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Antonin Artauds Theaterentwurf als Kulturkritik
Sylvia Fahnler
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Diplomstudium Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Betreuer*in
Monika Meister
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.36429
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29736.70731.905954-3
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Diplomarbeit stellt Artauds Theaterkritik als immanente Kultur-, Gesell-schafts- und Lebenskritik vor und beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit jenen As-pekten des Theaters, aufgrund derer es für Artaud prädestiniert erscheint, eine aktive Rolle bei der geforderten Transformation der Gesellschaft zu übernehmen. Dabei verweist bereits die formale Qualität von Artauds Schriften auf seine inhaltlichen Inten-tionen und zeichnet sich ursächlich für die Herausforderung in Bezug auf seine Klassifizierung und die Feststellung von Widersprüchlichkeiten im Œuvre Artauds. Eine Bezugsetzung mit dem überkommenen Kulturbegriff dient zur Erläuterung von Artauds Kritik an überkom-menen Wertvorstellungen, aus der er seine Vorstellung einer wirkenden Kultur entwirft. Dabei wird bereits das, was wir gemeinhin heute unter Theater und Kultur verstehen, als ver-kürzte und ungenügende Wirklichkeitskonstruktion bloßgelegt. Die Forderung nach einer neuen Gesellschaft könne nur durch eine alle gesellschaftlichen Werte und Systeme umfas-sende Revolution und einem neuen Verständnis vom Leben erreicht werden. Die Beschäfti-gung mit dem Menschen, auf dessen Veränderung die geforderte Revolution abzielt, ist dabei Dreh- und Angelpunkt des Theaters. Die Entwicklung des neuen Theaters könne sich erst komplementär mit der Entwicklung einer neuen Gesellschaft und einer neuen Vorstellung vom Leben vollziehen. Dabei geht es inhaltlich zentral um einen Prozess der Bewusstwerdung, welcher als zunächst heftiger, innerer Kampf beschrieben wird, den Theater bei Publikum sowie Schauspielern initiieren solle. Dieser könne zwar äußerlich unterstützt, müsse aber in letzter Instanz von jedem selbst vollzogen werden. Als interessanter Querverweis bietet sich ein Blick auf die modernen Naturwissenschaften, genauer der Physik, an. Wie Artaud beschäftigt sie sich letztlich mit dem Leben und seinen Prinzipien. Aus den Erkenntnissen der Quantenphysik und Relativitätstheorie entsteht dabei ein revolutionäres neues Bild von der Welt, das im Grunde mit Jahrtausende alten Wahrheiten korrespondiert und sich über weite Teile mit Artauds Kulturentwurf deckt. Dennoch hinterließen weder diese revolutionären Erkenntnisse noch Artauds Bemühungen um die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Denkens und Handelns nennenswerte Auswirkungen im „Alltagsleben“. Primär aufgrund der rationalen Fixiertheit der modernen Gesellschaft, die ihr durchaus auch noch heute attestiert werden kann, bleibe das Theater für Artaud daher „die am schwierigsten zu rettende Sache auf der Welt“.
Abstract
(Englisch)
This study presents Artauds criticism of theater as the criticism of culture and advanced civilisation. It addresses the aspects of theater, that allow it - according to Artaud - to play an active role in the transformation of civilisation. The quality of his writings refers to his substantial intentions to initiate a cultural revolution and is indicative of the challenge of its classification. The study explains, in correlation to the traditional definitions of civilisation and culture, Artauds criticism of traditional values, which leads to his vision of an active civilisation and culture. His concept fundamentally challenges modern definitions of theater, civilisation and culture fundamentally and presents them as insufficient constructions of reality. The claim for a new civilisation can only be achieved through an elementary revolution of all existing values and systems, and the establishment of a new apprehension of the essence of life. The preoccupa-tion with the entity of human nature, which is seen as the source of its indented transfomation process, is determined to be the crucial assignment of theater. As a result the development of the new theater, can only be achieved by a parallel development of human nature, civilisation and perception of life. Its role in the process of raising consciousness is prerequisite for its establishment. It is described as an intense inner battle of good an d bad within the audience and the actors. While this inner battle can be enpowered and supported through outside action, it can ultimately only be established through personal commitment. Finally an interesting reference to modern physics is presented. Similar to Artaud, modern physics addresses the principles of life. The insights of quantum physics and the theory of relativity, which outlines a revolutionary picture of the world, correspond to ancient wisdom and correlates to Artauds vision of theater. Neither those revolutionary findings nor Artauds efforts to emphasize the necessity of holistic thinking and actions, left considerable impacts in everyday life. As a result, because of todays rational orientation of modern civilisation, rescuing theater remains, according to Artaud, „the most difficult thing in the world“.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Antonin Artaud Kulturkritik
Autor*innen
Sylvia Fahnler
Haupttitel (Deutsch)
Antonin Artauds Theaterentwurf als Kulturkritik
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
131 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Monika Meister
Klassifikation
24 Theater > 24.03 Theorie und Ästhetik des Theaters
AC Nummer
AC12406694
Utheses ID
32295
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
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