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Louis Haefliger und die Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen
eine Betrachtung vermittelter Geschichte in Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg
Johannes Starmühler
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Bertrand Perz
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.447
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30030.84055.815366-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Der Schweizer Bankbeamte Louis Haefliger kommt am 28. April 1945 als Delegierter des Internationalen Roten Kreuzes in das Konzentrationslager Mauthausen um Gefangene westlicher Nationen zu repatriieren und Nahrungsmittel zu bringen. Diese Aktion ist Teil der Ergebnisse vorangegangener Verhandlungen des Roten Kreuzes mit Spitzen der SS. Haefliger erfährt dort, dass die SS geplant hätte, die Gefangenen Mauthausens und des Zweiglagers Gusen - nach einer angeblichen Weisung Himmlers - umzubringen. Die Häftlinge von Gusen sollten mitsamt örtlicher Bevölkerung mittels fingiertem Fliegeralarm in Stollen getrieben werden. Diese Stollen sollten danach gesprengt werden und die Menschen darunter begraben. Haefliger beschließt am 5. Mai 1945 der in der Nähe operierenden US-Army entgegen zu gehen um solch ein Massaker zu verhindern. Er findet eine Einheit, die ihm folgt und das Lager befreit. Nach dem Krieg stilisiert sich Haefliger auf Basis seines Rapports zum Helden von Mauthausen. Sein Bericht weist aber Ungereimtheiten auf - so ist der angebliche Tötungsbefehl Himmlers bis heute nicht gefunden worden. Ehemalige kommunistische Gefangene stellen, einer Parteilinie folgend, eine Selbstbefreiungstheorie auf, die von Haefliger und ihn unterstützenden Personen kritisiert wird. Daraus entsteht ein Konflikt, der in den 1980er-Jahren in Auseinandersetzungen mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands mündet. Die Studie befragt die Verwendung von Geschichte. Historische Inhalte werden verwendet, um zu diffamieren, zu preisen, Anerkennung zu erheischen oder aus finanziellem Nutzen. Louis Haefliger ist mittlerweile tot, und die Diskussionen sind abgeflaut. Wie mit Geschichte umgegangen wird, ist allerdings immer noch von Interesse.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Haefliger Louis Konzentrationslager Mauthausen Befreiung Verwendung historischer Inhalte
Autor*innen
Johannes Starmühler
Haupttitel (Deutsch)
Louis Haefliger und die Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Betrachtung vermittelter Geschichte in Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
191 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Bertrand Perz ,
Hans Safrian
Klassifikation
15 Geschichte > 15.00 Geschichte: Allgemeines
AC Nummer
AC06684101
Utheses ID
329
Studienkennzahl
UA | 312 | | |
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