Detailansicht

Der unproduktive Mensch
Kritik an den pathologischen Aspekten neoliberaler Gouvernementalität unter Zuhilfenahme fiktionaler Literatur
Lukas Raneburger
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Politikwissenschaft
Betreuer*in
Hannelore Eva Kreisky
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.39523
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29171.05584.654469-2
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Arbeitswelt am Beginn des 21. Jahrhunderts ist in Bewegung. Es vollzieht sich ein fundamentaler Wandel im Verhältnis aller Menschen zum Thema Arbeit. Thematisiert werden die Einstellung gegenüber bzw. die steigende Bereitschaft zur Arbeit. Zielgruppe dieser theoriegeleiteten Untersuchung sind Vielarbeiter_innen. Das Erkenntnisinteresse liegt in der Beantwortung folgender Frage: Worin besteht deren Antrieb zur Arbeit und welche Folgen hat Vielarbeit? Die Ethik der Arbeit verändert sich auf Basis einer bestimmten Idee vom produktiven Leben. Eine Idee, die als Bestandteil neoliberaler Ideologie bzw. Utopie, weit über das hinausgeht, was bisher unter dem Begriff der Arbeitsmoral verstanden wurde und untrennbar mit kapitalistischen Verhältnissen verknüpft ist. Arbeit universalisiert sich zur Lebenseinstellung und wird zur ubiquitären Lebensmoral. Das wiederum hat Konsequenzen für Individuum und Gesellschaft. Den Folgen einer neoliberalisierten Arbeitsmoral wird mittels Literaturanalyse nachgespürt. Als Primärquelle fungiert fiktionale Literatur. Der Werdegang der einzelnen Figuren zeigt: einerseits macht neoliberales Menschsein krank, erschwert langfristige soziale Beziehungen und wirkt sich (negativ) auf die Zeitstrukturen postfordistischen Lebens aus. Freizeit verliert mehr und mehr an Bedeutung. Andererseits schwindet der soziale Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft. Die Gleichsetzung von Arbeit und Lebenszweck stellt eine Gefahr für die soziale Kohäsion dar, insofern Gemeinschaften ihr verbindender Klebstoff abhanden kommt. Dennoch: Die Veränderungen in der Arbeitswelt basieren nicht auf Zwang. Viel mehr verspricht sich der neoliberale Mensch vom produktiven Leben Freiheit und Sicherheit. Menschen, die sich konsequent neoliberalisieren, also die Dauerbereitschaft zum Arbeiten subjektivieren, leben gerade nicht in Freiheit. Pathologien beschränken eine autonome Gestaltung des eigenen Lebensweges und machen in letzter Konsequenz unproduktiv.
Abstract
(Englisch)
In the beginning of the 21st century, the world of work is in motion. Fundamental changes concerning labour have been taken place and are still affecting everyone in society. The idea of a productive life in the context of neoliberalism has changed the foundation of work ethics towards an increasing willingness to work overtime all the time. Recently, labour becomes more an attitude towards life and ubiquitously influences the moral concept in many respects. The consequences arising out of neoliberal ethics affect both, individuals as well as society. In the present study, these consequences are investigated by employing analyses of fictional literature. Observation of character development results in the following conclusions: on the one hand, a neoliberal lifestyle sickens the individual, impede the buildup and maintenance of long-lasting social relationships and has (negative) ramifications on time-management of postfordistic lifestyle, in which leisure time becomes less important. On the other hand, solidarity within a society is decreasing. Interestingly, people are not enforced to undertake these changes, the promises of freedom and security drive them to follow this new lifestyle. However, exactly the opposite is the case for individuals fully pursuing this neoliberal lifestyle and exhibiting a continuing and constant ambition to work more, longer, harder – they lose their freedom. In fact, pathologies restrict the autonomous lifestyle and ultimately result in unproductiveness.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
work ethics neoliberalism subjectification subjugation
Schlagwörter
(Deutsch)
Arbeitsmoral Neoliberalismus Subjektivierung Unterwerfung
Autor*innen
Lukas Raneburger
Haupttitel (Deutsch)
Der unproduktive Mensch
Hauptuntertitel (Deutsch)
Kritik an den pathologischen Aspekten neoliberaler Gouvernementalität unter Zuhilfenahme fiktionaler Literatur
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
X, 215 S. : graf. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Hannelore Eva Kreisky
Klassifikationen
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.02 Philosophie und Theorie der Sozialwissenschaften ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.99 Sozialwissenschaften allgemein: Sonstiges ,
71 Soziologie > 71.00 Soziologie: Allgemeines ,
71 Soziologie > 71.41 Sozialer Wandel ,
89 Politologie > 89.05 Politische Theorie ,
89 Politologie > 89.52 Politische Psychologie, Politische Soziologie
AC Nummer
AC12704939
Utheses ID
35010
Studienkennzahl
UA | 066 | 824 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1