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Die Mentalisierungsfähigkeit im Kontext familiärer und außerfamiliärer Betreuung
das Zusammenspiel von Mentalisierungsfähigkeit, Sensitivität und Bindung
Justina Popp-Nowak
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Psychologie
Betreuer*in
Lieselotte Ahnert
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.38617
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29163.25225.337163-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Seit über 20 Jahren befasst sich die Eltern-Forschung mit der noch unvollständig geklärten Bindungstransmissionslücke. Diese bezeichnet den ungeklärten Varianzanteil außerhalb elterlicher mentaler Bindungsrepräsentation und Sensitivität, die zur Bindungsbeziehung mit dem Kind beiträgt (Van Ijzendoorn, 1995). Zur Klärung der Bindungstransmissionslücke wurde die Rolle der Mentalisierungsfähigkeit im Kontext der Betreuungsqualität erforscht (Fonagy, & Target, 2005). Aus weiteren Studien erschliesst sich ein Forschungsbedarf an dem Konstrukt der Mentalisierung und ihren charakteristischen Prozessen in diversen sozialen Kontexten (Katznelson, 2014; Meins, Fernyhough, & Harris-Waller, 2014). Die empirische Ausgangslage weist zur Gruppe der Erzieherinnen im Themenbereich der Mentalisierung nur eine Studie vor (Degotardi, & Sweller, 2012). Aus der aktuellen Forschung ergibt sich somit der Fokus dieser Masterarbeit auf die Mentalisierungsfähigkeit von Erzieherinnen (N = 51) und Müttern (N = 276) und die Rolle, welche sie für die Prozessqualität einnimmt. Die Daten stammen aus einem internen Forschungspraktikum, dem CENOF-Projekt und dem Parenting und Co-Parenting Projekt. Die Mentalisierungsfähigkeit wurde anhand des Parent Development Interview, die Bindungssicherheit anhand des Attachment Q-Sorts und die Feinfühligkeit der Bezugsperson durch die Caregiver Interaction Scale bzw. die Emotional Availability Scales erhoben, welche erprobte Messinstrumente in diesem Forschungsfeld sind. Um einen Beitrag zur Klärung der Bindungstransmissionslücke und dem Konstrukt Mentalisierung zu leisten, befasste sich diese Studie mit der Mentalisierungsfähigkeit der Bezugspersonen und ihrem Zusammenhang mit der Feinfühligkeit bzw. auch der Bindungs- beziehung zum Kind. Die mütterliche Feinfühligkeit im Kern dieses Begriffs stand im Zusammenhang mit der Mentalisierungsfähigkeit. Bei den Erzieherinnen stellte sich ein negativer Zusammenhang zwischen der Mentalisierungsfähigkeit und dem durchsetzenden Verhalten als Teilaspekt der erzieherischen Sensitivität heraus. Eine Korrelation zwischen der Bindungs- beziehung und Mentalisierungsfähigkeit lag, trotz mehrfachen Befunden in der Forschung, in dieser Arbeit nicht vor (Bernier, & Dozier, 2003). Darum wäre eine detaillierte Untersuchung der Bindungsbeziehung in diesem Kontext zukünftig relevant. Um ein besseres Verständnis über das Konstrukt der Mentalisierung zu erzielen wurde das Alter des Kindes (Slade, 2005; Mandler, 2013) und der Bezugspersonen im Zusammenhang mit der Mentalisierungsfähigkeit untersucht, ebenso die einschlägige Berufserfahrung der Erzieherin, wobei keines dieser Faktoren sich als ausschlag- gebend herausstellte. Auch wurde ein Vergleich zwischen den Erzieherinnen und den Müttern hinsichtlich ihrer Mentalisierungsfähigkeit vorgenommen, bei dem sich kein Unterschied zwischen diesen feststellen lies. Aufgrund der stark voneinander abweichenden Stichprobengrößen wäre ein genereller Analogieschluss der Mütter auf die Erzieherinnen voreilig. Es bedarf weiterer Studien, die beispielsweise einen Vergleich dieser Gruppen unter Berücksichtigung desselben zu betreuenden Kindes anstreben oder Forschungsarbeiten die Erzieher vor und nach ihrer erzieherischen Ausbildung untersuchen.
Abstract
(Englisch)
Since 20 years, parenting research has tried to understand the attachment transmission gap, that is still not entirely explained. The transmission gap determines the unknown proportion of variance besides from parental sensitivity or the parental state of mind with respect to attachment, which plays a key role for the parent-child attachment quality (Van Ijzendoorn, 1995). Furthermore, former studies showed the importance of the construct of mentalization in context with the attachment quality (Fonagy, & Target, 2005). Previous studies led to the requirement of further investigation into the construct of mentalization and its characteristic processes in diverse social contexts (Demers, Bernier, Tarabulsy, & Provost, 2010; Katznelson, 2014; Meins, Fernyhough, & Harris-Waller, 2014). The empirical status quo consists of merely one study dealing with female child educators’ ability to mentalize (Degotardi, & Sweller, 2012). The goal of this Master’s thesis was to study the mentalizing capability of mothers (N = 276) and female child educators (N = 51) along with its relationship to the process quality. Data was acquired throughout an internal research internship as well as the CENOF-Project, the Parenting and Co-Parenting Project. The reflective functioning was measured with the Parent Development Interview, the attachment quality with the Attachment Q-Sort and the sensitivity with the Emotional Availability Scales or respectively with the Caregiver Interaction Scale, which are approved measuring instruments in the field. In order to make a contribution to the attachment transmission gap and the theoretical construct of mentalization this study examined the relation between the reflective functioning of the attachment figure and the sensitivity respectively the attachment quality. The maternal sensitivity in its core meaning was correlated to the maternal reflective functioning. The female child educator sample showed that a higher degree of mentalization comes with less punitive behaviour which is a part of sensitivity. Earlier research findings suggest a correlation between the attachment quality and the mentalization (Bernier, & Dozier, 2003). However, no correlation between the attachment quality and the reflective functioning could be seen. Thus, it is recommended for future research to take a deeper look at the attachment quality in this context in order to receive more details about the reflective functioning. This study took the child's (Slade, 2005; Mandler, 2013), mother's and child educator's age, including her educational working experience, into consideration. None of these variables were of prime importance regarding the reflective functioning of the attachement figure. Furthermore, this study compared the reflective functioning of mothers and child educators, yet, without finding any significant differences. Due to deviation in regard to sample sizes a conclusion by analogy from mothers to educators would be forejudged. Instead, future studies should focus on comparing the reflective functioning of mothers and educators with the same child or contrast the difference of reflective functioning before and after an educational apprenticeship.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
reflective functioning attachment sensitivity caregiver
Schlagwörter
(Deutsch)
Mentalisierungsfähigkeit Bindung Sensitivität Betreuer
Autor*innen
Justina Popp-Nowak
Haupttitel (Deutsch)
Die Mentalisierungsfähigkeit im Kontext familiärer und außerfamiliärer Betreuung
Hauptuntertitel (Deutsch)
das Zusammenspiel von Mentalisierungsfähigkeit, Sensitivität und Bindung
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
165 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Lieselotte Ahnert
Klassifikation
77 Psychologie > 77.57 Erwachsenenpsychologie
AC Nummer
AC13020245
Utheses ID
34210
Studienkennzahl
UA | 066 | 840 | |
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