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Osmanengefahr und Reformation im Heiligen Römischen Reich
1532-1547
Peter Gottinger
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Geschichte, Sozialkunde, Polit.Bildg. UF Bewegung und Sport
Betreuer*in
Friedrich Edelmayer
DOI
10.25365/thesis.37257
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29745.53683.823166-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen der osmanischen Bedrohung und der Entwicklung der Reformation zwischen 1532 und 1547 im weiteren Sinne, sowie die Verhandlungen über die Reichstürkenhilfe im engeren Sinne. Der behandelte Zeitraum fällt in die Regentschaft Kaiser Karls V. Weil die religiöse Einheit Karls universelle Auffassung vom Römischen Kaisertum legitimierte, bekämpfte er zeit seines Lebens die Ausbreitung des Protestantismus.
Die „Türkenfrage“ zählte neben der „Religionsfrage“ zu den meistdiskutierten Themen der damaligen Zeit. Sie bildeten die beiden Hauptverhandlungsgegenstände auf beinahe allen Reichstagen und hingen untrennbar zusammen. Karl und sein Bruder, König Ferdinand, benötigten aufgrund ihrer zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen die Unterstützung aller Reichsstände, ganz gleich, welcher Konfession sie angehörten. So gerieten sie in ein Abhängigkeitsverhältnis mit den Protestanten. Die evangelischen Stände erkannten in ihrem Recht, die Türkenhilfe zu verweigern, ein Druckmittel, das ihnen bei der Durchsetzung ihrer religionspolitischen Ziele half. Sie forderten als Gegenleistung für ihre militärische oder finanzielle Hilfe von den Habsburgern Religionsfreiheit, Friede und eine Reform des Justizwesens. Der Kaiser stand nun vor der Wahl: wollte er seine Prinzipien opfern und die neue Religion tolerieren, oder stattdessen rigoros gegen die Glaubensspaltung vorgehen. Er entschied sich für einen Mittelweg. Je größer die Bedrohung durch die Osmanen, desto mehr Konzessionen musste er den oppositionellen Ständen machen.
Die Verhandlungen über die Türkenhilfe auf den Reichstagen waren oft langwierig und mühsam. Nicht selten blieben sie ganz ergebnislos, da die Parteien zu keinem zufrieden stellenden Kompromiss fanden. Trotzdem betrugen alle bewilligten Reichstürkenhilfen zwischen 1532 und 1546 zusammengerechnet in etwa 9 Millionen Gulden. Die gewaltige Summe konnte jedoch nicht effizient eingesetzt werden. Nur zweimal wurde die Türkenhilfe in dieser Periode für Kampfeinsätze genutzt, obwohl die osmanische Bedrohung ihr größtes Ausmaß erreicht hatte. Dies lag zum einen an den Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Reichstagsbeschlüsse: viele Stände erkannten die Verbindlichkeit der Reichsabschiede nicht an und zahlten die fälligen Beträge nicht pünktlich, nur teilweise oder gar nicht. Zum anderen war die Organisation der Feldzüge oft mangelhaft, so dass die aufgestellten Reichsheere nur bedingt in der Lage waren, die Grenzen des Reichs zu verteidigen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Reichstag Türkengefahr Reformation Karl V
Autor*innen
Peter Gottinger
Haupttitel (Deutsch)
Osmanengefahr und Reformation im Heiligen Römischen Reich
Hauptuntertitel (Deutsch)
1532-1547
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
115 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Friedrich Edelmayer
AC Nummer
AC12273071
Utheses ID
33019
Studienkennzahl
UA | 190 | 313 | 482 |
