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Neue Götter, alte Patriarchen
die Griechenlandkrise als Ausgangspunkt einer Kapitalismuskritik bei Jelinek und Streeruwitz
Priska Seisenbacher
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Deutsch UF Geschichte, Sozialkunde, Polit.Bildg.
Betreuer*in
Pia Janke
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.37277
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29865.34873.186964-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Griechenlandkrise als brisantes Politikum der Gegenwart wurde von beiden Autorinnen aufgegriffen, um über die konkrete Kritik an den gegenwärtigen Verhältnissen in Griechenland hinaus eine Kritik am geltenden Wirtschaftssystem zu markieren. In den ausgewählten Werken Jelineks und Streeruwitz‘ wird der neue Mut zum Unmoralischen in einer zunehmend ökonomisierten Leistungs- und Wettbewerbsgesellschaft entlarvt und entpuppt sich als Resultat des Wirtschaftssystems und seiner Glaubensgrundsätze. Die Frage nach Recht und Gerechtigkeit im Kapitalismus ist ein tragendes Element der Kritik beider Autorinnen. Angesichts des marktwirtschaftlichem Prinzips und kapitalistischer Interessen, denen sich ganze Staaten samt ihrer Einwohner/Einwohnerinnen beugen müssen, steht schließlich die Frage nach der Demokratie im Raum. Tatsächlich ist die Thematisierung einer Demokratieaushöhlung eine Gemeinsamkeit der Kapitalismuskritik beider Autorinnen. Die Kapitalismuskritik Jelineks und Streeruwitz‘ zeigt sich zudem feministisch motiviert. So zeigen die Autorinnen, dass die patriarchalische Gesellschaft ein fester Bestandteil des kapitalistischen Systems ist. Die Ökonomie bietet in der kapitalistischen Welt den Raum für eine institutionalisierte Männerherrschaft, die über einfache patriarchale Strukturen hinausgeht. In Opposition zur männlich dominierten Finanzmarktwirtschaft steht die Reproduktionsfunktion der Frau im Kapitalismus. Jelinek und Streeruwitz sind beide bekannt für ihre Kritik am Christentum oder an der katholischen Kirche. Demnach ist es auch als ein Teil der Kapitalismuskritik anzusehen, wenn zwischen dem geltenden Wirtschaftssystem und der Religion Verknüpfungen hergestellt und Ähnlichkeiten herausgearbeitet werden. Die Zurschaustellung des religiösen Charakters, den der Kapitalismus nunmehr einnimmt, dient als Mittel der Infragestellung der uneingeschränkten Machtposition und –strukturen des Wirtschaftssystems. Anzumerken bleibt, dass die Literaturästhetik beider Autorinnen unweigerlich im Zusammenhang mit der inhaltlichen Kritik steht. Während Streeruwitz ausgehend von dem Einzelschicksal der Figur Nelia schließlich über die großen Schicksale des Literaturbetriebes und Griechenlands spricht, entwirft Jelinek Sprechinstanzen, deren unverblümte Sprache Strukturen und Gedanken freilegen, die sonst im Verborgenen bleiben.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Kapitalismus Kapitalismuskritik Streeruwitz Jelinek Griechenland Griechenlandkrise Neoliberalismus Feministische Kapitalismuskritik Feminismus Religion
Autor*innen
Priska Seisenbacher
Haupttitel (Deutsch)
Neue Götter, alte Patriarchen
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Griechenlandkrise als Ausgangspunkt einer Kapitalismuskritik bei Jelinek und Streeruwitz
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
116 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Pia Janke
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.93 Literarische Stoffe, literarische Motive, literarische Themen ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen allgemein > 18.10 Deutsche Literatur
AC Nummer
AC12287993
Utheses ID
33038
Studienkennzahl
UA | 190 | 333 | 313 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1