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Die Interaktionssynchronität unter dem Einfluss des kindlichen Temperaments und der mütterlichen Belastung
Sandra Müllner
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Diplomstudium Psychologie
Betreuer*in
Lieselotte Ahnert
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.38667
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29551.30896.270063-0
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Ziel dieser Arbeit war es aufzuzeigen, wie die Interaktionssynchronität in der Mutter-Kind-Dyade einerseits vom kindlichen Temperament und andererseits von der mütterlichen Belastung beeinflusst wird. Um des Weiteren der Transaktionalität und der Dynamik in der Mutter-Kind-Beziehung gerecht zu werden, wird auch untersucht, wie sich das Temperament des Kindes auf das Belastungsgefühl der Mutter auswirkt. Um diese Aspekte zu überprüfen, wurden auf Basis der Toddler Temperament Scale (TTS; Fullard, McDevitt, & Carey, 1984) die Kinder in zwei Temperamentstypen eingeteilt, nämlich in Kinder mit „eher schwierigem“ und „eher einfachem“ Temperament. Die mütterliche Belastung wurde mit der deutschen Version des Parent Stress Indexes (PSI; Abidin, 1995) erhoben, dem Eltern-Belastungs-Inventar (EBI; Tröster, 2011). Die Interaktionssynchronität wurde in der vorliegenden Arbeit im Rahmen der Fremden Situation mit der Skala „Gemeinsamkeit Wollen“ aus dem neu entwickelten Vienna Attachment Classification System (VACS; Witting & Ahnert, 2013) erfasst. Da sich dieses neue Klassifikationssystem noch in der Validierungsphase befindet, sollte auch die vorliegende Arbeit einen kleinen Beitrag zur internen Validierung der Skala „Gemeinsamkeit Wollen“ leisten. Es zeigte sich, dass die Skala die zunehmende Bindungsaktivierung beim Kind und bei der Mutter valide abbildet, weshalb die interne Validierung als erfolgreich angesehen werden kann. Für die vorliegende Untersuchung, die im Rahmen des Projekts „Parenting and Co-Parenting in Infancy“ durchgeführt wurde, wurden 215 Mutter-Kind-Dyaden herangezogen, wobei die Kinder zwischen 12.97 und 56.70 Monate (M = 26.74; SD = 8.46) alt waren und sich aus 105 Mädchen (48.8%) und 110 Buben (51.2%) zusammensetzte. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das kindliche Temperament sowohl Einfluss auf die Struktur der Mutter-Kind-Interaktion, als auch auf die mütterliche Belastung nimmt. Hinsichtlich der Interaktionssynchronität konnte gezeigt werden, dass nur Mütter mit „eher schwierigen“ Mädchen eine niedrigere Interaktionssynchronität zeigen. Der Einfluss des kindlichen Temperaments auf die Interaktionssynchronität wird also durch das Geschlecht des Kindes moderiert. Bezüglich der mütterlichen Belastung wurde ersichtlich, dass sich Mütter mit „eher schwierigen“ Kindern signifikant höher belastet fühlen als Mütter mit „eher einfachen“ Kindern, wobei Temperamentseigenschaften, wie eine hohe Aktivität, eine schlechte Stimmung und ein sehr zurückhaltendes Verhalten einen besonderen Erklärungswert für die mütterliche Belastung einnehmen. In Bezug auf die Interaktionssynchronität konnte kein signifikanter Einfluss der Belastung der Mutter gefunden werden. Diese Ergebnisse suggerieren, dass während der Fremden Situation, die das Kind einer ansteigenden Belastung aussetzt, ein Entkoppelungsprozess bei der Mutter stattfinden könnte. Trotz ihrer Belastung im Alltag klammert die Mutter möglicherweise diese Gefühle in dieser für ihr Kind stressigen Situation aus und ist für ihr Kind als Sicherheitsbasis verfügbar.
Abstract
(Englisch)
The objective of this thesis was to demonstrate in which way the synchrony of the interaction between mother and child was affected both by the temperament of the child and the parenting stress of the mother. To consider the transactional and dynamic character of the mother-child-relationship the interdependencies between the temperament of the child and the maternal stress should also be covered by this investigation. For the examination of those aspects the children were separated into two types of temperament, the difficult and the easy child, based on the outcomes of the Toddler Temperament Scale (TTS; Fullard, McDevitt, & Carey, 1984). The data considering the maternal stress was gathered with the German version of the Parenting Stress Index (PSI; Abidin, 1995), the Eltern-Belastungs Inventar (EBI; Tröster, 2011). The synchrony of the interaction was evaluated during the Strange Situation with the “Gemeinsamkeit Wollen”-Scale of the new developed Vienna Attachment Classification System (VACS; Witting & Ahnert, 2013). Since this new coding system is still in the validation phase this paper should also contribute to the internal validation of the “Gemeinsamkeit Wollen”-Scale. The results revealed that this scale reflects the increasing activation of the attachment system in a valid way, so the internal validation can be considered as successful. The random sample used in the present investigation, which was conducted as part of the project “Parenting and Co-Parenting in Infancy“, included 215 mother-child-dyads with 105 girls (48.8%) und 110 boys (51.2%). The children were between 12.97 and 56.70 months old (M = 26.74; SD = 8.46). The outcomes of the study illustrate the effect of the temperament of the child on both the structure of the mother-child-interaction and the parenting stress of the mother. With regard to the synchrony of the interaction it was revealed that merely mothers with difficult girls show lower interaction-synchrony. The influence of the temperament of the child on the synchrony in the mother-child-interaction is therefore dependent on the child’s gender. The results also indicate that mothers of difficult children experience more parenting stress than mothers of easy children. Especially, temperamental characteristics such as high motor activity, negative affect and withdrawn behavior have a negative impact on the maternal stress. Concerning the maternal stress there could be found no significant influence on the synchrony in the mother-child-interaction These findings suggest that in very stressful situations for the child like the Strange Situation the mother leaves her stressful feelings aside, which she experiences through the daily handling with the child and nevertheless functions as a secure base for her child.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
interaction-synchrony Strange Situation attachment theory temperament parenting stress
Schlagwörter
(Deutsch)
Interaktionssynchronität Fremde Situation Bindungstheorie Temperament mütterliche Belastung
Autor*innen
Sandra Müllner
Haupttitel (Deutsch)
Die Interaktionssynchronität unter dem Einfluss des kindlichen Temperaments und der mütterlichen Belastung
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
V, 69, XXII Seiten : Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Lieselotte Ahnert
Klassifikation
77 Psychologie > 77.53 Entwicklungspsychologie: Allgemeines
AC Nummer
AC12661633
Utheses ID
34256
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
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