Detailansicht

Parteienfinanzierung
wie weit reichen Transparenz und Kontrolle in der österreichischen Rechtsordnung?
Theresa Gruber
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium Rechtswissenschaften
Betreuer*in
Gerhard Muzak
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.38521
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30322.09895.136665-4
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Transparenz und Kontrolle der Finanzgebarung von politischen Parteien ist auf Grund der großen Summe öffentlicher Fördermittel und auf Grund der Gefahr der unzulässigen Beeinflussung politischer Entscheidungen durch den Fluss von Geldmitteln unumgänglich. 2012 wurde das System der Parteienfinanzierung, nachdem der Großteil der Bestimmungen über politische Parteien seit 1975 fast unverändert war, novelliert. Dies geschah einerseits durch das neu gestaltete Parteiengesetz, andererseits durch das Parteienförderungsgesetz und auch durch Änderungen des Bundespräsidentenwahlgesetzes 1971. Aber auch auf strafrechtlicher Ebene wurde versucht, Verbesserungen zu erzielen, insbesondere durch das Korruptionsstrafrechtsänderungsgesetz 2012. Durch diese neuen Regelungen werden zahlreiche verfassungs- und verwaltungsrechtliche Fragestellungen aufgeworfen. Die neuen Parteienfinanzierungsnormen berühren unter anderem die Grundrechte der Parteienbetätigungsfreiheit, der Wahlfreiheit, des Datenschutzes, der Meinungsäußerungsfreiheit und den Gleichheitssatz. In der vorliegenden Dissertation wird behandelt, ob und wenn ja in welchen Punkten die neuen Regelungen in Grundrechte eingreifen. Weiters wird die kompetenzrechtliche Einordnung der neuen Parteienförderungsregelungen in Bezug auf politische Parteien und auf parlamentarische Klubs beleuchtet. Auch die Einordnung von Parteienförderung als Subvention und daraus folgende mögliche Rückforderungsmechanismen werden in den Blickpunkt gestellt. Einer der am meisten kritisiertesten Punkte des österreichischen Systems vor der Neuregelung waren die Parteispendenregelungen. Spenden stellen einerseits einen Akt politischer Partizipation dar, bergen jedoch gleichzeitig die Gefahr, die staatliche Willensbildung durch Nahe- und Abhängigkeitsverhältnisse zu gefährden, und den Wettbewerb zwischen den Parteien zu verzerren. Es wird in dieser Arbeit beleuchtet, ob die neuen Regelungen den großen Anforderungen gerecht werden. Weiters wird thematisiert, ob die getroffenen Regelungen betreffend der Kontrolle der Parteienfinanzierung (durch den Rechnungshof, Wirtschaftsprüfer, den unabhängigen Parteien-Transparenz Senat und die Öffentlichkeit) und gegebenenfalls daraus folgende Sanktionen in der Lage sind, Missbrauch und Umgehungsmöglichkeiten einzudämmen. Da sich das Parteiengesetz 2012 nicht ausschließlich auf Bundesebene bezieht, sondern auch Vorgaben für die Landesgesetzgebung enthält, sind weiters die rechtlichen Auswirkungen dieses Kompetenzverlustes der Länder in den Blickpunkt zu stellen. Angemessene Sanktionen auf illegale Parteienfinanzierung und die Bestrafung von Personen außerhalb der Parteisphären (beispielsweise der Spender) ist vordergründig die Aufgabe des Strafrechts, das unter anderem mit den neu geregelten Korruptionsstrafdelikten einen notwendigen Beitrag zur Vervollständigung des Parteienfinanzierungssystems leistet. Die teils schon jahrzehntelang bestehende Kritik am System, das vor der grundlegenden Neuregelung 2012 bestanden hat, war umfassend. Trotzdem sind einige Kritikpunkte unbeachtet geblieben oder neue haben sich aufgetan. Diese Arbeit soll aufzeigen, welche Regelungen Lücken im System bieten und Denkanstöße für mögliche Verbesserungen liefern.
Abstract
(Englisch)
Transparency and control of the administration of political parties’ public funds are necessary due to the huge amount of public contributions and illegal attempts at influencing political decisions. Most of the “Parteiengesetz 1975” (Political Parties Act 1975) was amended by the “Parteienförderungsgesetz” (Party Financing Law), a new “Parteiengesetz” (Political Parties Act) and parts of the “Bundespräsidentenwahlgesetz 1971” (Federal President Election Law), which established a new system of party financing. Furthermore, introducing a new criminal law, especially the new “Korruptionsstrafrechtsänderungsgesetz 2012” (Criminal Law on Corruption) should achieve an improvement. However, the new rulings caused numerous problems regarding constitutional and administrative law. The new party financing system may affect fundamental freedoms like the freedom of political activity, the electoral freedom, data protection, the freedom of expression and the principal of equal treatment. This dissertation clarifies whether and in which points the new system violates fundamental rights. Additionally, the allocation of legislative competences and the classification of party financing as subsidies and its consequential refund are discussed. The new party financing law not just affects federal but also provincial law and it comprises a loss of competences at the level of the federal states. Most of the criticism leveled at the former system concerned the contribution system. Contributions are an act of political participation but they carry the danger of interfering with the political decision-making process and the danger of distorting the competition between the political parties. This dissertation aims to show whether the new system is able to accommodate this variety of requirements. It also shall be clarified whether the new rules regarding the control of party financing (by the Court of Auditors, Auditors, the “unabhhängiger Parteien-Transparenz Senat” and the public) and consequential penalties are able to reduce the potential for abuse and circumventions. The criminal law has considerable significance for the sanctioning of illegal party financing and the penalization of people who are out of the parties’ sphere of control. The new Criminal Law on Corruption is a necessary contribution to the completion of the party financing system. The decades-long criticism concerning the previous system was widespread. Nevertheless, not all points of criticism have been taken into account and new ones turned up. This dissertation intends to show which rules should be renewed and also suggests improvements.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
party financing system contribution system control of party financing and consequential penalties Criminal Law on Corruption
Schlagwörter
(Deutsch)
Parteienfinanzierung Parteienförderung Parteispenden Wahlwerbungskosten Korruptionsstrafrecht Akademien und Klubs Parteienfinanzierung auf Ebene der Bundesländer Grundrechtliche Schranken der Parteienförderung Subventionen Unabhängiger Parteien-Transparenz-Senat
Autor*innen
Theresa Gruber
Haupttitel (Deutsch)
Parteienfinanzierung
Hauptuntertitel (Deutsch)
wie weit reichen Transparenz und Kontrolle in der österreichischen Rechtsordnung?
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
207 Seiten : Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Clemens Jabloner ,
Georg Lienbacher
Klassifikation
86 Recht > 86.43 Öffentliches Recht: Allgemeines
AC Nummer
AC13055138
Utheses ID
34127
Studienkennzahl
UA | 783 | 101 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1