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Auswirkungen formeller Rechtswidrigkeit auf die Gültigkeit von beihilfegewährenden Rechtsgeschäften
Lukas Solek
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium Rechtswissenschaften
Betreuer*in
Friedrich Rüffler
DOI
10.25365/thesis.40664
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29948.90629.235569-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die einzelstaatlichen Gerichte sind verpflichtet, die Beachtung des Durchführungsverbots durchzusetzen und die Rechte des Einzelnen zu schützen. Grundsätzlich werden solche Verfahren nach den einzelstaatlichen Verfahrensvorschriften durchgeführt. Gemäß allgemeinen Grundsätzen des Gemeinschaftsrechts unterliegt die Anwendung des einzelstaatlichen Rechts in diesen Fällen zwei wichtigen Voraussetzungen. Die einzelstaatlichen Verfahrensvorschriften für Klagen nach Artikel 108 AEUV dürfen nicht weniger günstig sein als diejenigen für Klagen nach einzelstaatlichem Recht (Äquivalenzgrundsatz), und die einzelstaatlichen Verfahrensvorschriften dürfen die Ausübung der durch das Gemeinschaftsrecht verliehenen Rechte nicht praktisch unmöglich machen oder übermäßig erschweren (Effektivitätsgrundsatz).
Wenngleich die private Rechtsdurchsetzung vor einzelstaatlichen Gerichten im Beihilfenbereich bislang nur eine relativ geringe Rolle gespielt hat, ist diese von großem Wert für die Beihilfepolitik. Mit Verfahren bei einzelstaatlichen Gerichten haben Dritte die Möglichkeit, zahlreiche beihilfebezogene Probleme unmittelbar auf einzelstaatlicher Ebene anzugehen und zu lösen. Zudem können die einzelstaatlichen Gerichte Klägern bei Verstößen gegen Beihilfevorschriften auf der Grundlage der Rechtsprechung einen sehr wirksamen Rechtsschutz bieten. Dies kann wiederum die Einhaltung des Beihilfenrechts insgesamt fördern.
Inhaltlich ist die vorliegende Arbeit in vier Kapiteln gegliedert, die sich mit wesentlichen Fragen der Rechtsfolgen formeller Rechtswidrigkeit befassen sollen. In erster Linie wird (i) die Rechtsprechung des EuGH auf ihre Vorgaben und Ziele im Hinblick auf die Rechtsfolgen der formellen Rechtswidrigkeit gründlich analysiert. Ferner werden die Auswirkungen der formellen Rechtswidrigkeit auf die den Beihilfen zugrunde liegenden Rechtsgeschäfte durchgeleuchtet. Dabei wird zunächst untersucht, ob (i) der Verstoß gegen das Durchführungsverbot die Nichtigkeit erfordert, und falls dies zu bejahen ist, (ii) welche konkrete Ausformung die Unwirksamkeit der beihilfegewährenden Rechtsgeschäfte hat. Anschließend werden die Rechtsfolgen des Verstoßes gegen das Durchführungsverbot im Falle (iii) einer Bürgschaft und (iv) einer Kapitalerhöhung erforscht.
Abstract
(Englisch)
National courts are obliged to enforce the standstill obligation and protect the rights of individuals against unlawful State aid. In principle, national procedural rules apply to such proceedings. However, based on general principles of EU law, the application of national law in these circumstances is subject to two essential conditions. National procedural rules applying to claims under Article 108 TFEU may not be less favourable than those governing claims under domestic law (principle of equivalence) and national procedural rules may not render excessively difficult or practically impossible the exercise of the rights conferred by Community law (principle of effectiveness).
In spite of the fact that genuine private enforcement before national courts has played a relatively limited role in State aid to date, private enforcement actions can offer considerable benefits for State aid policy. Proceedings before national courts give third parties the opportunity to address and resolve many State aid related concerns directly at national level. In addition, national courts can offer claimants very effective remedies in the event of a breach of the State aid rules. This can in turn contribute to stronger overall State aid discipline.
As regards the substance the thesis at hand is structured in four chapters and deals with core issues with repsect to the legal consequences of unlawful State aid. First the present thesis analysis the case-law concerning the requirements and aim for the legal consequnces of unlawful State aid. Second the thesis deals with the effects of unlawful State aid on the legal basis of the State aid. In this repsect it should be assessed whether the violation of the standstill obligation renders the legal basis of the State aid null and void, and if so, to what extent. Subsequently, the legal consequences of unlawful State aid on guarantees and capital increase shall be analysed.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Europarecht Beihilfenrecht Durchführungsverbot Nichtigkeit Bürgschaft Kapitalerhöhung
Autor*innen
Lukas Solek
Haupttitel (Deutsch)
Auswirkungen formeller Rechtswidrigkeit auf die Gültigkeit von beihilfegewährenden Rechtsgeschäften
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
IX, 235, XIV-XLI S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Friedl Weiss ,
Alina-Maria Lengauer
Klassifikation
86 Recht > 86.90 Europarecht: Sonstiges
AC Nummer
AC13082820
Utheses ID
36013
Studienkennzahl
UA | 783 | 101 | |
