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Vom Konzept der Loslösung von Konzepten
eine rekonstruktive Analyse der Handlungspraxis in der Tanzimprovisation
Agnes Blumenschein
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Diplomstudium Psychologie
Betreuer*in
Thomas Slunecko
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.39237
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30230.75474.164454-0
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Diplomarbeit dient der näheren Betrachtung der Handlungspraxis in der Tanzimprovisation. Unter Einbezug von Theorien aus einer Soziologie des Körpers und der anthropologischen Philosophie Helmuth Plessners wird darin den Fragen nachgegangen, woran sich das Handeln der TänzerInnen im Tanzimprovisations-Kurs orientiert, welche Rolle ein Präsenzerleben dabei spielt, auf welche Hindernisse die Improvisierenden stoßen und wie sie mit diesen umgehen. Um diese Fragen zu beantworten, wurden schließlich mit vier Gruppen aus insgesamt drei verschiedenen Tanzimprovisationskursen Gruppendiskussionen geführt. Diese Gruppen bestanden aus jeweils drei bis sechs Kursteilnehmenden, sowohl Frauen als auch Männern, im Alter von ca. 28 bis 65 Jahren. Die Gruppendiskussionen wurden aufgenommen, transkribiert und anschließend mit der dokumentarischen Methode, einem Verfahren der rekonstruktiven Sozialforschung, ausgewertet. Aus dem erhobenen Material konnten folgende Handlungslinien rekonstruiert werden: Die Improvisierenden orientieren sich in ihrem Handeln an einem gemeinsamen Verständnis von Improvisation. Nach diesem stellt die Loslösung von fixen Konzepten und das damit angestrebte Präsenzerleben zugunsten einer Weiterentwicklung und Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten ein zentrales Moment dar. Damit wohnt der Improvisation ein Paradoxon inne, nämlich jenes eines Konzepts der Loslösung von Konzepten. Innerhalb dieses Konzepts wurden folgende Hindernisse für ein Präsenzerleben und die Weiterentwicklung aufgefunden: Kopfgeflüster, Vorgaben folgen, die Rolle der Kursleiterin, bewertende Rückmeldungen und Vergleiche. Unterstützend im Umgang mit diesen Hindernissen erweisen sich folgende Elemente: Distanzierung vom Geist, körperliche Aktivität, Kontrolle, geschützter Raum, Bezug zu Beruf und Realität, Offenheit und Akzeptanz, Humor, Bewegungsforschung, Vergleiche und wertschätzende Rückmeldungen. Im Handeln der Improvisierenden zeigt sich eine stete Ausbalancierung dieser hinderlichen und begünstigenden Elemente.
Abstract
(Englisch)
This thesis examines the practice of dance improvisation. In reference to theories of a sociology of the body and Helmuth Plessner’s anthropological philosophy it seeks to empirically uncover, which action lines participants of improvisational dance classes follow in their dance, what role presence experience plays in it, what barriers the improvisers are coming up against and how they deal with them. To answer these questions, four group discussions of three different dance improvisation courses were conducted. Each of these groups consisted of three to six participants, men as well as women, aged between about 28 and 65. The group discussions were recorded, transcribed and analyzed utilizing the Documentary Method, a method of reconstructive social research. The following lines of action were found: The improvisers base their actions on a shared understanding of improvisation. According to that comprehension the detachment of fixed concepts and thereby sought experience of presence, in favor of further development and expansion of one’s capabilities, turn out to be essential. In that, improvisation faces a paradox – the concept of the detachment of concepts. Within this approach, the following barriers for the experience of presence and further development in improvisational dance were found: head whispers, following instructions, the role of the course instructor, evaluative feedback and comparisons. The following elements turn out to be supportive in dealing with these obstacles: dissociation from mind, physical activity, control, protected space, relation to profession and reality, openness and acceptance, humor, movement research, comparisons and appreciative feedback. While acting the improvisers constantly balance these obstructive and conducive conditions.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Dance improvisation structure of practice Documentary Method presence reflexivity momentariness eccentric positionality body-mind acceptance openness
Schlagwörter
(Deutsch)
Tanz Improvisation Handlungspraxis Dokumentarische Methode Präsenz Reflexivität Flüchtigkeit exzentrische Positionalität Körper-Geist Bewertung Akzeptanz Offenheit
Autor*innen
Agnes Blumenschein
Haupttitel (Deutsch)
Vom Konzept der Loslösung von Konzepten
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine rekonstruktive Analyse der Handlungspraxis in der Tanzimprovisation
Paralleltitel (Englisch)
The concept of detachment of concepts; a reconstructive analysis of the practice in dance improvisation
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
242 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Thomas Slunecko
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.36 Philosophische Anthropologie ,
24 Theater > 24.15 Tanzkunst, Bewegungskunst ,
71 Soziologie > 71.40 Soziale Prozesse: Allgemeines ,
71 Soziologie > 71.51 Werte, Normen ,
77 Psychologie > 77.02 Philosophie und Theorie der Psychologie ,
77 Psychologie > 77.03 Methoden und Techniken der Psychologie ,
77 Psychologie > 77.60 Sozialpsychologie: Allgemeines
AC Nummer
AC12692724
Utheses ID
34758
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
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