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Das Pikardische
aktuelle Situation einer gefährdeten regionalen Variante des Französischen
Isabelle Weichselbaumer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Spanisch UF Französisch
Betreuer*in
Peter Cichon
DOI
10.25365/thesis.39286
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29422.77667.659170-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Das Pikardische repräsentiert eine Variante des Französischen, das nicht immer dieselbe linguistischen Eigenschaften und die gleiche politische Stellung verfügte: Von der politisch anerkannten Amtssprache im Mittelalter, über eine seit 1999 eingetragene Minderheitensprache, bis hin zum soziopolitisch abgewerteten patois und letzlich zur linguistischen Klassifizierung als Variante des Französischen. Um eine Klassifizierung möglich zu machen, bedarf es aus diesem Grund der Betrachtung eines konkreten Standpunktes, aus welchem das Pikardische beschrieben wird. Gesprochen in den nordfranzösischen Regionen Nord-Pas-de-Calais und Picardie, als auch in der belgischen Provinz Hainhaut, stellt das Pikardische eine grenzüberschreitende Sprache dar, die aus diesem Grund auch mit anderen Sprachen wie der französischen Norm und dem Flämischen in direkter Wechselwirkung steht. Die sprachliche Pluralität Nordfrankreichs manifestiert sich zudem in den Varianten des Pikardischen, wie dem „Ch’ti“ und dem „rouchi“ und sorgt für die Kreation von eigenen sprachlichen Identitäten. Die aktuelle Sprachsituation des Pikardischen erweist sich trotz guter nationaler Medienpräsenz in den Bereichen Literatur und Internet als überaus schwach bis nicht mehr vorhanden. Die kaum vorhandene Möglichkeit die Sprache neu zu erlernen, weder im schulischen noch im universitären Bereich, verbessert die linguistische Situation keineswegs. Auch die natürliche Weitergabe über die Familie oder das soziale Umfeld ist so gut wie nicht mehr vorhanden. Die darüber hinaus mangelnde politische finanzielle Förderung und Anerkennung sorgt bei den pikardischen Organisationen und Vereinen für Kopfzerbrechen: Trotz zahlreicher kultureller Veranstaltungen, Sprachwettbewerben, Fortbildungen, außerschulischer Aktivitäten, uvm. sieht die Zukunft des Pikardischen bedenklich aus. Ob sich der Kampf gegen die sprachliche Extinktion auszahlt, bleibt bis zu den Neuwahlen Anfang des Jahres 2016 ungewiss. Die damit verbundene regionale Verschmelzung der beiden Regionen Nord-Pas-de-Calais und Picardie kann dabei sowohl positive, aber auch negative Einflüsse auf das Pikardische ausüben. Die künftige Situation und Entwicklung des Pikardischen ist demnach nicht nur von Zusammenarbeit der beiden Regionen und der Kreierung einer gemeinsamen sprachlichen Identität abhängig, sondern vor allem von den politischen Entwicklungen und der damit verbunden neuen Sprachpolitik.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
picard french chtimi rouchi Picardie Nord-Pas-de-Calais france variation minority language
Schlagwörter
(Deutsch)
pikardisch picard französisch chtimi rouchi Picardie Nord-Pas-de-Calais Nordfrankreich Variante Minderheitensprachen
Autor*innen
Isabelle Weichselbaumer
Haupttitel (Deutsch)
Das Pikardische
Hauptuntertitel (Deutsch)
aktuelle Situation einer gefährdeten regionalen Variante des Französischen
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
170 Seiten : Illustrationen, Diagramme, Karten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Peter Cichon
AC Nummer
AC13002522
Utheses ID
34804
Studienkennzahl
UA | 190 | 353 | 347 |
