Detailansicht

Vom Subjekt zum Kunstobjekt. Die Inszenierung von / über Leichen
Jacqueline Kloft
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Theater-, Film- und Medientheorie
Betreuer*in
Brigitte Marschall
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.38602
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30173.95661.354854-2
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit befasst sich mit der Verarbeitung, Haltbarmachung, Zurschaustellung und Vermarktung sterblicher Überreste von Mensch und Tier. Es werden vor allem zwei Persönlichkeiten, die für die Präparation und Ausstellung toter Körper prominent wurden, betrachtet und verglichen. Hierbei handelt es sich um Gunther von Hagens und Damien Hirst. Das Schaffen beider wird im Hinblick auf Kunst, Wissenschaftlichkeit und finanziellen Profit kritisch beleuchtet. Auch werden die geschichtlichen und religiösen Hintergründe bearbeitet und die Entstehung der Exponate und deren Bezüge zu ihren Erschaffern erklärt. Sowohl Hirst als auch von Hagens erfreut sich eines hohen Medieninteresses. Beide sind sehr bekannt für ihre Werke und werden zumeist gemeinsam mit diesen öffentlich abgelichtet und somit auch in Verbindung gebracht, was vor allem durch die Objekthaftigkeit der dargestellten Körper möglich ist, die einst lebendige Wesen waren. Für das Verständnis der hohen Bekanntheit der Werke und deren Erschaffer und auch für das große Interesse an deren Ausstellungen ist nicht zuletzt auch eine Beleuchtung des geschichtlichen Hintergrunds der Präparation und Zurschaustellung von Leichen notwendig. Hierfür sind besonders die Reaktionen und die Schaulustigkeit der Gesellschaft elementar. Ein zentraler Bezugspunkt für die Verständlichkeit des hohen Interesses an von Hagens´ Werken ist nicht zuletzt die Kirche, der – vor allem mit einem Fokus auf Reliquien – ein großer Teil dieser Arbeit zuteil wurde. Bei genauerer Betrachtung sind ähnliche Inszenierungs- und Erwirtschaftungstaktiken erkennbar, die im dritten Kapitel herausgearbeitet werden. Außerdem spielen, um einen Rundumblick zu gewähren, Freakshows und das Pathologisch-anatomische Bundesmuseum im Wiener Narrenturm eine Paraderolle in dieser Arbeit. Andersartige Körper zu betrachten, sich ihnen überlegen zu fühlen, sie zur Schau zu stellen und für eine finanzielle Bereicherung zu nutzen – ähnlich wie es bei Werken Hirsts und von Hagens der Fall ist – baut auf die voyeuristischen Vorlieben der Gesellschaft und ist seit eh und je ein Garant für großes öffentliches Interesse. Ein eigenes Kapitel erhalten daher auch die Erfolgskriterien für die Ausstellung von Leichen, die noch einmal gesondert beleuchtet werden. Für die hohen Erträge und das enorme Interesse an der Ausstellung von sterblichen Körpern und deren Überreste sind vor allem die Inszenierungstaktiken, also die Rahmung der Darstellung von Körpern wichtig. Wie die auszustellenden Figuren angekündigt und beworben werden macht einen großen Teil der Maschinerie „Körperwelten“ aus. Ebenso spielt die Echtheit und somit auch die Faszination an den Körpern eine große Rolle, die wiederum auch Gefühle und Gewohnheiten provoziert und somit Schaulustige anzieht. All diese Punkte werden an den vorliegenden Beispielen abgearbeitet und verglichen, wodurch sich das auch in unserer Zeit immer noch gesteigerte Interesse an Damien Hirsts Werken und Gunther von Hagens „Körperwelten“ erklären lässt und deutlich wird, woher es kommt und mit welchen geschichtlichen Phänomenen es zu erklären ist.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Gunther von Hagens Damien Hirst Leichen Kunst Objekt Inszenierung Plastination
Autor*innen
Jacqueline Kloft
Haupttitel (Deutsch)
Vom Subjekt zum Kunstobjekt. Die Inszenierung von / über Leichen
Paralleltitel (Englisch)
From Subject to Object. The Exhibition of and about dead Bodies
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
141 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Brigitte Marschall
Klassifikationen
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.00 Wissenschaft und Kultur allgemein: Allgemeines ,
20 Kunstwissenschaften > 20.05 Kunst in Beziehung zu anderen Wissenschaftsgebieten
AC Nummer
AC12623600
Utheses ID
34195
Studienkennzahl
UA | 066 | 582 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1