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Halbtrockenrasen als ökologische Infrastruktur im Natura 2000 Gebiet "Westliches Weinviertel" (NÖ)
Florian Danzinger
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Naturschutz und Biodiversitätsmanagement
Betreuer*in
Thomas Wrbka
DOI
10.25365/thesis.38360
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30440.43123.869762-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Trockenlebensräume zählen zu den gefährdetsten Biotopen Österreichs und der Europäischen Union. Neben der Intensivierung der Landwirtschaft, die in den vergangenen Jahrzehnten stattgefunden hat, kommt es auch zur Aufgabe von Beweidung und Mahd von Trockenrasen, Halbtrockenrasen und Magerwiesen. Die aktuelle Gefährdungssituation erfordert daher geeignete Managementmaßnah-men zum Erhalt dieser geschützten Gruppe von Biotopen zur Erreichung eines günstigen Erhaltungs-zustands sowie die Einrichtung eines funktionalen Biotopverbunds.
Als Lebensräume nach Anhang I der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sind Trockenrasen, Halbtrocken-rasen sowie Trockenwiesen von gemeinschaftlichem Interesse und sind seitens der Mitgliedstaaten daher als entsprechende Schutzgebiete zum dauerhaften Erhalt auszuweisen.
Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der Umsetzung der aus dieser Richtlinie ergehen-den Verpflichtung zum Schutz der Trockenlebensräume im niederösterreichischen Natura 2000-Gebiet „Westliches Weinviertel“.
Als Hypothese wurde daher postuliert, dass Trockenrasen, Halbtrockenrasen und Trockenwiesen lokale Hotspots der pflanzlichen Biodiversität sind und somit auch wichtige ökologische Infrastruktur der Region darstellen. Dennoch erfasst das Natura 2000-Gebiet „Westliches Weinviertel“ diese Tro-ckenlebensräume möglicherweise nur zum Teil. Diese Trockenbiotop-„Inseln“ könnten – je nach Landschaftskontext – zu einem funktionalen Biotopverbund als ökologische Infrastruktur vernetzt werden. Darüber hinaus ist der nach FFH-Richtlinie geforderte günstige Erhaltungszustand aufgrund unzureichender und/oder ungeeigneter Managementmaßnahmen nicht gegeben.
Im Zuge der Arbeit wurden im südlichen Teil des Natura 2000-Gebiets Westliches Weinviertel unter-schiedliche, zufällig ausgewählte Quadranten hinsichtlich naturschutzfachlich relevanter Trockenle-bensräume kartiert und einer naturschutzfachlichen Bewertung unterzogen. Dies erfolgte zum einen durch die Kartierung der Landschaftsstruktur und zum anderen durch selektive Biotopkartierung der Quadranten. Zusätzlich wurden Trockenrasen, Halbtrockenrasen sowie Trockenwiesen einer natur-schutzfachlichen Bewertung des Erhaltungszustands unterzogen.
Anschließend wurden die erhobenen Parameter mittels verschiedener Auswertungsmethoden analy-siert und mit Hilfe von geographischen Informationssystemen geprüft.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie im westlichen Weinviertel hinsichtlich des Schutzes und der Pflege von Trockenlebensräumen unvoll-ständig ist. Einerseits konnte anhand einer Vielzahl von potenziell naturschutzwürdigen Biotopflä-chen im Untersuchungsgebiet die unzureichende Ausweisung und damit Nachholbedarf bei der Aus-weisung von geeigneten Schutzflächen gezeigt werden. Andererseits zeigen bereits gemeinschafts-rechtlich geschützte Trockenrasen, Halbtrockenrasen sowie Trockenwiesen und –weiden, dass die damit verbundene Verpflichtung zum Erhalt bzw. zur Erreichung eines günstigen Erhaltungszustands dieser Lebensräume nur unzureichend erfüllt wird.
Es besteht daher dringender Handlungsbedarf, um die letzten verbliebenen Trockenlebensräume des westlichen Weinviertels dauerhaft zu erhalten. Dies ist nur durch die umfassende Unterschutzstel-lung von Trockenlebensräumen und damit verbunden, vor allem durch fachgemäßes Management der Schutzgebiete zu bewerkstelligen. Aufgrund des hohen Isolierungsgrades der Trockenbiotopin-seln soll die Einrichtung eines funktionalen Biotopverbunds zur dauerhaften Erhaltung dieser lokalen Biodiversitätshotspots angestrebt werden.
Abstract
(Englisch)
Dry and xeric grasslands rank among the most vulnerable biotopes of Austria as well as the European Union. Due to changes in farming, such as the intensification of agriculture, and the abandonment of pasturing and swath of these grass-dominated habitats, dry and xeric grasslands have decreased in area and distribution in cultivated landscapes in the last decades. Since dry and xeric grasslands are subjects of protection in the Habitats Directive of the European Union, its implying species and habi-tats are considered to be of common interest. Therefore, measures of management and enforce-ment of protection have to be implemented in the designated protected areas.
In the present study dry and xeric grasslands as well as meadows and pastures were evaluated with regard to their completeness of protection and execution of management in the southern part of the Lower Austrian Natura 2000 site “Westliches Weinviertel“.
The underlying hypotheses suggest that this group of biotopes are local hotspots of plant biodiversity and provide important ecological infrastructure. On top of that, the examined Natura 2000 site “Westliches Weinviertel“ covers dry and xeric grasslands just partially. Furthermore these islands of grassland biotopes could potentially be cross-linked as ecological infrastructure depending on their context in landscape. A further hypothesis proposes that measures of management, which are com-pulsory according to the Habitats Directive, are not implemented as specified.
Therefore, diverse stratified random sampled quadrants, represented by plots of 250 x 250 m, were mapped concerning the landscape structure and equipment of valuable biotopes. In addition, these recorded habitats were rated according to their value regarding nature conservation. By means of spatial analysis, various interpretations with geographical information system software were given to verify the underlying hypotheses
It could be shown that the implementation of the Habitats Directive is insufficient in the field of ade-quate management and enforcement of protection in this group of biotopes in the concerning pro-tected area. Furthermore, it could be stated that Natura 2000 site “Westliches Weinviertel“ should be readjusted regarding the complete coverage of dry and xeric grasslands. Last but not least, a func-tional ecological infrastructure should be established to achieve and obtain a favorable conservation status.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Halbtrockenrasen Trockenrasen Natura 2000 Gebiet Westliches Weinviertel Niederösterreich
Autor*innen
Florian Danzinger
Haupttitel (Deutsch)
Halbtrockenrasen als ökologische Infrastruktur im Natura 2000 Gebiet "Westliches Weinviertel" (NÖ)
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
132 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Thomas Wrbka
Klassifikation
42 Biologie > 42.90 Ökologie: Allgemeines
AC Nummer
AC12631457
Utheses ID
33984
Studienkennzahl
UA | 066 | 879 | |
