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Gewerkschaftliche und betriebliche Mitbestimmung in Kroatien
zur Transformation der Abeitsbeziehungen nach dem Ende der jugoslawischen Arbeiterselbstverwaltung
Angela Wieser
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie Politikwissenschaft
Betreuer*in
Dieter Segert
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.36793
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29495.86350.630055-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Dissertation analysiert betriebliche und gewerkschaftliche Mitbestimmung in Kroatien nach 1990. Ausgehend von der Erkenntnis, dass eine demokratietheoretische Untersuchung der Systemtransformation den Blick auf die Schnittstelle von Wirtschaft und Politik lenken muss, wird die Entscheidungsfindung an eben dieser Schnittstelle eruiert. So widmet sich die Abhandlung der Mitbestimmung im Arbeitsbereich, dem Einfluss von ArbeitnehmerInnen auf den postsozialistischen Reformprozess und den Funktionen von Mitbestimmung für die Demokratie. In der Analyse gewerkschaftlicher Mitbestimmungsprozesse auf gesamtstaatlichem Niveau wird deutlich, dass diese von einer Diskrepanz zwischen vorgesehenen und umgesetzten Einflussmöglichkeiten gekennzeichnet sind. Darüber hinaus haben die gewerkschaftliche Selbstpositionierung in Eigentumsfragen der ehemaligen öffentlichen Unternehmen und die Fragmentierung der kroatischen Gewerkschaften ihre demokratischen Regulierungs- und Kontrollfunktionen stark eingeschränkt. Obwohl gezeigt wird, dass verstärkte Mitbestimmungsmöglichkeiten in Betrieben humane Arbeitsbedingungen und erhöhte Arbeitszufriedenheit zur Folge haben, besteht auch auf betrieblicher Ebene in Kroatien ein Graben zwischen den rechtlich vorgesehenen Mitbestimmungsmöglichkeiten und ihrer Umsetzung. Sowohl auf gesamtstaatlicher als auch auf betrieblicher Ebene werden daher neue Formen der Mitbestimmung gesucht. Der Untersuchung neuer, unkonventioneller Einflussmöglichkeiten dient die exemplarische Analyse der Firma ITAS, die zu hundert Prozent im Eigentum ihrer MitarbeiterInnen steht. Der Fall ITAS zeigt deutlich, dass ein Mehr an betrieblicher Mitbestimmung zur Erfüllung demokratischen Funktionen wie der humanen Gestaltung der Arbeitsbedingungen, der Arbeitsplatzsicherheit, gerechter Entlohnung und Arbeitszufriedenheit beitragen kann. Auch die Spillover-Funktion von betrieblicher Mitbestimmung – ihr Potenzial, die Praxis von Mitbestimmung auf andere Lebensbereiche der MitarbeiterInnen zu übertragen – wird anhand von ITAS analysiert. Obwohl die Resultate in dieser Fallstudie ambivalent sind, wird doch das Lösungspotenzial einer solchen ausgeweiteten Mitbestimmung und Selbstorganisation ersichtlich. In Zeiten der Krise der Demokratie, in der postdemokratische Phänomene ihr Funktionieren unterlaufen, können neue Formen der betrieblichen Partizipation die Handlungsfähigkeit der Bürgergesellschaft stärken, und ist es für die Demokratietheorie von Relevanz, sich auch solchen Formen der Mitbestimmung in der Ökonomie zu widmen.
Abstract
(Englisch)
The intersections between politics and economy have become an increasingly relevant topic in democratic theory. In order to examine one of such interconnections, this doctoral thesis looks at workers’ participation in a firm in Croatia after the end of Yugoslav self-management. Especially the questions of how unions were able to influence the post-socialist transformation, how workers’ participation changed at the level of enterprises and to which degree these developments had repercussions on Croatian democracy were focused on. Analysing the participation of unions in the post-socialist reform process at the state level, a discrepancy between formally designated and actually implemented forms of participation can be observed. This discrepancy was also caused by breakup of Croatian unions after 1990 as well as their passiveness during the privatisation process of formerly state-owned enterprises. But also at the level of enterprises, a lack of implementation of legally foreseen opportunities of workers’ participation was witnessed. Therefore, new and unconventional forms were sought at both levels. As an example of new forms of workers’ participation, the study takes a look at the company ITAS that is a hundred per cent owned by its workers. The case study shows that increased participation at the workplace leads to humane and fair working conditions as well as increased job satisfaction. In addition, the spillover effect is analysed, namely the potential of workers’ participation to promote participation in other spheres of life as defined by Participatory Democracy. Although the results of the case study are ambivalent, the general democratic potential of increased participatory practices and self-organisation at the level of enterprises is shown. Hence, there is a need for democratic theory to pay more attention to economic participation and its potential for civic empowerment in a postdemocratic era.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Democracy Transformation Western Balkans Croatia Wokers Participation Participation Workers Unions
Schlagwörter
(Deutsch)
Demokratie Systemtransformation Westlicher Balkan Kroatien Partizipation Mitbestimmung Gewerkschaften
Autor*innen
Angela Wieser
Haupttitel (Deutsch)
Gewerkschaftliche und betriebliche Mitbestimmung in Kroatien
Hauptuntertitel (Deutsch)
zur Transformation der Abeitsbeziehungen nach dem Ende der jugoslawischen Arbeiterselbstverwaltung
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
257 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Dieter Segert ,
Dorothee de Neve
Klassifikationen
89 Politologie > 89.35 Demokratie ,
89 Politologie > 89.42 Staat und Bürger ,
89 Politologie > 89.54 Politischer Einfluss ,
89 Politologie > 89.57 Politische Beteiligung ,
89 Politologie > 89.63 Pressure-groups
AC Nummer
AC12276574
Utheses ID
32609
Studienkennzahl
UA | 092 | 300 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1