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Verhandlungen der Wirklichkeit
vom Heimatfilm zur Heimat-Telenovela in der globalisierten Postpostpostmoderne
Christian Kohlhofer
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Betreuer*in
Hilde Haider-Pregler
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.40884
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29718.90836.687469-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Dissertation untersucht im Allgemeinen das Phänomen der deutschsprachigen Telenovela, die sich seit 2004 im deutschsprachigen Fernsehen großer Beliebtheit erfreut, und im Speziellen die Produktion STURM DER LIEBE. In Abgrenzung zur lateinamerikanischen Telenovela und zur Daily Soap wird eine Genredefinition entwickelt und STURM DER LIEBE als Genrehybrid aus verschiedensten Gattungen wie Märchen, bürgerliches Rührstück und bundesdeutschem Heimatfilm der fünfziger Jahre definiert, wobei das Realitätskonstrukt dieser Serie in ihrer sozialutopischen Funktion für den Rezipienten stets „authentisch“ wahrnehmbar zu bleiben versucht. STURM DER LIEBE rekurriert in auffälliger Art und Weise auf Dramaturgien, Ideologien, Strukturen und Erzählmuster des bundesdeutschen Heimatfilms der fünfziger Jahre, welche im Hauptanalyseteil nachgewiesen werden, und legt den inhaltlichen Fokus auf stabilisierende Werte wie Familie, Ehe ausschließlich zwischen Mann und Frau, Tugendhaftigkeit und Integrität, Tradition, Brauchtum und Religion. Die Frage wird gestellt, warum in der heutigen Zeit die Rückbesinnung auf diese teils konservativen Werte wieder so en vogue ist. Der Analyseteil behandelt das gesamte Realitätskonstrukt der Serie STURM DER LIEBE, die 2015 ihr zehnjähriges Jubiläum feiert, der Fokus dabei liegt auf einer Zeitspanne von knapp 130 Folgen (Episoden 1364 bis 1496). Durch die genaue Analyse der Hauptfigur („good person“), deren besten Freundin („weak person“) und der Antagonistin („bad person“), die in diesem Zeitraum im Hauptcast der Serie zu sehen sind, weiteren handlungstreibenden Figuren, zwischenmenschlichen Beziehungen, (Schein-)Konflikten, Motiven und Ideologien treten durchaus fragwürdige Ansätze in Bezug auf Sex, Gender, Politik und alltägliches Leben zutage, die dem Publikum auf teils augenscheinliche Art transportiert, teils subversiv suggeriert werden. Als Ausblick auf mögliche weitere zehn Jahre STURM DER LIEBE sei angemerkt, dass die Erzählstrukturen, die im Fünfsternehotel Fürstenhof im idyllischen Oberbayern angesiedelt sind und um eine tugendhafte, oft aber mit einem körperlichen Makel ausgestattete Heldin, ihren Prinzen auf dem weißen Pferd, der ihr in gesellschaftlicher Stellung meist überlegen ist, und eine raffgierige und meist mordlüsterne Antagonistin kreisen, sich auch 2015 nicht ändern: Zu Beginn der elften Staffel verliebt sich eine junge Frau mit Buckel in den Geschäftsführer des Fünfsternehotels, wogegen die habgierige Antagonistin alles daran setzt, an das millionenschwere Erbe der herzensguten Protagonistin beziehungsweise an – wie sie es nennt – „Quasimodas“ (sic!) Geld zu kommen.
Abstract
(Englisch)
This dissertation analyses the medial phenomenon of the German Telenovela with a particular focus on the production STURM DER LIEBE (on air since 2005), which have enjoyed great popularity in German television since 2004 and 2005 respectively. By discussing STURM DER LIEBE as a genre hybrid, which combines genre patterns associated with fairy tales, the „bürgerliches Rührstück“ and the „bundesdeutscher Heimatfilm“ of the 1950s without ever compromising its aims to be as authentic as possible in its construction of realiy for the audience in its social-utopian way, this dissertation aims to provide a more elaborate definition of the German Telenovela that distinguishes it from the Daily Soap and the Latin American Telenovela. STURM DER LIEBE makes recourses to dramatic compositions, ideologies, structures and patterns known from the „bundesdeutscher Heimatfilm“ of the 1950s, which will extensively be analysed, and puts its focus on stabilizing values such as the nuclear family, heterosexual marriage, virtue and integrity, tradition, ancient customs and religion. As such, this dissertation will also adress the question of STURM DER LIEBE’s role in increasing the popularity of these partly conservative values in contemporary Germany and Austria. The dissertation’s main focus on how STURM DER LIEBE constructs notions of reality takes a look on the whole ten years of this Telenovela, but is centered on 130 episodes (episodes 1364 to 1496). The analysis part is particularly interested in the portrayal of the main character/heroine („good person“), her best friend („weak person“) and the female antagonist („bad person“), which are central to several storylines in the addressed episodes, as well as further main characters, the interpersonal relationships, (phony-)conflicts, the contextual themes and ideologies that bring doubtful rudiments considering sex, gender, politics and daily life to light, which inseminates the audience both in an obvious way and a subversive manner. As a preview of perfectly possible further ten years of STURM DER LIEBE, the dissertation indicates that the telenovela’s preferences for stories set in the idyllic, Bavarian five star hotel Fürstenhof and featuring always changing virtuous heroines, who are often equipped with a physical stain, their princes on the white horse, who are mostly of higher social status than them, and a greedy anatgonist, who is mostly not averse to murdering, have not notably changed since 2005: At the beginning of season eleven in July 2015, a young woman with a round back falls in love with the manager of the five star hotel, whereas the greedy antagonist puts all her effort into getting the multi-million dollar inheritance of the kind-hearted protagonist, or how she calls her: „Quasimoda“.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Telenovela Heimatfilm Rührstück
Autor*innen
Christian Kohlhofer
Haupttitel (Deutsch)
Verhandlungen der Wirklichkeit
Hauptuntertitel (Deutsch)
vom Heimatfilm zur Heimat-Telenovela in der globalisierten Postpostpostmoderne
Paralleltitel (Englisch)
Dealing with reality
Publikationsjahr
2015
Umfangsangabe
414 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Hilde Haider-Pregler ,
Ingrid Tomkowiak
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.30 Massenkommunikation, Massenmedien: Allgemeines ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.36 Fernsehen ,
24 Theater > 24.38 Fernsehen, Hörfunk
AC Nummer
AC13106663
Utheses ID
36199
Studienkennzahl
UA | 092 | 317 | |
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