Detailansicht

Nachhaltigkeit und Geschlecht am Fallbeispiel Foodcoops in Wien
Nina Katrin Aukenthaler
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Ökologie
Betreuer*in
Harald Wilfing
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.39094
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29506.44431.945964-0
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In meiner Masterarbeit versuche ich den vielfältigen Verschränkungen von Geschlecht und Nachhaltigkeit nachzugehen. Dabei zeige ich nicht nur wie feministische Zugänge zu Nachhaltigkeit in der Theorie aussehen, sondern untersuche die Rolle von Geschlecht in nachhaltigen Initiativen an einem Fallbeispiel – den Wiener Foodcoops. Im theoretischen Teil zeichne ich die Entstehung des Nachhaltigkeitsdiskurses, die feministischen Interventionen in diesen sowie die Entwicklung verschiedener Nachhaltigkeitsmodelle nach. Darüber hinaus beschreibe ich verschiedenen feministischen Ansätzen und deren Versuch Natur und Nachhaltigkeit anders zu fassen. Dabei zeige ich, wie diese Ansätze beispielsweise Reproduktionsarbeit aufwerten und Begriffe wie Sorge und Verantwortung ins Zentrum ihrer Theorien stellen. Im ersten Teil versuche ich also darzustellen, was Geschlecht ist und wie Geschlecht mit Nachhaltigkeit zusammenhängt. Dieses Verhältnis versuche ich im empirischen Teil an einem konkreten Fallbeispiel zu erforschen. Dafür habe ich fünf Wiener Foodcoops ausgewählt und zehn qualitative Interviews mit Teilnehmer*innen dieser geführt. Bei Foodcoops handelt es sich um selbstorganisierte Lebensmittelkooperativen, die biologisch produzierte Lebensmittel in engem direktem Kontakt mit den Produzent*innen beziehen. In meiner Analyse habe ich den Aufbau und die Organisation der Foodcoops, das Nachhaltigkeitsverständnis der Teilnehmer*innen und die Rolle von Geschlecht in Foodcoops untersucht. Dabei zeigt sich, dass das Nachhaltigkeitsverständnis der Foodcoop-Teilnehmer*innen über ein rein ökologisches Verständnis von Nachhaltigkeit hinaus geht und auch soziale, ökonomische, kulturelle und politische Aspekte umfasst, wie beispielsweise die Förderung von regionalen Kleinbetrieben oder die Förderung des gemeinschaftlichen Miteinanders. In Bezug auf Geschlechterfragen konnte ich feststellen, dass das Geschlechterverhältnis unter den Mitgliedern sowie die Arbeitsaufteilung zwischen Frauen und Männern sehr ausglichen ist. Trotzdem lassen sich auch Probleme feststellen: Einerseits entstehen soziale Ausschlüsse aufgrund des hohen Zeitaufwands der Teilnahme an einer Foodcoop. Andererseits scheint trotz der basisdemokratischen Organisation der Foodcoops, die ein aktives mitgestalten ermöglicht, das Thema Geschlecht innerhalb der Foodcoop kaum diskutiert zu werden. Die Ergebnisse meiner Analyse zu den geschlechtsspezifischen Ein- und Ausschlussmechanismen der Foodcoops könnten für die Analyse weiterer nachhaltiger Initiativen relevant sein. Denn in meiner Masterarbeit zeige ich mit Hilfe einer interdisziplinären Perspektive auf, dass Nachhaltigkeit ohne Geschlecht weder theoretisch untersucht, noch praktisch umgesetzt werden kann.
Abstract
(Englisch)
In my master thesis I try to show the manifold entanglements of gender and sustainability. Therefore I first discuss different feminist perspectives to sustainability. Then, in the empirical part of my thesis, I analyse the role gender plays in sustainable projects using the case study of Viennese food co-ops. In my thesis I first illustrate the emergence of the sustainability discourse, discuss the feminist interventions in it, and I explicate the development of the multi-dimension model of sustainability. Furthermore, I examine several feminist approaches, and their attempts to seeing nature and sustainability different. These approaches value reproductive work much higher and put terms like care and responsibility in the centre of their theories. Then I discuss what gender is and how gender is connected to sustainability. I want to show this relation using an empirical case study. Therefore I selected five Viennese food co-ops and conducted ten qualitative interviews with participants of it. Food co-ops are self-organised and they obtain organic food in close relationship to the producers. Drawing on the interviews I analyse the organisation of the food co-ops, the understanding of sustainability of the food co-op members and the role of gender in the food co-ops. It appears that the understanding of sustainability of the food co-op members goes beyond a mere ecological notion of sustainability and also includes social, economic, cultural, and political aspects. For example, they try to encourage regional, small-scale farmers and social cooperation. Concerning gender issues, I could find out that the gender ratio and the division of labour between women and men is very balanced. Nevertheless, despite these positive results, there are a few problems: On the one hand, social exclusion arises because of the time required for participating in the food co-op, and on the other hand, gender is hardly discussed in the food co-ops, although women are actively participating thanks to its grassroots democratic organisation. These gendered mechanisms of inclusion and exclusion I investigate in my research are also likely to be relevant to other sustainable initiatives and projects. In conclusion, my interdisciplinary master thesis demonstrates that sustainability without a gender perspective can neither be analysed nor implemented.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
gender sustainability foodcoops
Schlagwörter
(Deutsch)
Geschlecht Nachhaltigkeit Foodcoops feministische Nachhaltigkeitsforschung
Autor*innen
Nina Katrin Aukenthaler
Haupttitel (Deutsch)
Nachhaltigkeit und Geschlecht am Fallbeispiel Foodcoops in Wien
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
167 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Harald Wilfing
Klassifikationen
42 Biologie > 42.97 Ökologie: Sonstiges ,
43 Umweltforschung > 43.99 Umweltforschung, Umweltschutz: Sonstiges
AC Nummer
AC12690184
Utheses ID
34632
Studienkennzahl
UA | 066 | 833 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1