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Komplexität von ästhetischen Mustern
eine Untersuchung über den Zusammenhang objektiver und subjektiver Komplexitätsmaße
Elisabeth Daim
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Diplomstudium Psychologie
Betreuer*in
Helmut Leder
DOI
10.25365/thesis.38235
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30265.00529.302364-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Eine einflussreiche Theorie von Berlyne (1971) besagt, dass es zwischen der Präferenz und dem Ausmaß der Komplexität eines Stimulus einen umgekehrt U-förmigen Zusammenhang gibt. Stimuli mit mittleren Komplexitätswerten werden demnach am meisten bevorzugt. Nicht alle empirischen Befunde stützten dieses Modell. Die aktuelle Untersuchung verwendete eine Studie von Nadal et al. (2010) als Ausgangspunkt. Nadal et al. (2010) untersuchten den Zusammenhang von subjektiver Komplexität und Präferenz, um eine Erklärung für die unterschiedlichen Befunde von anderen Forschern auf diesem Gebiet zu finden. Um dieses Ziel zu erreichen, ließen Nadal et al. nicht nur einen allgemeinen Komplexitätsbegriff bewerten, sondern sie ließen auch Subdimensionen der Komplexität bewerten. Sie fanden unterschiedliche Zusammenhänge zwischen den Komplexitätsdimensionen und der Variable Schönheit. Die aktuelle Studie wollte ergründen, ob es für ästhetische Muster ähnliche Zusammenhänge wie in Nadal et al.’s (2010) Untersuchung gab. Die Komplexität wurde, in der aktuellen Studie, in einzelne Dimensionen aufgespalten (Symmetrie, Ordnung, Anzahl der Elemente, Vielfalt der Farben, Vielfalt der Elemente). Außerdem sollten, ausgehend von einer Studie von Marin und Leder (2013), die Zusammenhänge zwischen objektiven Komplexitätsmaßen (Perimeter, JPEG, Canny, GIF, TIFF, Entropie und RMS-Kontrastmaße), sowie Bewertungen basierend auf einem allgemeinen Komplexitätsbegriff und den Subdimensionen der Komplexität untersucht werden. Die Stimuli waren digitalisierte Bilder ästhetischer Muster von Kleider- und Möbelstoffen sowie Tapeten aus dem Victoria and Albert Museum in London, die V& A Patterns. Es wurden zwei Sets mit Mustern mit semantischem Inhalt (Morris und Novelty) und zwei Sets mit abstrakten Mustern (Heal’s und Jones) verwendet. Jedes Set enthielt 40 Muster. An der Studie nahmen 168 Versuchspersonen beiderlei Geschlechts teil, mit einem durchschnittlichen Alter von 23 Jahren. Die Versuchspersonen waren vorwiegend Psychologiestudenten. In ersten Block des Experiments mussten sie die Stimuli anhand der Variablen allgemeine Komplexität, Erregung und Schönheit bewerten. Im zweiten Block wurden die Muster anhand der fünf Komplexitätsdimensionen bewertet. Die Präsentationszeit der Muster betrug 10 Sekunden.
Die Ergebnisse wiesen darauf hin, dass besonders die Komplexitätsdimension Anzahl der Elemente für die subjektiven Komplexitätsbewertungen wichtig war. Auch die Variablen Vielfalt der Farben und Vielfalt der Elemente waren von Bedeutung. Die Variablen Ordnung und Symmetrie schienen eine untergeordnete Rolle zu spielen. Die Befunde von Nadal et al. (2010) bezüglich der Zusammenhänge zwischen den Komplexitätsdimensionen und Schönheit konnten nur teilweise für die Sets von ästhetischen Mustern repliziert werden. Auch konnte gezeigt werden, dass die objektiven Maße die subjektive Komplexitätsbewertung unterschiedlich gut abbildeten, je nachdem um welches Set von Mustern es sich handelte und ob es sich bei der subjektiven Variable um den allgemeinen Komplexitätsbegriff oder um eine Komplexitätsdimension handelte. Die Variable allgemeine Komplexität korrelierte in allen Sets signifikant mit den meisten objektiven Maßen. Auch die Variable Anzahl der Elemente zeigte in allen Sets gute Ergebnisse bei den Korrelationen mit den objektiven Maßen. Es konnte gezeigt werden, dass die Zusammenhänge zwischen den subjektiven und objektiven Komplexitätsbewertungen bei einem Set mit abstrakten Mustern stärker waren als bei einem Set mit semantischem Inhalt.
Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung können dazu dienen den Komplexitätsbegriff in der Zukunft schärfer abzugrenzen. Komplexitätsdimensionen, welche die stärkste Korrelation mit dem allgemeinen Komplexitätsbegriff gezeigt haben (z.B. die Anzahl der Elemente), können in der zukünftigen Forschung vermehrt berücksichtigt werden. Ebenso bietet die Anwendung objektiver Komplexitätsmaße auf ästhetische Muster einen neuen Blickwinkel für die Einsatzmöglichkeiten objektiver Maße, z.B. im Bereich des Designs.
Abstract
(Englisch)
An influential theory by Berlyne (1971) says that there exists an inverted U-relationship
between preference and the complexity of a stimulus. Stimuli with a moderate
level of complexity are preferred the most. However, not all empirical findings support this
model. The current investigation used a study of Nadal et al. (2010) as a starting point. Nadal
et al. (2010) investigated the relationship between subjective complexity and preference in
order to get an explanation of the divergent findings of other researchers on this field. To
reach this goal Nadal et al. (2010) not only had the general complexity concept rated, but they
also obtained ratings of sub-dimensions of complexity. They found different types of
relationships between the complexity dimensions and beauty. The current study examined
whether for aesthetic patterns there are similar relationships like in the investigation of Nadal
et al. (2010). In the present study complexity was split in separate dimensions (symmetry,
order, number of elements, variety of colours, variety of elements). Based on a study by
Marin and Leder (2013), the relationships between objective complexity measures (perimeter,
JPEG, Canny, GIF, TIFF, entropy and RMS contrast measures), the general complexity
concept and its sub-dimensions were also investigated. Stimuli were digitalized pictures of
aesthetic patterns of clothing and furniture fabrics as well as wallpapers from the Victoria and
Albert Museum in London, the V & A Patterns. Two sets containing patterns with semantic
content (Morris and Novelty) and two sets with abstract patterns (Heal’s und Jones) were
used. Every set contained 40 patterns. 168 participants of both sex were tested in the study,
with an average age of 23 years. The participants were mostly psychology students. In the
first block of the experiment, they had to rate the stimuli on general complexity, arousal and
beauty. In a second block the patterns were rated on the five sub-dimensions of complexity.
The presentation time of the patterns was 10 seconds.
The results pointed out that the complexity dimension number of elements was
particularly important for the subjective complexity ratings. Also the variables variety of
elements and variety of patterns were significant. The variables order and symmetry seemed
to play a secondary role. The findings of Nadal et al. (2010) relating to the relationships
between the complexity dimensions and beauty, could only partly be replicated for aesthetic
patterns. It also turned out that the objective measures portrayed the subjective complexity
measures differently well, depending on the set of patterns and whether the subjective
variable was the general complexity concept or a complexity sub-dimension. The variable
general complexity correlated in all sets significantly with most of the objective measures.
The variable number of elements also showed good correlations with objective measures in
all sets. The findings also indicated that the relationships between the subjective and objective
complexity measures were stronger in a set with abstract patterns than in a set with semantic
content.
The results of the present investigation can be used to define the concept of visual
complexity more clearly in the future. The complexity dimensions which showed the
strongest correlation with general complexity (e.g. number of elements), could be considered
more in future research. The application of objective complexity measures to the study of
aesthetic patterns offers also a new perspective for the possible range of use of objective
measures, e.g. in the field of design.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
visual complexity aesthetic patterns subdimensions of complexity
Schlagwörter
(Deutsch)
visuelle Komplexität ästhetische Muster Subdimensionen der Komplexität
Autor*innen
Elisabeth Daim
Haupttitel (Deutsch)
Komplexität von ästhetischen Mustern
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Untersuchung über den Zusammenhang objektiver und subjektiver Komplexitätsmaße
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
136 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Helmut Leder
Klassifikation
77 Psychologie > 77.30 Allgemeine Psychologie: Allgemeines
AC Nummer
AC12623656
Utheses ID
33886
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
