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Small Claims im Zivilprozess
eine rechtshistorische, länderübergreifende und verfassungsrechtliche Betrachtung von Bagatellverfahren
Julia Klameth
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Rechtswissenschaften Rechtswissenschaften
Betreuer*in
Andreas Konecny
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.37824
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30038.13367.140665-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Rechtsstreitigkeiten im unteren Streitwertbereich sind häufig durch ein Missverhältnis zwischen Streitwert und Verfahrensdauer, -kosten und -aufwand geprägt und stellen daher eine besondere Herausforderung für das Zivilverfahrensrecht dar. Einerseits kann dieses Missverhältnis als ökonomische und/oder psychologische Hürde für die Geltendmachung geringfügiger Forderungen wirken und den Zugang zum Recht, insbesondere für Verbraucher, einschränken, andererseits wird bei Einklagung geringer Streitwerte auch immer wieder die Frage gestellt, inwieweit deren Durchsetzung die staatliche Zurverfügungstellung umfassender gerichtlicher Ressourcen rechtfertigt. In dieser Arbeit werden die von unterschiedlichen Rechtsordnungen zur Auflösung dieser Problematik gewählten Maßnahmen betrachtet und diskutiert. Zunächst wird das österreichische Verständnis von Verfahren für geringfügige Forderungen, insbesondere anhand des im Jahr 1983 abgeschafften österreichischen Bagatellverfahrens, untersucht. Dem folgt eine Darstellung des deutschen amtsgerichtlichen Bagatellverfahrens gemäß § 495a dZPO, des englischen Small Claims Verfahrens und des europäischen Verfahrens für geringfügige Forderungen. Im Anschluss wird der Begriff „Bagatelle“ analysiert, dessen Definition der jeweiligen gesetzgeberischen Wertung unterliegt und von politischen, wirtschaftlichen und/oder gesellschaftlichen Faktoren abhängig ist. Weiters werden Begriff und Ausgestaltung von Verfahren für geringfügige Forderungen untersucht. Obwohl festgestellt wird, dass auch diese zeit- und länderübergreifend divergieren, können mehrere typische oder wiederkehrende Elemente identifiziert werden. In Folge werden die wesentlichsten streitwertabhängigen Bestimmungen im österreichischen Zivilverfahrensrecht dargestellt, insbesondere wird anhand ihrer Ziele diskutiert, inwiefern es sich dabei um „Bagatellregelungen“ handelt. Weiters wird die Frage behandelt, ob im österreichischen Recht, das kein Bagatellverfahren im eigentlichen Sinn kennt, eine „Bagatellproblematik“ zu erkennen ist. Im Anschluss wird die Einführung eines österreichischen Bagatellverfahrens nach deutschem Vorbild auf ihre verfassungsrechtliche Zulässigkeit geprüft. Abschließend werden Vorschläge für ein österreichisches Bagatellverfahren entwickelt und zur Diskussion gestellt.
Abstract
(Englisch)
Small-value disputes present a particular challenge for civil procedure law, as they often entail procedural cost, duration and vexation disproportionate to the value of the claim. On the one hand, this disproportion can pose an economic and/or psychological barrier for taking small claims to court and thus limit access to justice, in particular for consumers, on the other hand the question has been raised, whether legal action for small claims deserves the provision of comprehensive judicial resources. This paper examines and discusses the measures adopted by different legal orders to solve these problems. First of all, it explores the Austrian understanding of small claims procedures, in particular based on the Austrian “Bagatellverfahren”, which has been abolished in 1983. This is followed by a presentation of the German “amtsgerichtliches Bagatellverfahren“, subject to § 459a ZPO, the English and the European Small Claims Procedure. Subsequently, the term ”Bagatelle“ is analysed, whose definition is subject to the legislator’s assessment and which depends on political, economic and/or social factors. Further, the definition and design of procedural rules provided for small claims are examined. Although it is found, that small claims procedures vary over place and time, several typical or recurring elements can be identified. Next, the most important provisions linked to the value in dispute in Austrian civil procedure law are presented followed by a discussion, as to what extent they can be considered as “small claims provisions” in respect of their objectives. Further, this paper analyses, whether in Austria, where no actual small claims procedure exists, particular problems with small claims are known. Subsequently, the introduction of a small claims procedure in Austria, in line with the German model, is examined under constitutional aspects. The paper closes with developing and discussing ideas for an Austrian small claims procedure.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Small Claims Procedure
Schlagwörter
(Deutsch)
Bagatellverfahren Small Claims Verfahren Verfahren für geringfügige Forderungen ZPO
Autor*innen
Julia Klameth
Haupttitel (Deutsch)
Small Claims im Zivilprozess
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine rechtshistorische, länderübergreifende und verfassungsrechtliche Betrachtung von Bagatellverfahren
Paralleltitel (Englisch)
Small claims in civil procedure
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
277 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Andreas Konecny ,
Thomas Klicka
Klassifikation
86 Recht > 86.15 Allgemeines Prozessrecht, Zivilprozess
AC Nummer
AC12656268
Utheses ID
33534
Studienkennzahl
UA | 083 | 101 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1