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Diskontinuität als biographisches Konzept
die Auswirkungen traumatogener Gewalt auf Frauen mit Migrationsbiographien im Kontext einer Verlaufskurve mit Suchtentwicklungsprozess
Grozdana Pajkovic
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium d.Sozial- u.Wirtschaftswiss. Soziologie (sozial-/wirtschaftsw.Stud.)
Betreuer*in
Roswitha Breckner
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29848.74576.456166-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Untersuchung basiert auf einem biographisch-rekonstruktiven Ansatz. Dabei werden die Biographien von Frauen mit Migrationslebensgeschichten, die psychoaktive Substanzen konsumieren, im Hinblick darauf untersucht, welches Handeln, Erleben und welche Bearbeitungsstrategien für die Suchtentwicklung nachgezeichnet werden können und inwieweit die Migrationserfahrung für die Biographinnen Relevanz gewonnen hat. Als theoretische Grundlage wird die Biographietheorie, insbesondere das Verlaufskurvenkonzept von Fritz Schütze, herangezogen und mit psychoanalytischer Adoleszenztheorie gesättigt. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die Entwicklung von traumatogenen Prozessen durch innerfamiliäre Gewalt gelegt. Da sich problematische Situationen der interviewten Frauen in einer gewissen Dynamik wiederholen, werden die Prozessstrukturen des Lebenslaufs insbesondere der Verlaufskurve nach Schütze, herangezogen, damit das Leid der Betroffenen angemessen nachvollzogen werden kann. Auch das Konzept einer Drogenverlaufskurve ist für das Verständnis relevant. Durch diese Perspektive ist es möglich, von einer Mikroebene ausgehend auch auf eine Makroebene Bezug zu nehmen. Da jede Biographie trotz allem einzigartig ist und Erleben immer mit dem Erfahrungshorizont der jeweiligen Bezugsperson zu tun hat, wird die Bedeutung von Erfahrungszusammenhängen anhand ihrer sprachlichen Ausdrucksgestalt dargestellt. Dabei werden auch gesellschafts- und sozialpolitische Bezüge der jeweiligen Herkunftsländer der Biographinnen herangezogen. Die Untersuchung umfasst zwei biographische Fallrekonstruktionen von Ana und Irena. Weiters werden zwei globalanalytische Auswertungen von Tanja und Maria durchgeführt mit dem Fokus auf die Herkunftsländer der Biographinnen, welche politisch, gesellschaftlich und sozial durch viele Jahre hindurch marginalisiert wurden und in ihrer Geschichte mit schwerwiegenden Erschütterungen konfrontiert waren. Die Untersuchung zeigt, wie die Biographien von Frauen, die psychoaktive Substanzen konsumieren, von Diskontinuitätserfahrungen geprägt sind. Sie sind eine Folge innerfamiliärer Gewalt und manifestieren sich in einem traumatogenen Prozess. Dabei werden die sadistischen Bezugspersonen internalisiert. Sobald die jungen Frauen sich aus ihren Herkunftsfamilien hinausbewegen, wird der internalisierte Sadismus durch die Wirkung von Beschämung und Schuld in einer masochistischen Zerstörung weitergelebt. Die Diskontinuitätserfahrung wird zu einem kontinuitätsstiftenden Element der Biographinnen.
Abstract
(Englisch)
This thesis is based on a biographical-reconstructive understanding. The biographies of women with migration life stories that consume psychoactive substances were examined with regard to what actions, experiences and what adaptation strategies can be determined and in how far their migration experience is of relevance for the biographers. The methodological approach is based on the concepts of biographical theory, in particular the concept of trajectory developed by Fritz Schütze and enriches them with the psychoanalytic theory of adolescence. A particular focus was put on the development of traumatic processes due to domestic violence. As the biographies of the interviewed women repeat themselves with specific dynamics, the study is based on the process structures of the biography in particular of the trajectory enabling the reader to build up an adequate understanding of the suffering of the interviewed women. Equally essential is the concept of the drug addiction trajectory to draw conclusions from the micro level for the understanding of the macro level. As every biography is nonetheless unique, the relevance of the contexts of experiences to the language used is described. The biographical concept is portrayed in its development and its understanding in order to illustrate under which paradigm the study was pursued. Thus, an own chapter is dedicated to the social and socio-political framework of the countries the interviewed women emigrated from. The reconstruction of the biographies of Ana and Irena is at the centre of this thesis. Furthermore two globally analysed evaluations of the biographies of Tanja and Maria were pursued with a focus on the impact of the relationships in their countries of emigration that were marginalized politically, socially and socio-economically throughout many years and were confronted in their history with repercussions of ethnic and ideological conflicts. This thesis shows how much the biographies of women who consume psychoactive substances is characterised by experiences of discontinuity. They are caused by domestic violence and manifest themselves in a traumatic process by which the sadistic attachment figures are being internalised. As soon as the young women leave their family of origin, the internalised sadism continues to be agitated due to the impact of abashment and guilt in a masochistic destruction. The experience of discontinuity becomes an element of continuity in their biographies.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Biographieforschung Verlaufskurve Migration Sucht
Autor*innen
Grozdana Pajkovic
Haupttitel (Deutsch)
Diskontinuität als biographisches Konzept
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Auswirkungen traumatogener Gewalt auf Frauen mit Migrationsbiographien im Kontext einer Verlaufskurve mit Suchtentwicklungsprozess
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
276 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Roswitha Breckner ,
Lena Inowlocki
Klassifikationen
71 Soziologie > 71.11 Gesellschaft ,
71 Soziologie > 71.13 Soziales Milieu ,
71 Soziologie > 71.33 Frau ,
71 Soziologie > 71.49 Soziale Prozesse: Sonstiges ,
71 Soziologie > 71.60 Soziale Fragen, soziale Konflikte: Allgemeines ,
71 Soziologie > 71.66 Sucht als soziales Problem
AC Nummer
AC12316172
Utheses ID
33207
Studienkennzahl
UA | 084 | 121 | |
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