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Bestandsentwicklung von Hybridpappelforsten im Nationalpark Donau-Auen
Teresa Knoll
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Ökologie
Betreuer*in
Karl Reiter
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30251.56664.458064-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Hybridpappeln sind das Produkt mehrerer Kreuzungen innerhalb der Gattung Populus. Die Verwendung der heimischen Schwarzpappel (Populus nigra; männlich) und nordamerikanischen Pappelarten (P. deltoides; weiblich) führte zur Entstehung der euamerikanischen Pappeln (Populus ×canadensis). Um 1860 hat die großflächige Hybridpappelanpflanzung in den Donau-Auen begonnen. Die Vorteile der Verwendung von Hybridpappeln sind die Krankheitsresistenz, der schnelle und aufrechte Wuchs sowie die erhöhte Wassertoleranz und die guten Vermehrungseigenschaften. Allerdings gibt es auch Nachteile durch die Aufforstung mit Populus ×canadensis für die Biodiversität des Nationalparks: Einerseits besteht die Gefahr der Introgression mit der ohnehin schon gefährdeten heimischen Schwarzpappel. Bis zu zehn Prozent des P. nigra-Jungwuchses soll Hybridpappelgene aufweisen. Andererseits gelten die interspezifische Konkurrenz sowie der hohe Grad von Mistelinfektionen als potentielle Gefahr für die restliche Pflanzenwelt des Nationalparks Donau-Auen. Da Hybridpappeln nach 1492 durch den Menschen in Europa eingeführt wurden, sind sie als Neophyten zu klassifizieren. Im Normalfall werden Kanadapappeln nach 30 bis 40 Jahren geerntet, was seit der Einrichtung des Nationalparks Donau-Auen im Jahr 1996 nicht mehr der Fall ist. Seit dem werden die Bestände sich selbst überlassen. In der vorliegenden Arbeit wurden 100 Aufnahmeflächen untersucht (Vegetationsaufnahmen nach Braun-Blanquet, Bauminventarisierung), um die Entwicklungstendenzen der Populus ×canadensis-Bestände zu beschreiben. Die Ergebnisse zeigen, dass Hybridpappelforste mit dem Alter artenreicher werden und eine geringe Deckung an (invasiven) Neophyten aufweisen. Die Bestände konnten in zwei Bestandsgruppen geteilt werden, wobei die zweite Gruppe artenreicher ist, was das Resultat der Außernutzungsstellung sein kann. Diese Studie legt nahe, dass die Bestände weiter sich selbst überlassen werden sollen, da die Entwicklung in Richtung naturnahe Wälder geht und dies auch gut mit dem Prozessschutz des Nationalparks in Einklang gebracht werden kann.
Abstract
(Englisch)
Hybrid poplars (Populus ×canadensis) are mainly the cross product of the native Populus nigra (male) and the North American P. deltoides (female). Since the 1860's these trees have been planted in the area of the Donau-Auen National Park. Advantages of Populus ×canadensis trees are their resistance against diseases, their fast and erect growth as well as their tolerance of water deficiency and their good propagation properties. Certainly hybrid poplars represent a danger for the biodiversity of the national park: Because of the fact that one parent is native in the Austrian flora, hybrids of Populus ×canadensis and P. nigra can occur under natural conditions. Up to ten percent of P. nigra seedlings already contain hybrid poplar genes. Other risks are the high infection rate of Viscum album and the interspecific competition. Hybrid poplars were introduced to Austria after 1492 and are therefore classified as neophytes. Usually Populus ×canadensis are harvested 30 to 40 years after planting, which isn't the case here since the national park was established in 1996. Since then the hybrid poplar stands have been left on their own. The developments of these stands were observed with vegetation relevés (method after Braun-Blanquet) and tree inventories. In this study 100 plots were observed to describe the development trends of the hybrid poplar stands. The results show that older plantations contain more (native) species and less (invasive) neophytes. The hybrid poplar stands can be classified in two vegetation groups. The second one is richer in species and could be the product of the abolishment of forestry. This study suggests to leave the hybrid poplar plantations as they are. They seem to develop in the direction of natural forest stands.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Populus ×canadensis hybrid poplar development national park floodplain forest neophyte
Schlagwörter
(Deutsch)
Populus ×canadensis Hybridpappeln Entwicklung Nationalpark Auwald Neophyten
Autor*innen
Teresa Knoll
Haupttitel (Deutsch)
Bestandsentwicklung von Hybridpappelforsten im Nationalpark Donau-Auen
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
119 Seiten : Diagramme, Karten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Karl Reiter
Klassifikationen
42 Biologie > 42.44 Pflanzengeographie, Pflanzenökologie, Pflanzensoziologie ,
42 Biologie > 42.97 Ökologie: Sonstiges
AC Nummer
AC12707756
Utheses ID
34545
Studienkennzahl
UA | 066 | 833 | |
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