen in der Individuation. Die Erkenntnisse der vorliegenden Arbeit lassen vermuten, dass der Wunsch nach Selbstständigkeit nur entstehen kann, wenn als Voraussetzung eine gewisse emotionale Stabilität gegeben ist. In Bezug auf die Auswirkungen auf die einzelnen Lebensbereiche konnten die Ergebnisse von Geserick (2011) repliziert werden. Junge Menschen sehen durch den Auszug Verbesserungen im emotionalen Bereich (Autonomie, Partnerschaft und Freundschaft), aber wesentliche Verschlechterungen der finanziellen Situation. Personen, die bereits ausgezogen sind bewerten die Auswirkungen in diesen Bereichen signifikant positiver, als jene, die noch im Elternhaus leben. In Hinblick auf die Auswertung der offenen Fragen wird vor allem eines deutlich: Selbstständigkeit und Unabhängigkeit scheinen eine wesentliche Rolle beim Auszug aus dem Elternhaus zu spielen. Die Erkenntnisse der vorliegenden Arbeit zeigen, dass die Persönlichkeit eine nicht unbeträchtliche Rolle beim Auszug aus dem Elternhaus spielt.
Abstract
(Englisch)
In the recent decades there were massive changes in development of adolescents and young adults in society. Marriage and parenthood are increasingly postponed, educational paths are extended and the entry into working life is becoming more common in later life course (Arnett, 2000a, 2004, 2011). Leaving the parental home as well tends to be a steady changing process, which had been long time a focus of sociological research, psychological aspects gained in the late 1990s in importance (Papastefanou, 2002). The aim of the present study was to relate the behaviour of leaving the parental home to the individual personality structure. For answering the research questions 467 people between age 18 and 30 were asked to complete an Onlinesurvey, which contained questions about sociodemographic aspects, questions about leaving the parental home and the NEO-Five-Factor Inventory (NEO-FFI by Borkenau & Ostendorf, 1993). Results show that people, who leave the parental home earlier, have significant higher scores in „Openess to Experience“. Papastefanou (1997, 2003) describes leaving the parental home as period of massive changes, which make reorganisation necessary. People with high scores in „Openess to Experience“ love variety, are likely to have unconventional attitudes (Borkenau & Ostendorf, 1993) and appear to leave parental home earlier. Regarding the motives of leaving home results show that people who leave home because of the desire for autonomy, have significant lower scores in „Neuroticism“ than those who leave home due to education and work or family problems. According to a study by Zupancic and Kavcic (2014) high scores in „Neuroticsm“ play a crucial role in problems of individuation. Results of the present work indicate that the desire of autonomy only arises if a certain emotional stability excists. In terms of the impact of individual areas of life, the results of Geserick (2011) could be replicated. Young people see improvements in the emotional domain (autonomy, partnership and friendship), but a significant deterioration of the financial situation. People who already left parental home see the impact in this areas significantly more positive than those who live in parental home. According to the analysis of open questions one aspect is obvious: autonomy appears to play an important role in leaving the parental home. The findings of the present study show that the personality plays a not inconsiderable role in leaving the parental home.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
developmental psychology emerging adulthood leaving parental home personality
Schlagwörter
(Deutsch)
Entwicklungspsychologie Emerging adulthood Auszug aus dem Elternhaus Persönlichkeit
Autor*innen
Julia Friess
Haupttitel (Deutsch)
Die Bedeutung der Persönlichkeit beim Auszug aus dem Elternhaus in der Phase "emerging adulthood"
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
207 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ulrike Sirsch
Klassifikation
77 Psychologie > 77.59 Entwicklungspsychologie: Sonstiges
AC Nummer
AC12240974
Utheses ID
32237
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
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