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The relational account of joint attention
motivations, challenges, and perspectives
Christian Ludwig Neitzel
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Philosophie
Betreuer*in
Hans Bernhard Schmid
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.37906
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29784.54978.252169-4
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Gemeinsame Aufmerksamkeit ist ein unscheinbares psychologisches Phänomen, bei dem zwei oder mehr Personen ihre Aufmerksamkeit gemeinsam auf dasselbe Objekt gerichtet haben. Auf den ersten Blick scheint wenig Bemerkenswertes daran zu sein. Was es philosophisch interessant macht ist die Tatsache, dass in der einschlägigen Literatur allgemein angenommen wird, dass gemeinsame Aufmerksamkeit erst dann wirklich gemeinsame Aufmerksamkeit ist, wenn die Situation für alle Beteiligten von einer gewissen Offenheit gekennzeichnet ist. Mit Offenheit ist hier gemeint, dass es für alle Beteiligten durchsichtig sein muss, dass sie gerade gemeinsam auf etwas aufmerksam sind. Es ist diese Offenheit, die es so schwierig macht das Phänomen zu analysieren, laufen doch die Augenscheinlichsten dieser Versuche meist auf recht unplausible Analysen in Form gemeinsamen Wissens hinaus. Da muss dann X wissen, dass Y weiß, dass X weiss, dass Y weiß, dass X und so weiter, ohne dass die iterativen wechselseitigen Wissenszuschreibungen je ein Ende nehmen könnten. Einen der innovativsten jüngeren Ansätze diese Offenheit einzufangen, ohne dabei in die offensichtliche Falle einer Analyse als gemeinsamen Wissens zu fallen, stammt von John Campbell. Im Einklang mit seiner naiv-realistischen (naive realism) Erkenntnistheorie schlägt er vor gemeinsame Aufmerksamkeit als eine primitive Erlebnisbeziehung der beteiligten Aufmerksamen zu analysieren. Gemäß dieser Analyse sind die jeweils gemeinsamen Aufmerksamkeiten der Beteiligten und das erlebte Objekt die wechselseitigen Konstituenten für die erlebte Dreiecks-Beziehung gemeinsamer Aufmerksamkeit. Das bedeutet, dass gemeinsame Aufmerksamkeit von den Beteiligten nur dann erlebt werden kann, wenn sie auch wirklich in einer solchen Erlebnisbeziehung zu den anderen Aufmerksamen stehen. In meiner Masterarbeit interpretiere ich zunächst ausführlich Campbells Begründung und weise dann sein Argument für den Ausschluss reduktiver-experientieller Erklärungsansätze des Phänomens entschieden zurück. Ich untersuche dann die Möglichkeit weiterer Motivationen für Campbells Vorschlag sowohl aus den Bereichen der Philosophie des Geistes als auch aus der Theorie der Kollektiven Intentionalität. In beiden Bereichen kann ich nachweisen, dass sie keine zwingenden Gründe für einen Relationalen Ansatz gemeinsamer Aufmerksamkeit liefern. Sodann kritisiere ich Campbells Ansatz ausführlich und zeige, dass sein Vorschlag sich erstens nicht im Rahmen seiner eigenen Vorgaben konsistent erklären lässt und ferner, dass er auf einer mit der Phänomenologie gemeinsamer Aufmerksamkeit nicht vereinbarer Vorstellung beruht, die den des subjektiven epistemischen Status des Erlebens gemeinsamer Aufmerksamkeit betrifft. Abschließend plädiere ich für die Ausarbeitung einer vermutungsbasierten Theorie gemeinsamer Aufmerksamkeit
Abstract
(Englisch)
Joint attention is an inconspicuous psychological phenomenon occurring when two or more people are jointly attending to an object. On a first view there is little remarkable about it. What makes it philosophical interesting is the fact that there is a general agreement in the relevant literature that it is characterized by a certain openness. This openness is supposed to mean that it must be transparent to all the involved that they are jointly attending. It is this openness that makes the analysis of joint attention such a challenge. The most self-evident attempts to cash out the openness will almost inevitably end up as analyses in terms of common knowledge: X must that know that Y knows that X knows that Y knows and so on with out a genuine possibility of ending the infinite iterations of mutual knowledge ascriptions. One of the most innovative recent proposals to capture this openness without falling into the obvious trap of an analysis in terms of common knowledge, stems from John Campbell. In line with his naïve realist picture of perception Campbell argues that we best analyse joint attention as a three-place-experiential relation. On his account the co-attention of each of the attenders is constituted by the other’s co-attention. Because of this constitutive relation one can only experience being in a joint attention situation, if one really is in a joint attention situation. I begin my thesis with a detailed interpretation of Campell’s argument before I reject his argument for the preclusion of reductive-experiential accounts of joint attention. I proceed to investigate potential further motivations for Campbell’s proposal as much from the Philosophy of Mind as the Theory of Collective Intentionality. For both fields I can show that they offer no compelling reasons for giving a relational account of joint attention. Lastly, I criticize Campbell’s proposal extensively and show that a.) we cannot explain it in a way consistent with its own presuppositions and b.) that it is build at least in part on an implausible phenomenological picture of the experiential warrant joint attentional experiences transmit to the agents. Closing, I offer a short argument for the development of a comprehensive account of joint attention in terms of an assumption-based theory of joint attention.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
relationalism relational account joint attention attention naive realism representationalism consciousness Berkeley Nagel Lewis common knowledge philosophy of mind intentions
Schlagwörter
(Deutsch)
Relationalismus gemeinsame Aufmerksamkeit Philosophie des Geistes Erkenntnistheorie geteiltes Wissen Aufmerksamkeit John Campbell Representionalismus Intentionalismus Entwicklungspsychologie
Autor*innen
Christian Ludwig Neitzel
Haupttitel (Englisch)
The relational account of joint attention
Hauptuntertitel (Englisch)
motivations, challenges, and perspectives
Paralleltitel (Deutsch)
Die relationale Auffassung von gemeinsamer Aufmerksamkeit
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
77 S.
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Hans Bernhard Schmid ,
Michael Schmitz
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.25 Zeitgenössische westliche Philosophie ,
08 Philosophie > 08.30 Systematische Philosophie: Allgemeines ,
08 Philosophie > 08.32 Erkenntnistheorie ,
08 Philosophie > 08.44 Sozialphilosophie ,
77 Psychologie > 77.37 Aufmerksamkeit ,
77 Psychologie > 77.53 Entwicklungspsychologie: Allgemeines
AC Nummer
AC12372654
Utheses ID
33608
Studienkennzahl
UA | 066 | 941 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1