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Der Demokratische Frieden und Konflikte zwischen Nachbarstaaten
eine Fallstudie der argentinisch-chilenischen und der griechisch-türkischen Beziehungen
Saskia Blatakes
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Heinz Gärtner
DOI
10.25365/thesis.4005
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29667.51451.513266-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Theorie des Demokratischen Friedens ist eine der meist diskutierten Theorien der Internationalen Beziehungen. Vor allem die politischen Implikationen waren und sind Anlass für kontroverse Debatten in Wissenschaft und Politik.
Das Theorem des Demokratischen Friedens besagt, dass Demokratien untereinander keine Kriege führen. Die vorliegende Arbeit stellt einen Test dieser Theorie dar und bezieht sich hier auf das Standardwerk „Grasping the Democratic Peace - Principles for a Post-Cold War World“ des US-amerikanischen Politologen Bruce Russett. Des Weiteren wurden die Thesen von Edward D. Mansfield und Jack Snyder von der Kriegsanfälligkeit sich demokratisierender Regime für die Analyse verwendet.
Am Beispiel der konfliktreichen Beziehungen zwischen den Nachbarstaaten Argentinien und Chile (1966 – 2000), sowie Griechenland und der Türkei (1949 – 1983) wurden die Annahmen der Theorie des Demokratischen Friedens geprüft. Alle vier Länder durchliefen in der gegebenen Zeitspanne Phasen verschiedener Regimetypen, woraus sich wiederum unterschiedliche Kombinationsmöglichkeiten ergeben. In der Arbeit wurden die Kategorien Demokratie, Autokratie und Anokratie verwendet, die Einteilungen wurden den Datensätzen des Polity-Handbook entnommen.
Die Studie kombiniert eine Längsschnittstudie des Verlaufs der zwischenstaatlichen Beziehungen im Zusammenhang mit dem jeweiligen Regimetyp mit einer Querschnittsstudie der Eskalation der Konflikte im gegebenen Zeitraum.
Die Annahme, dass interdemokratische Beziehungen deutlich friedlicher sind, hat sich nicht bewahrheitet. So fanden auch in gemischten und nicht-demokratischen Dyaden Friedensbemühungen statt.
Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Demokratie und Frieden konnte nicht festgestellt werden. Lediglich Tendenzen sind zu erkennen: Besonders demokratische Präsidenten bemühten sich aktiv für dauerhafte Lösungen der lange schwelenden Grenzkonflikte. Die Konsolidierung des Friedens fand im argentinisch-chilenischen Fall in der ersten demokratischen Dyade überhaupt statt.
Eindeutigere Ergebnisse lieferte der Querschnittsvergleich: Konflikteskalation und gescheiterte Konfliktlösungsversuche ließen sich auf den Populismus und Nationalismus instabiler Regierungen zurückführen. Hier bestätigte sich klar die These von Mansfield und Snyder von der Kriegsanfälligkeit nicht-konsolidierter Regime im Allgemeinen und unfertiger Demokratien im Besonderen.
Die Studie zeigt die Schwachstellen der Theorie auf und verdeutlicht, wie wichtig der Faktor Demokratiekonsolidierung und generell ein qualitativer Demokratiebegriff für die weitere Erforschung des Demokratischen Friedens sind.
Abstract
(Englisch)
The Democratic Peace Theory is one of the most discussed theories of International Relations.
Especially its political implications provoked controversial debates in the field of science as well as in politics. Its theorem holds that democracies don’t wage wars with one another.
This thesis presents a test of the theory referring to the US-American political scientist Bruce Russett and his classic work „Grasping the Democratic Peace - Principles for a Post-Cold War World“. Furthermore, this analysis uses the theory of belligerent democratizing regimes by Edward D. Mansfield und Jack Snyder.
The assumptions of the theory were tested using the example of the conflictual relations between the neighboring states of Argentina and Chile (1966 – 2000), as well as Greece and Turkey (1949 – 1983). In the given time window the four countries went through states of different regime types. The thesis applies the categories democracy, autocracy and anocracy and the classifications made by the Polity-Handbook.
It combines a longitudinal study of the inter-state relations in connection with regime-type with a cross-sectional study of the escalation of the conflict in the given time window.
The assumption of more conflictual relations between pairs of countries with at least one non-democratic state has not been proven true. Peace efforts have been made in mixed and non-democratic dyads as well.
No strong correlation between democracy and peace was found. Merely tendencies are to be observed: Especially democratic presidents got involved in attempts to find enduring solutions to the long-lasting disputes. The consolidation of Argentine-Chilean peace happened in the first democratic dyad the two countries ever experienced.
More definite results could be found by the cross-sectional study: Conflict escalation and failed attempts of conflict settlement could be attributed to the nationalism of unstable governments.
The analytical findings support the Mansfield-Snyder theory about belligerent transitional regimes and democratizing regimes in particular.
This thesis should illustrate the deficits of the theory and the importance of the factor „democratic consolidation“ and qualitative concepts of democracy for future research on the Democratic Peace.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
democratic peace international politics international relations foreign policy peace studies conflict studies conflict war peace Argentina Chile Greece Turkey
Schlagwörter
(Deutsch)
Demokratischer Frieden Internationale Politik Außenpolitik Friedensforschung Konfliktforschung Konflikt Krieg Argentinien Chile Griechenland Turkei
Autor*innen
Saskia Blatakes
Haupttitel (Deutsch)
Der Demokratische Frieden und Konflikte zwischen Nachbarstaaten
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Fallstudie der argentinisch-chilenischen und der griechisch-türkischen Beziehungen
Paralleltitel (Englisch)
The democratic peace theory and conflicts between neighboring states ; a case study of the argentine-chilean and the greek-turkish relations
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
138 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Heinz Gärtner
Klassifikationen
89 Politologie > 89.00 Politologie: Allgemeines ,
89 Politologie > 89.03 Theorie und Methoden der Politologie ,
89 Politologie > 89.05 Politische Theorie ,
89 Politologie > 89.22 Nationalismus ,
89 Politologie > 89.35 Demokratie ,
89 Politologie > 89.36 Autoritäre Systeme ,
89 Politologie > 89.70 Internationale Beziehungen: Allgemeines ,
89 Politologie > 89.75 Internationale Konflikte: Allgemeines ,
89 Politologie > 89.76 Friedensforschung, Konfliktforschung ,
89 Politologie > 89.90 Außenpolitik, Internationale Politik
AC Nummer
AC07610985
Utheses ID
3536
Studienkennzahl
UA | 300 | | |
