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Alternative Dispute Resolution Mechanisms in Private Procurement Conflicts in the EU
Martin Wagner
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Universitätslehrgang Europäisches u. Intern. Wirtschaftsrecht
Betreuer*in
Peter Fischer
DOI
10.25365/thesis.37997
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29544.82128.156364-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Öffentliche Auftraggeber sind aufgrund des Bundesvergabegesetzes verpflichtet, für bestimmte Aufträge (Bauaufträge, Lieferaufträge, Dienstleistungsaufträge, Baukonzessionsverträge) ein Ausschreibungsverfahren durchzuführen. Nicht öffentliche (private) Unternehmen hingegen unterliegen nicht dem Regime des Bundesvergabegesetzes und sind deshalb nicht oder nur teilweise nach Privatrecht verpflichtet, ein Ausschreibungsverfahren durchzuführen. Diese Frage ist für Österreich noch nicht abschließend geklärt.
Sollten nicht-öffentliche Auftraggeber trotzdem ausschreiben – sei es freiwillig, sei es aufgrund einer gesetzlichen Verpflichtung –, kommt nationales Privat- und Zivilprozessrecht zur Anwendung. Zivilprozesse haben im Vergleich zu Nachprüfungsverfahren nach dem BVergG wesentliche Nachteile, wie zB lange Verfahrensdauer, bis die Parteien ein rechtskräftiges und vollstreckbares Urteil erhalten.
Die Europäische Kommission fordert in einer ihrer Mitteilungen, dass auch für Verträge, die nicht dem BVergG unterliegen, ein effektiver Rechtsschutz gewährleistet sein muss. Dies ist mE nicht oder nur teilweise gegeben, da nationale zivilprozessrechtliche Regelungen sehr unflexibel und deshalb für ein Nachprüfungsverfahren ungeeignet sind.
Aus diesem Grund beschäftigt sich diese Master Thesis mit der Frage, ob alternative Streitbeilegungsmethoden verglichen mit nationalen Zivilprozessen nützlich und eventuell auch vorteilhafter sind. Es wird auf die Vor- und Nachteile der alternativen Streitbeilegungsmethoden für Ausschreibungen von nicht-öffentlichen Auftraggebern in der EU eingegangen, deren Schwierigkeiten in diesem Zusammenhang dargestellt, Probleme auf zivilrechtlicher Ebene aufgezeigt und anschließend Lösungen für diese Fragen geboten.
Die Forschungsfrage lautet wie folgt:
Sind alternative Streitbeilegungsmethoden für Fälle der öffentlichen Ausschreibung durch nicht-öffentliche Auftraggeber in der EU ratsam bzw vorteilhafter als die Streitbeilegung durch nationale Gerichte?
Die Antwort auf die Forschungsfrage lautet wie folgt:
Alternative Streitbeilegungsmethoden sind mE ratsam und vorteilhafter für Streitigkeiten aus Ausschreibungsfahren von nicht-öffentlichen Auftraggebern. Wie in der Master Thesis ausgeführt, sind nationale Zivilprozesse für solche Verfahren nicht adäquat und somit ist der effektive Rechtsschutz nicht erfüllt. Durch alternative Streitbeilegungsmethoden – im Speziellen durch internationale Schiedsgerichtsbarkeit und sogenannten Multi-tier Dispute Resolution Klauseln – können die Nachteile von Zivilverfahren reduziert und korrigiert werden. Die Vorteile der alternativen Streitbeilegungsmethoden überwiegen gegenüber den Nachteilen. Man könnte sogar sagen, dass die Nachteile für diese Art von Ausschreibungen kaum zum Tragen kommen und deshalb vernachlässigbar sind.
Im Ergebnis kann festgehalten werden, dass die Parteien durch alternative Streitbeilegungsmethoden in der Lage sind, ein individualisiertes Verfahren zu vereinbaren, welches für den Streitfall optimal geeignet ist, Zeit und Ressourcen spart und somit einen effektiven Rechtsschutz gewährleistet.
Abstract
(Englisch)
Contracting authorities are obliged by the Public Procurement Directive (in Austria implemented by the Public Procurement Act) to conduct a public tender if they want to award a public contract of works, supplies or services. If private undertakings are also obliged to conduct a tender by private law depends on the jurisdiction of each member state. This question is still not finally answered in Austria.
Nevertheless, private undertakings face a lot of procedural problems if they decide to voluntarily tender contracts. National civil procedure law applies which is not designed for such procedures and therefore, has many disadvantages compared to the review proceedings of the Public Procurement Directive, such as long duration until the parties get a final and binding decision.
In cases like these, the effective legal protection (as demanded from the European Commission) of a bypassed bidder is doubtful under national private law. That is not a desirable situation for both, the contracting undertaking and the bidders. In my point of view litigation before national courts does not constitute an adequate legal protection.
Hence, this master thesis examines if alternative dispute resolution mechanisms are useful and desirable for contracting companies. It examines the advantages and disadvantages in such cases, difficulties in this context and problems in national civil law procedures and how a private undertaking could avoid these adverse facts.
The main research question was the following:
Are alternative dispute resolution mechanisms in case of a public tender conducted by private undertakings in the EU advisable and more advantageous than national courts?
The following answer can be given to the main research question:
ADR mechanisms are advisable for such disputes. As explained in the master thesis, potential negative aspects and lacks of the legal protection by state courts can be reduced and rectified by ADR (especially by international commercial arbitration and multi-tier dispute resolution clauses). The advantages of ADR overweight the disadvantages. To go one step further, the disadvantages are even neglectable in this specific circumstance when they are compared to the advantages. The result is, that the parties are able to compile their own custom-made procedure, which leads to an effective legal protection that in addition saves time and money.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
alternative dispute resolution ADR arbitration procurement public tender private tender private undertaking public authority EU dispute resolution
Schlagwörter
(Deutsch)
alternative Streitbeilegung Streitbeilegung Schiedsverfahren ADR Vergabeverfahren Ausschreibung private Ausschreibung öffentliche Ausschreibung nicht-öffentlicher Auftraggeber Auftraggeber EU
Autor*innen
Martin Wagner
Haupttitel (Englisch)
Alternative Dispute Resolution Mechanisms in Private Procurement Conflicts in the EU
Paralleltitel (Deutsch)
Alternative Streitbeilegungsmethoden bei Vergabeverfahren nicht-öffentlicher Auftraggeber in der EU
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
99
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Peter Fischer
AC Nummer
AC12639587
Utheses ID
33691
Studienkennzahl
UA | 992 | 548 | |
