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Kombinationstöne und musikalische Wahrnehmung
Philipp Wiedl
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Musikwissenschaft
Betreuer*in
Christoph Reuter
DOI
10.25365/thesis.38956
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29064.98738.410059-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Neben den Grundtönen und Obertönen können auch Komponenten an einem Zusammenklang beteiligt sein, die durch das Gehör selbst hinzugefügt werden. Hierbei handelt es sich um Verzerrungsprodukte, die durch Nichtlinearitäten im Übertragungsweg des Gehörs hervorgebracht werden und in Kombinations- und Ohrpartialtöne unterteilt werden können. Ob diese nichtlinearen Verzerrungsprodukte in ausreichender Intensität auftreten, um die musikalische Wahrnehmung zu beeinflussen, hängt jedoch von mehreren Faktoren, wie etwa den Schalldruckpegeln und den Frequenzen der dem Ohr präsentierten Tönen, ab.
Kombinations- und Ohrpartialtöne bilden auch die gemeinsame Grundlage einiger Konsonanztheorien, wobei diese aber sehr unterschiedlich verwendet werden, um die Ausnahmestellung der Konsonanz zu erklären: Hermann von Helmholtz verweist auf ausbleibende Schwebungen bei konsonanten Zusammenklängen, die sich bei Klängen ohne Obertönen nur mit den Kombinationstönen aufzeigen lassen. Paul Hindemith sagt hingegen, dass die Intervalle durch die Lage der Kombinationstöne unterschiedlich stark belastet sind und sich dadurch eine Reihung ergibt. Heinrich Husmann sieht die Obertöne als den entscheidenden Faktor für den besonderen Charakter der Konsonanzen und bei obertonlosen Klängen nehmen die Ohrpartialtöne deren Stellung ein. In all diesen Theorien wird jedoch zu wenig auf die Charakteristika der Verzerrungsprodukte eingegangen und deren Relevanz für die musikalische Wahrnehmung in den unterschiedlichen Situationen geprüft. Gerade in der musikalischen Praxis können diese nämlich häufig durch natürliche Fluktuationen der Töne gar nicht entstehen.
Die Verzerrungsprodukte des Ohres sind also ein weit instabilerer Faktor als von Helmholtz, Hindemith und Husmann angenommen und so stellt sich schließlich die Frage, ob sich die Konsonanzen weiterhin von den Dissonanzen abheben, wenn die nichtlinearen Verzerrungsprodukte gar nicht am Zusammenklang beteiligt sind. Der Vergleich von Intervalleinschätzungen in unterschiedlichen Hörsituationen mit Sinustönen und wechselnd mit und ohne Schwebungen (bzw. Rauigkeit) sowie Kombinations- und Ohrpartialtönen haben gezeigt, dass die nichtlinearen Verzerrungsprodukte des Gehörs nicht die Ursache für die Ausnahmestellung der Konsonanz sein können. Eine schlüssige Erklärung ist mit Hilfe der aktuellen Erkenntnisse der Psychoakustik und der Neurophysiologie sowie unterschiedlichen alternativen Konsonanztheorien möglich.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Kombinationstöne musikalische Wahrnehmung nichtlineare Verzerrungen Psychoakustik Konsonanztheorien
Autor*innen
Philipp Wiedl
Haupttitel (Deutsch)
Kombinationstöne und musikalische Wahrnehmung
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
109 S. : zahlr. graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Christoph Reuter
Klassifikationen
24 Theater > 24.44 Musikpsychologie ,
24 Theater > 24.75 Musiktheorie
AC Nummer
AC12649174
Utheses ID
34509
Studienkennzahl
UA | 066 | 836 | |
