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Reiseunternehmungen des Adels aus dem Heiligen Römischen Reich in der Frühen Neuzeit
Sarah Anja Novak
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Englisch UF Geschichte, Sozialkunde, Polit.Bildg.
Betreuer*in
Friedrich Edelmayer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.40885
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30126.63133.435661-5
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit den Reiseunternehmungen männlicher Adeliger aus dem Heiligen Römischen Reich in der frühen Neuzeit. Zu ebendiesen zählten die Kavalierstour, eine Ausbildungsreise, ebenso wie Pilger- beziehungsweise Entdeckungsfahrten, die Reisende nach Jerusalem, aber auch in andere Länder des Ostens, wie Ägypten oder Syrien, brachten. Die Reisebedingungen in der frühen Neuzeit waren alles andere als optimal. Insbesondere zu Lande musste man sich auf schlecht instandgehaltene, unsichere Wege einstellen, auch wenn es im Laufe der Jahrhunderte, insbesondere mit der Einführung des Postwesens und dem Bau von Chausseen, zur Verbesserung der Reisebedingungen und zu einer Verkürzung der durchschnittlichen Reisezeit kam. Auch in der Seefahrt kam es zu Innovationen, beispielsweise neuen Schiffstypen und Geräten, die Seereisen erleichterten. Allerdings drohten den Reisenden auch zur See diverse Gefahren, wie Übergriffe durch Piraten, Krankheiten oder Stürme auf hoher See. Trotz dieser widrigen Bedingungen schickten Adelige ihre Söhne oft auf mehrjährige Reisen, um in der Fremde Sprachen, die Sitten fremder Höfe und standesgemäße Fertigkeiten wie Reiten, Fechten oder Tanzen zu studieren. Andere Adelige begaben sich sogar über das Mittelmeer, um in Jerusalem die Stätten, an denen Jesus Christus gewirkt hatte, zu sehen und die Kultur und Sitten der bereisten Länder kennenzulernen. In dieser Arbeit werden die Funktionen ebendieser Reisen beleuchtet. Zu diesen zählten neben dem Erhalt einer standesgemäßen Ausbildung und dem Sammeln von Welterfahrung auch der Wunsch, sich durch die Teilnahme an für Adelige übliche gesellschaftliche Praktiken, wie zum Beispiel Hofbesuche und die Teilnahme an Spielen auf Kavalierstouren, oder dem Besuch von Gnadenstätten und dem Erhalt des Ritterschlages am Heiligen Grab in Jerusalem, als Teil der Adelsgesellschaft auszuweisen. Es werden auch zwei Quellen, einerseits eine Korrespondenz, die im Rahmen einer Kavalierstour im späten 17. Jahrhundert entstand, andererseits ein Reisebericht über eine Reise nach Konstantinopel, Ägypten, Palästina und Syrien aus dem späten 16. Jahrhundert, analysiert, um den Lesern einen Eindruck von Fernreisen in der frühen Neuzeit zu bieten.
Abstract
(Englisch)
This paper examines travels of male aristocrats from the Holy Roman Empire in the Early Modern Period, more precisely, the grand tour, a journey undertaken for educational purposes, and pilgrimages to Jerusalem. Pilgrims also frequently visited Egypt or Syria to learn about the cultures and customs of these countries. Conditions of travel in the Early Modern Period were usually fairly poor. Travellers frequently encountered badly maintained and unsafe roads. However, the beginning implementation of the post system and the building of artificial roads made travel much quicker and safer towards the end of the Early Modern Period. Ocean shipping also saw improvements from the 16th century onwards, as new ship types were developed. However, travellers still faced threats on the ocean, for example pirates, storms or diseases such as scurvy. In spite of the sometimes poor conditions of travel, young aristocrats usually undertook journeys of several years to study foreign languages, the customs of courts in foreign countries, as well as dancing, riding and fencing. Others travelled to Jerusalem to visit holy sites and to learn about foreign cultures and customs. The purpose of this paper is to examine the motives which led aristocrats to undertake long, dangerous journeys. This is done, first, by literature research. Moreover, two original resources are analysed to find out the motives of aristocratic travellers from the Holy Roman Empire. The first one is a correspondence from a grand tour which took place in France in the early 1680s. Secondly, a travel report which describes the journey of a young man who went to Constantinople, Cairo, Alexandria, Jerusalem and Syria in 1579 is analysed. On the grand tour, young aristocrats sought to become part of the aristocratic society, which they achieved by participating in games and visiting foreign courts. In Jerusalem, Egypt or Syria, aristocrats visited holy sites, learned about foreign cultures and some even became part of the Order of the Holy Sepulchre. Back home, the travellers often wrote very detailed travel reports to inform their relatives and descendants about their journey, which, again, was a means to incorporate them into the aristocratic society.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Aristocrats Grand Tour Pilgrimages Expeditions Early Modern Period
Schlagwörter
(Deutsch)
Adel Kavalierstour Grand Tour Pilgerreisen Entdeckungsreisen Frühe Neuzeit
Autor*innen
Sarah Anja Novak
Haupttitel (Deutsch)
Reiseunternehmungen des Adels aus dem Heiligen Römischen Reich in der Frühen Neuzeit
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
133 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Friedrich Edelmayer
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte ,
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte
AC Nummer
AC13031793
Utheses ID
36200
Studienkennzahl
UA | 190 | 344 | 313 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1