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Truth in Transitional Justice
rethinking the legalistic foundations of truth commissions
Ivan Ovejero
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Individuelles Masterstudium Globalgeschichte
Betreuer*in
Christoph Hanisch
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.40019
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30374.02607.174369-8
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Führt die legalistische Konzeption von Wahrheitsfindung in Übergangsprozessen zu einer angemessenen Auffassung von Übergangsjustiz? Wahrheitskommissionen sind traditionell als eine Maßnahme der Übergangsjustiz konzipiert, welche die Beziehungen zwischen Opfern und Tätern wiederherzustellen versucht, um den Übergang zur Demokratie zu erleichtern. Wahrheitsfindung ist aber alles andere als neutral und un-politisch: Sie ist in eine enge Auffassung der Gerechtigkeit eingebettet, die weit breiter vorgestellt wird, als sie ist – eine legalistische Auffassung, die bei Übergangsprozessen das Potenzial des Rechts betont und seine Grenzen verbirgt. Legalismus in Übergangsjustiz vermutet und behauptet, dass Regeleinhaltung eine Gerechtigkeitsauffassung ermöglicht, die über Politik hinausgeht. Somit gestaltet Legalismus unsere Konzeption von Wahrheitskommissionen in eine auf Regel-einhaltung fixierte Übergangsmaßnahme um, eine Maßnahme, die nach nationaler Aussöhnung, einem geschichtlichen Schlussstrich, der Stärkung demokratischer Werte und der Herbeiführung dauerhaften Friedens strebt, aber nur insoweit, als dies zur Regeleinhaltung dient. Diese instrumentelle Konzeption von Wahrheitsfindung, die bei normativen Argumenten bezüglich ihrer Hauptzwecke zu sehen ist, deckt die Mängel der legalistischen Gerechtigkeitsauffassung auf, welche sich ausschließlich mit rechts-institutionellen Angele-genheiten befasst, von denen nicht legalistische aber ebenso überlegenswerte Fragen ausgeschlossen sind. Eine legalistische Konzeption von Wahrheitskommissionen führt so zu einer notwendigen aber nicht hinreichenden Auffassung von Übergangsjustiz, die erweitert und bereichert werden sollte. Die Kombination legalistischer mit nicht legalistischer Ge-rechtigkeit könnte daher zu einer kohärenteren, integrativeren und wirksameren Konzeption von Wahrheitsfindung und Über-gangsjustiz beitragen.
Abstract
(Englisch)
Does the legalistic conception of truth-seeking in transitional justice make for an adequate account of justice in transition? Truth commissions, traditionally, are understood as a measure of transitional justice that seeks to restore relations between victims and perpetrators to ease the transition to democracy. Truth-seeking, however, far from being neutral and apolitical, rests on a narrow conception of transitional justice—one that presents itself legalistically as broader than it is, and thus one that tends to highlight the potential and conceal the limits of the law during transitions. This legalism in transitional justice, in presuming and asserting that rule-following enables justice to stand above politics, has recast our understanding of truth commissions as a transitional measure that is fixated on rule compliance—a transitional measure pursuing purposes such as national reconciliation, historical closure, the propagation of democratic values, and the achievement of sustainable peace, but only insofar as this pursuit contributes to rule compliance. This instrumental understanding of truth commissions, evident in normative arguments on their main purposes, exposes then the shortcomings of legalistic justice, which concentrates on legal-institutional issues while discounting non-legalistic but equally valid concerns. A legalistic conception of truth-seeking, therefore, makes for a necessary but insufficient account of transitional justice, which ought to be broadened and enriched. Combining legalistic and non-legalistic justice, it is proposed, may yield a more coherent, inclusive and effective conception of truth-seeking and transitional justice.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Transnational Justice Truth/ Truth Commissions Democracy
Schlagwörter
(Deutsch)
Transnationale Justiz Wahrheit Wahrheitskommissionen Demokratie
Autor*innen
Ivan Ovejero
Haupttitel (Englisch)
Truth in Transitional Justice
Hauptuntertitel (Englisch)
rethinking the legalistic foundations of truth commissions
Paralleltitel (Deutsch)
Die Wahrheit in Transnationaler Justiz: Das Überdenken der legalistischen Grundlagen von Wahrheitskommissionen
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
86 S.
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Christoph Hanisch
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen ,
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte ,
15 Geschichte > 15.14 Diplomatik, Epigraphik ,
86 Recht > 86.40 Internationales Strafrecht, Internationales Strafprozessrecht ,
86 Recht > 86.84 Völkerrecht: Allgemeines ,
86 Recht > 86.95 Internationale Gerichtsbarkeit
AC Nummer
AC12711096
Utheses ID
35451
Studienkennzahl
UA | 067 | 805 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1