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Soziobiologie, Evolutionäre Ethik und ihre moralphilosophische Relevanz
Benedikt Dienstl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Geschichte, Sozialkunde, Polit.Bildg. UF Psychologie und Philosophie
Betreuer*in
Konrad Paul Liessmann
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.37591
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29230.01097.539953-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Diplomarbeit untersucht die evolutionsgeschichtlichen und soziobiologischen Grundlagen der Evolutionären Ethik. Ziel dieser Arbeit ist eine kritische Analyse der Evolutionären Ethik und eine Darlegung ihrer Relevanz auf ‚idealistische Ethikkonzeptionen‘. Der 1.Teil beschäftigt sich mit Evolutionstheorien, Koevolution und deren Bedeutung für die Evolutionäre Ethik. Hierbei wird die Parallelität der biologischen und kulturellen Evolution in ihrer Bedeutung für die Genese der menschlichen Moralität diskutiert. Im 2. Teil folgt eine explikative Ausführung und Definition der Evolutionären Ethik, sowie der Problematik des naturalistischen Fehlschlusses. Insbesondere wird der Sozialdarwinismus erläutert. Als Kontrastpunkt zum Bild des Daseinskampfes im Sozialdarwinismus, wird die phylogenetische Perspektive, des sozial lebenden Wesens Mensch präsentiert. Der 3.Teil behandelt die Postulate und Erkenntnisse der Soziobiologie. Diese Forschungsergebnisse bilden die argumentative Grundlage vieler Vertreter der Evolutionären Ethik. Im Speziellen werden die Konzepte von Fitness, Inclusive Fitness, Varianten des Altruismus und spieltheoretische Modelle diskutiert. Am Ende vom 3. Teil, findet sich auch eine kritische Analyse der soziobiologischen Thesen. Der 4. Teil ist eine Darstellung der Primaten- und Kindesforschung. Die Forschungen von de Waal (2008) und Tomasello (2012) konnten Moral als natürliche Neigungsstruktur im Menschen identifizieren, die ihren Ursprung in der Phylogenese hat. Im ersten Schritt wurde die Primatenforschung behandelt und gezeigt, dass bereits unsere nächsten Verwandten eine Protomoral aufweisen. Des Weiteren postuliert die Kleinkindforschung, man könne soziale Rationalität und altruistische Verhaltensweisen bei Kindern im Alter von 12 bis 18 Monaten entdecken, bevor diese kulturell geformt bzw. überformt wurden. Der 5. Teil hat die Evolutionäre Ethik und ihre philosophische Relevanz im Fokus. Ziel dieses letzten Teiles, ist eine Metakritik, sowie eine Konklusion der gesammelten Erkenntnisse. Die entstandenen Aporien von Geltung, Begründung, Rechtfertigung und normativen Ansprüchen in der Evolutionären Ethik werden deutlich. Versteht sich die Evolutionäre Ethik als deskriptive Wissenschaft, so ist der Preis ihre moralphilosophische Irrelevanz. Obwohl sehr wohl Erkenntnisse bezüglich der natürlichen menschlichen Grenzen der Moralfähigkeit aus ihr deduziert werden können. Anderenfalls begibt sie sich in das Problemfeld des Sein-Sollens-Fehlschlusses und verliert ihren Anspruch auf Neutralität.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Evolutionäre Ethik Soziobiologie Moral Primaten- und Kleinkindforschung naturalistischer Fehlschluss
Autor*innen
Benedikt Dienstl
Haupttitel (Deutsch)
Soziobiologie, Evolutionäre Ethik und ihre moralphilosophische Relevanz
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
11 8 S. : graph., Darst., Tab.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Konrad Paul Liessmann
Klassifikation
08 Philosophie > 08.38 Ethik
AC Nummer
AC12314932
Utheses ID
33322
Studienkennzahl
UA | 190 | 313 | 299 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1