Detailansicht
Über Fördermöglichkeiten und Gefährdungen menschlicher Selbstbestimmung nach Immanuel Kant
Manfred Wiedner
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Henning Schluß
DOI
10.25365/thesis.37021
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29956.62680.937566-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Dem aktuellen Lehrplan der österreichischen Volksschule entsprechend soll im Rahmen der Unterrichts- und Erziehungsarbeit in der Grundschule ein Hauptaugenmerk auf die Vorbereitung, Ermöglichung und Erweiterung individueller Selbstbestimmung gelegt werden. Anzustreben und zu fördern ist dem Lehrplan zufolge allerdings nicht eine Art der Selbstbestimmung, die dem Einzelwesen blanken Egoismus bzw. völlige Willkürfreiheit zugesteht, sondern eine sozialverträgliche Form der Selbstbestimmung, bei der das Individuum stets auch das Wohl aller im Blick behält. Während sich im Lehrplan der Volksschule keine zusammenhängende Theorie dazu findet, wie eine derartige Form der Selbstbestimmung systematisch aufgebaut und unterstützt werden kann, hat der Philosoph und Pädagoge Immanuel Kant (1724-1804) diesbezüglich bereits vor mehr als zweihundert Jahren eine umfassende Theorie entwickelt. Welche Fördermöglichkeiten und Gefährdungen menschlicher Selbstbestimmung darin benannt werden und ob bzw. inwiefern Kants Theorie noch heute für meine Arbeit in einer öffentlichen Volksschule, in deren Rahmen Schülerinnen und Schüler zu einer sozialverträglichen Selbstbestimmung hingeführt werden sollen, nützlich sein kann, sind jene Fragen, die in der vorliegenden Masterarbeit behandelt werden.
Nach der Klärung des Kantschen Begriffs von Selbstbestimmung, in deren Rahmen deutlich wird, dass Kant Selbstbestimmung als eine Selbstbestimmung des Willens zum Guten auf Basis eigener Vernunft begreift, werden auf hermeneutischem Wege fünf zentrale Komponenten herausgearbeitet, die für eine Selbstbestimmung im Kantschen Sinne unentbehrlich sind. Im Anschluss wird unter Bezugnahme auf Kants Vorstellung von der Natur des Menschen verdeutlicht, inwiefern Kant Erziehung als eine notwendige Bedingung von Selbstbestimmung erachtet. Dass Erziehung mit Kant gleichzeitig aber auch als eine problematische Bedingung von Selbstbestimmung begriffen werden muss, wird im Folgenden erläutert. Dabei wird expliziert, dass die Kunst der Erziehung – ihre Ausrichtung, Vervollkommnung und Verbreitung – nach Kant zum einen selbst problematisch ist und dass es die Erziehung zur Selbstbestimmung zum anderen auch mit einer äußerst schwierigen Aufgabe, nämlich mit dem Problem der Kultivierung der Freiheit des Zöglings bei notwendigem Zwang, zu tun hat. In der daran anschließenden Skizze des von Kant vorgeschlagenen, erzieherischen Weges zu einer sozialverträglichen Selbstbestimmung werden die auf einander aufbauenden Stufen Kantscher Erziehung – nämlich Wartung, Disziplinierung, Kultivierung, Zivilisierung und Moralisierung – vorgestellt. Danach werden Bezug nehmend auf die fünf herausgearbeiteten Komponenten Kantscher Selbstbestimmung Gefährdungen benannt, durch die Kant ein erfolgreiches Beschreiten des Weges zu einer Selbstbestimmung, die das Wohl aller berücksichtigt, bedroht sieht. Es folgt die Klärung der Frage, inwiefern Kants Erziehungstheorie noch heute für meine Aufgabe der Hinführung von Schülerinnen und Schülern der österreichischen Volksschule zu einer sozialverträglichen Selbstbestimmung hilfreich sein kann. Die Schlussbemerkung am Ende der Arbeit beinhaltet einen Vorschlag, was über Kants Erziehungstheorie hinausweisend angestrebt werden könnte, um das spätmoderne Individuum für den Versuch, sich im Sinne Kants nach dem Gesetz der Vernunft selbst zu bestimmen, zu stärken.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Selbstbestimmung Immanuel Kant
Autor*innen
Manfred Wiedner
Haupttitel (Deutsch)
Über Fördermöglichkeiten und Gefährdungen menschlicher Selbstbestimmung nach Immanuel Kant
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
138 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Henning Schluß
Klassifikationen
80 Pädagogik > 80.02 Philosophie und Theorie der Pädagogik ,
80 Pädagogik > 80.45 Ethische Erziehung
AC Nummer
AC12314950
Utheses ID
32813
Studienkennzahl
UA | 066 | 848 | |
