Detailansicht

The Rendition of war-related experiences in US-American fiction of the great war
Gabriel Mayr
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Englisch UF Geschichte, Sozialkunde, Polit.Bildg.
Betreuer*in
Waldemar Zacharasiewicz
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.40938
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29768.59000.621766-6
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Diplomarbeit behandelt die literarische Reaktion US-amerikanischer Autoren der sogenannten „Lost Generation“ auf Erlebnisse des Ersten Weltkriegs. Die Schriftsteller John Dos Passos, Ernest Hemingway und E. E. Cummings waren noch junge Männer, als sie zwischen 1917 und 1918 in den Rettungsdienst auf dem kriegsgebeutelten europäischen Kontinent traten. Ihr Eindruck des Krieges entsprach nicht dem oft heldenhaften Bild, das von älteren Generationen – nicht zuletzt in Romanform – entworfen wurde. Die moderne Kriegsführung und das Massensterben entlarvten den Ersten Weltkrieg als menschengemachte Katastrophe. Allerdings beobachteten die drei Autoren das Geschehen aus einer verhältnismäßig distanzierten Position heraus: Keiner der drei war an tatsächlichen Kampfhandlungen beteiligt. Dennoch wurde etwa Hemingway Opfer einer Verletzung und musste im Spital behandelt werden. Cummings wiederum wurde von den französischen Behörden der Spionage verdächtigt und für drei Monate in einem Internierungslager verwahrt. Die Ausgangslagen waren also sehr unterschiedlich, was auch literarischen Niederschlag fand. Die drei Romane Three Soldiers (Dos Passos), A Farewell to Arms (Hemingway) und The Enormous Room (Cummings) nähern sich dem Krieg auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Dos Passos stellt die Allmacht der Militärmaschinerie und ihre Wirkung auf drei höchst unterschiedliche Soldaten in den Mittelpunkt. Einer der drei, John Andrews, beschließt zu desertieren und Komposition an der Sorbonne zu studieren. Er gerät jedoch in zusehende Isolation und wird am Ende des Buches verhaftet. Seine Komposition, das Symbol des Widerstandes, bleibt unvollendet zurück. Hemingways Roman handelt ebenfalls von einer Lossagung, in diesem Fall vom Dasein als Rettungsfahrer an der Front. Frederic Henry, der stoische Ich-Erzähler, wird bei einem Granatenangriff verletzt und dadurch der Einzigartigkeit seines Lebens gewahr. Die Indifferenz, mit der er bisher den Dingen begegnete, erscheint ihm ab diesem Zeitpunkt unangemessen. An einer entscheidenden Stelle des Romans entgeht er seiner bevorstehenden Exekution durch einen Sprung in den Fluss Tagliamento. Danach entsagt er seinem bisherigen Leben völlig und will eine Familie gründen. Allerdings verstirbt seine Verlobte nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes, was ihn zutiefst traumatisiert. Dieses Trauma wird in der erzählerischen Struktur des Romans an verschiedenen Stellen deutlich. Zu Beginn des dritten Romans, The Enormous Room, steht die absurde Verhaftung des Ich-Erzählers, der als Rettungsfahrer in Frankreich seinen Dienst tut. Er ist sich keines Verbrechens bewusst und attackiert in der Folge die Doppelmoral der französischen Behörden. Auch hier führen die Erlebnisse der Haft zu einer Absage an ein System: Der Erzähler beschließt, sich von der Zivilisation und ihrer Falschheit loszusagen und solidarisiert sich stattdessen mit seinen Zellenkollegen. Diese Loslösung findet auch in der Erzählstruktur des Romans ihren Niederschlag: Cummings missachtet bewusst grammatikalische Regeln und stellt der gleichmacherischen Militärmaschinerie eine freche Verspieltheit gegenüber. Durch den Kontakt mit den anderen Inhaftierten gelangt er zu einem tieferen Verständnis der Welt und erkennt die Notwendigkeit, das althergebrachte Denken zu überwinden und stattdessen die eigenen fünf Sinne zu aktivieren. In den drei Romanen spielen kämpferische Auseinandersetzungen oft nur eine minimale Rolle. Vielmehr stellen der Krieg und damit zusammenhängende Ereignisse die Kulisse dar, vor der die Protagonisten zur Selbsterkenntnis gelangen. Dennoch zeigt sich die Omnipotenz der Militärmaschinerie, vor allem im Roman Three Soldiers: John Andrews hat einem System zu dienen, dessen Zweck sich mit Kriegsende eigentlich erfüllt haben müsste. Doch erst nach dem Krieg wird seine Situation immer verzweifelter. Die Arbeit analysiert auch die verschiedenen Erzählweisen in den Romanen. Hemingway und Cummings verwenden in ihren Büchern die Form des Ich-Erzählers. Besonderes Augenmerk habe ich hier auf die Analyse des erzählenden und des erlebenden Ich gelegt, zwischen welchen häufig eine Spannung besteht. Dos Passos‘ Roman wiederum ist in der dritten Person geschrieben. Oft verwendet er neben monologischen Erzählformen den Gedankenbericht, um das Innenleben der Protagonisten darzustellen. Dabei wird auch klar, mit welchen Figuren der Autor sympathisiert.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Great War Novel USA Narratology
Schlagwörter
(Deutsch)
Krieg Roman USA Erzähltheorie
Autor*innen
Gabriel Mayr
Haupttitel (Englisch)
The Rendition of war-related experiences in US-American fiction of the great war
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
95 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Waldemar Zacharasiewicz
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.96 Vergleichende Literaturwissenschaft: Sonstiges
AC Nummer
AC13236750
Utheses ID
36247
Studienkennzahl
UA | 190 | 344 | 313 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1