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Schulstruktur versus Schulkonzept!?
über unvorhergesehene Folgen einer Bildungsreform
Cornelia Dornmayr
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Stefan Hopmann
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.37052
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29841.07533.788564-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Mit der Abschaffung der Leistungsgruppen wurde für die Neue Mittelschule, die seit dem Schuljahr 2012/2013 Teil des österreichischen Regelschulsystems ist, ein neues Format der Leistungsbeurteilung eingeführt, das den unterschiedlichen Leistungsniveaus ihrer SchülerInnenschaft gerecht werden soll. Dieses Leistungsbeurteilungsformat stellt sieben Notengrade zur Beurteilung der SchülerInnenleistung zur Verfügung und unterscheidet dabei zwischen den Bereichen der grundlegenden und der vertiefenden Allgemeinbildung. Dass durch eben diese Unterscheidung eine Zuordnung der SchülerInnen zu einem Leistungsbereich forciert wird und somit äußere Differenzierungsstrukturen Anwendung finden, die laut der Konzeption der Neuen Mittelschule aber hätten vermieden werden sollen, konnte im Rahmen dieser Arbeit nachgewiesen werden. Insofern wurde ein Widerspruch zwischen Schulstruktur und –konzept in Bezug auf die Neue Mittelschule festgestellt. Während der Benotungssituation der SchülerInnenleistungen äußere Differenzierungsaspekte nachgewiesen wurden, kann für die Unterrichtssituation festgehalten werden, dass – ihrer Konzeption gemäß – lediglich Aspekte innerer Differenzierung Anwendung finden. Diese Verflechtung von äußerer und innerer Differenzierung, die der Neuen Mittelschule eigen ist, wurde von der Autorin als „Tracking durch Benotung“ bezeichnet und als solches in das Klassifikationsschema für Trackingsysteme von Trautwein et al. (2006, 789) eingefügt. Thema der dieser Arbeit zugrundeliegenden empirischen Studie war es, die Auswirkungen der Implementation des siebenstufigen Benotungsformates auf die LehrerInnen- und SchülerInnenschaft zu untersuchen. Dazu wurde ein mixed methods Verfahren angewandt, das aus dem Führen von problemzentrierten Interviews mit Lehrpersonen der Neuen Mittelschule und einer Fragebogenerhebung bestand. Festgestellt werden konnte, dass die Trennung der SchülerInnen in zwei verschiedene Leistungsbereiche durch das Beurteilungsformat sich in der Sprache der Lehrpersonen widerspiegelt. Zwar wird nicht von grundlegenden oder vertieften SchülerInnen per se gesprochen, die Verwendung von lediglich zwei sprachlichen Kategorien, um von den SchülerInnen zu sprechen, erinnert jedoch stark an das angewandte Trackingformat, was darauf schließen lässt, dass sich die stetig vorhandenen äußeren Differenzierungsaspekte durchaus in der Wahrnehmung der Lehrpersonen niederschlagen. Außerdem konnte gezeigt werden, dass der Widerspruch zwischen Schulstruktur und –konzept zu Unsicherheiten seitens der Lehrpersonen führt, die im Schulalltag durch das Treffen schulinterner Absprachen zu überwinden versucht werden. Dass eben diese Absprachen dazu führen, dass die Umsetzung der Leistungsbeurteilung an verschiedenen Schulstandorten unterschiedlich gestaltet ist, ist als Kollateraleffekt dieser Situation zu bezeichnen. Für die SchülerInnenschaft der Neuen Mittelschule konnten, je nach Leistungsniveau, unterschiedliche Folgen beschrieben werden. Am meisten scheint jedoch die Gruppe jener SchülerInnen von den Auswirkungen des angewandten Trackingformates betroffen zu sein, die ein mittelmäßiges Leistungsniveau aufweisen, da ihnen durch die Zweiteilung des Leistungsbeurteilungsformates sozusagen der eigene Legitimitätsbereich entzogen wurde. Die hier beschriebenen Folgen der Einführung des siebenstufigen Leistungsbeurteilungsformates stehen in engem Zusammenhang mit der Widersprüchlichkeit, die seine Umsetzung entgegen der Konzeption der Neuen Mittelschule als Schule ohne Formen äußerer Differenzierung mit sich bringt. Insofern ist diese Arbeit als ein Plädoyer zur Prüfung der tatsächlich wirkkräftig werdenden Strukturen innerhalb der Neuen Mittelschule zu verstehen, um sie einer Reflexion und Weiterentwicklung zugänglich zu machen und Widersprüchlichkeiten zwischen der Konzeption und der Strukturierung dieses Schultyps, sowie die damit einhergehenden Folgen für die LehrerInnen- und SchülerInnenschaft, zu verringern oder gar zu vermeiden. In diesem Sinne versteht sich diese Arbeit bereits als ein kleiner Beitrag zu diesem Vorhaben.
Abstract
(Englisch)
With the elimination of ability grouping, a new grading system was introduced into the new middle school, a part of the Austrian regular school system since autumn 2012, to cope with the different ability levels of its students. This grading system offers seven grades to assess the student’s achievements, and distinguishes between education on a basic and education on an advanced level. Although external differentiation should be prevented in the new middle school by its concept, it still occurs due to the way the grading system divides the students into two groups, according to their achievement. In this respect, a contradiction is apparent, between the concept of the new middle school and its structure. While the grading system implements aspects of external differentiation, concerning the design of instruction, this cannot be attested. The way instruction is organized can, in accordance with the school concept, be defined as internal differentiation. This integration of external and internal differentiation, which is unique to the Austrian new middle school, was described by the author as "tracking by grading" and as such, was included in the classification of tracking systems by Trautwein et al. (2006,789). The goal of the empirical study underlying this thesis was to describe the impact of the implementation of the new grading system on teachers and students. Therefore, a mixed methods approach was chosen, which combined the qualitative method of problem-centered interviews with the teaching staff, and the quantitative method of a questionnaire survey. As a result, it could be found that the teachers’ language is reflecting the two different levels of achievement constructed by the grading system. In analogy to the applied tracking system, they use only two categories to talk about their students, even though they are not talking about basic or advanced pupils per se. This observation leads to the assumption that teachers perceive an ongoing existence of external differentiation within the new middle school. Thus, it could be shown, that the contradiction between the concept of the new middle school and its structure leads to the uncertainty of teachers. By trying to handle these uncertainties, they enter into agreements within their schools. This results in the new grading system being applied differently, in each individual school. The impact on the student body can be described differently, depending on their level of achievement. It appears that the group of middle achievers can be seen as the most disadvantaged, as the new grading system detracts their own space of legitimacy. These consequences of the introduction of the new grading system are closely connected to the contradiction between the concept of the new middle school and its structure. In this sense, this thesis can be seen as a plea to examine the effects of the structures within the new middle school in more detail, to make them available for reflection and advancement, and to prevent contradictions between concept and structure. Accordingly, this thesis sees itself as a small contribution to this purpose.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Neue Mittelschule tracking grading school structure school concept
Schlagwörter
(Deutsch)
Neue Mittelschule Tracking Leistungsbeurteilung Schulstruktur Schulkonzept Bildungsreform
Autor*innen
Cornelia Dornmayr
Haupttitel (Deutsch)
Schulstruktur versus Schulkonzept!?
Hauptuntertitel (Deutsch)
über unvorhergesehene Folgen einer Bildungsreform
Paralleltitel (Englisch)
School structure versus school concept
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
113 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Stefan Hopmann
Klassifikationen
81 Bildungswesen > 81.05 Bildungsforschung ,
81 Bildungswesen > 81.10 Bildungspolitik: Allgemeines ,
81 Bildungswesen > 81.40 Schulwesen, Hochschulwesen, Ausbildungswesen: Allgemeines ,
81 Bildungswesen > 81.42 Unterrichtsorganisation, Ausbildungsorganisation ,
81 Bildungswesen > 81.53 Lernbeurteilung ,
81 Bildungswesen > 81.76 Sekundarstufe I
AC Nummer
AC12300020
Utheses ID
32838
Studienkennzahl
UA | 066 | 848 | |
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