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Triumph der (Un-)Moral
der Sexualitätsdiskurs in Zeitschriften des österreichischen Ständestaates von 1933 bis 1938
Jochen Kammerer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Zeitgeschichte
Betreuer*in
Franz X. Eder
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.37376
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29049.48283.516954-9
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Untersuchung beschäftigt sich mit dem Sexualitätsdiskurs in vier Wochen- und Monatszeitschriften während des autoritären Ständestaates in Österreich. Die Analysen wurden auf der Grundlage des Diskurskonzepts von Michel Foucault, seiner Erweiterung zur Konstitution des begehrenden Subjekts und unter Berücksichtigung soziologischer Theorien zur christlichen Sexuali-tät und zum Körperwissen mittels der Kritischen Diskursanalyse nach Siegfried Jäger durchgeführt. Die Untersuchung ergab, dass sich die Zuschreibung von aktiven und passiven Geschlechterrollen von 1933 bis 1938 gefestigt hat. Laut Diskurs sollte die Handlungsfähigkeit von Frauen auf Aufga-ben reduziert werden, die eine hohe Wahrscheinlichkeit des Scheiterns in sich bargen und zur Grundlage der Problematisierung des Selbst wurden. Neben der Warnung vor übertriebener Körper-betonung in den katholisch geprägten Zeitschriften konnten jedoch auch Anreize zu einer intensive-ren Beschäftigung mit dem weiblichen Körper gefunden werden. Im medialen Diskurs wurde eine verstärkte Anbindung des Mannes an eine ehezentrierte Sexualität versucht, der jedoch von den LeserInnen nicht angenommen wurde. Die Analyse von Leserbriefen der Zeitschrift Die Frau und Mutter ergab zudem, dass die weiblichen Leserinnen die tradierten Geschlechterrollen und die Doppelmoral stabilisierten. Die Diskursivierung der Aufklärung von Jugendlichen schuf Anreize für eine intensivere Beschäftigung der Eltern mit den Pubertierenden, um diese vor außerfamiliären sexuellen Informationen zu schützen und zu einer sexuellen Enthaltsamkeit bis zur Eheschließung zu erziehen. Der in Österreich evidente Bevölkerungsrückgang wurde von zwei Zeitschriften dazu benützt, den Diskurs um eugenische Maßnahmen und zur Wiedererlangung der christlichen Sexu-almoral zu etablieren und staatliche und kirchliche Eingriffe in das Sexualleben zu forcieren. Insta-bile und gegenläufige Diskurspositionen sowie noch nicht gefestigte hegemoniale Diskursstränge führten zu einer in Leserbriefen ausgedrückten Verunsicherung der Begehrenssubjekte. Diese wurde durch Antworten von Frauen, die dort einen Ort des legitimierten Sprechens fanden, im Sinne des hegemonialen Diskurses konsolidiert.
Abstract
(Englisch)
This thesis shows the discourse on sexuality in four monthlies and weeklies during the authoritarian cooperative state (Ständestaat) in Austria. The analysis was built on the principles of the discourse concept by Michel Foucault, its enhancement in the constitution of the desiring subject and under consideration of sociological theories of Christian sexuality and knowledge of the body. The study was conducted by the critical discourse analysis (Kritische Diskursanalyse) as suggested by Sieg-fried Jäger. It has been shown, that the discourse in the periodicals stabilized the attributions of active and passive sexual stereotyping between 1933 and 1938. For women the ability to act was reduced to tasks, which included a high probability to fail and were the basis of the problematizati-on of their self. Beside warnings of exaggerated nuancing of the body in the catholic magazines also stimulations for a more intense engagement with the female body could be found. The medial dis-course tried to strengthen the ties of men to a marriage-centered sexuality, which was not accepted by its (female) readers. In fact the analysis of reader´s letter of the monthly Die Frau und Mutter has shown that the female readers stabilized the handed down sexual stereotypes and double stan-dards. The discourse of sex education and puberty provided incentives for a more intense engage-ment of the adolescent by their parents to protect them from unfamiliar information of sex and to educate sexual abstinence until marriage. The evident dropping of the birth rate in Austria served two periodicals to enforce the discourse on eugenic efforts and the recovery of a Christian sexual moral for the legitimation of more interventions by the state and church into the sexuality of the people. Unstable and opposed discourse positions and not yet consolidated hegemonic lines of the discourse resulted in insecured desiring subject, which could be found reader´s letters. They were stabilized in the meaning of the hegemonic discourse by the responses of women, who took a legi-timated place of speech in the periodical.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Sexuality Fascism Austria Cooperative State Contemporary History Gender History Discourse Analysis
Schlagwörter
(Deutsch)
Sexualitätsgeschichte Österreich Ständestaat Austrofaschismus Diskursanalyse Geschlechtergeschichte Zeitgeschichte
Autor*innen
Jochen Kammerer
Haupttitel (Deutsch)
Triumph der (Un-)Moral
Hauptuntertitel (Deutsch)
der Sexualitätsdiskurs in Zeitschriften des österreichischen Ständestaates von 1933 bis 1938
Paralleltitel (Englisch)
Triumph of (Im-)Morality. The Discourse of Sexuality in Periodicals of the Austrian Cooperative State from 1933 to 1938.
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
105 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Franz X. Eder
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte ,
15 Geschichte > 15.60 Schweiz, Österreich-Ungarn, Österreich
AC Nummer
AC12286093
Utheses ID
33117
Studienkennzahl
UA | 066 | 689 | |
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