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Anarchismus in der österreichischen Arbeiterbewegung
die Fraktion der Radikalen, die anarchistischen Verbrechen und der Ausnahmezustand der frühen 1880er Jahre im Lichte der medialen Berichterstattung. Eine Inhaltsanalytische Untersuchung
Keywan Tasharofi
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Betreuer*in
Christian-Hubert Ehalt
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.41034
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29319.07615.817870-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Hauptziel der Arbeit war, das erste Auftreten des Anarchismus in Österreich und dessen mediale Darstellung in den Zeitungen jener Jahre näher zu erforschen. Als geographischer und zeitlicher Untersuchungsraum wurde der deutschsprachige Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie in den frühen 1880er Jahren gewählt. In jenem Zeitraum gab es erstmals anarchistische Tendenzen innerhalb der Arbeiterbewegung, gefolgt von einer Reihe anarchistischer Verbrechen und der Ausrufung des Ausnahmezustandes in einigen Landesteilen. Der Text- und Literaturteil der Arbeit beschäftigt sich mit dem Anarchismus, der österreichischen Arbeiterbewegung, dem Zeitungswesen, sowie der Pressepolitik der Monarchie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Darin wurde darauf abgezielt herauszufinden und zu erläutern wie es möglich war, dass bis dahin fast unbekannte anarchistische Ideen in einem sehr kurzen Zeitraum relativ großen Anhang innerhalb der österreichischen Arbeiterbewegung gewinnen konnten. Hierbei wird klar, dass eine Reihe von innen- und außenpolitischen, sowie eine große Anzahl kurz- und langfristiger ökonomischen und gesellschaftlichen Faktoren/Umstände für den raschen Aufstieg des Anarchismus innerhalb der österreichischen Arbeiterbewegung verantwortlich waren. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass dem Fundament jenes raschen Aufstiegs und auch Falles oftmals nur eine vage Kenntnis anarchistischer Ideen zugrunde lag und von einer eigenen bzw. unabhängigen anarchistischen Bewegung nicht gesprochen werden kann. Die Auseinandersetzung mit dem Zeitungswesen und der Pressepolitik jener Zeit dient der Sensibilisierung für die große Bedeutung des Mediums Zeitung, sowohl für politische Bewegungen als auch für die öffentliche Meinungsbildung. Gleichzeitig dient sie als Überleitung zum Forschungsteil der Arbeit. In diesem wurden auf Basis der Inhaltsanalyse die drei Blätter „Neue Freie Presse“ (liberal), „Wahrheit“ (Sozialdemokratisch) und „Das Vaterland“ (konservativ/katholisch) auf deren Darstellung/Portraitierung des Anarchismus untersucht. Zu den wichtigsten Erkenntnissen der Forschungsarbeit zählten unter anderem, dass der Anarchismus in allen Blättern mit unterschiedlicher Abstufung negativ dargestellt wurde, es dabei keine wirkliche Auseinandersetzungen mit seinen Ideen bzw. Konzepten gab und die „klassischen“ Negativkonnotationen in jener Zeit schon verwendet bzw. eventuell sogar (für den österreichischen Raum) geprägt wurden. Die negative Einstellung gegenüber dem Anarchismus schlug sich überraschenderweise aber nicht in den Artikelüberschriften oder den äußerlichen Charakteristika der Artikel nieder. Erst inhaltlich lies sich die ablehnende Haltung gegenüber dem Anarchismus ablesen, jedoch wurde nicht versucht den Sozialismus insgesamt bzw. die Arbeiterbewegung durch die Verbrechen einiger radikaler Anarchisten in Verruf zu bringen.
Abstract
(Englisch)
In the early 1880s the previously unknown anarchist ideology and some of its ideas took first roots among the more radical and revolutionary parts of the organized working class of the Austro-Hungarian monarchy. While the popularity of anarchist ideals and ideas was growing, some radicalized anarchists committed a series of crimes, which prompted the government to proclaim a state of emergency in some parts of the country. The crimes stopped the rising popularity of anarchism among the working class population and the government used the state of emergency as a pretext to persecute, oppress and exile not only anarchists but also socialists in general. The intention of this master thesis was on the one hand to examine the first emergence of anarchism in the German speaking part of the Monarchy and to uncover the reasons for its popularity spike in those years. In order to achieve this, research on the history of the Austrian working class and its living conditions, as well as research on anarchism was done and put into corresponding chapters. The findings where that a combination of short and long term social and economic factors, as well as a score of domestic and external political circumstances created a favorable climate for the acceptance of new and revolutionary ideas and beliefs, even when they were as radical and new as the ones of anarchism. The second big aim was to look into the media coverage concerning the anarchist crimes and the state of emergency and how anarchism was depicted in the newspapers. Therefore the method of content analysis was used as a research method and the coverage of 3 newspapers (“Neue Freie Presse” (liberal), “Wahrheit” (social democratic) and “Das Vaterland” (conservative/catholic)) was examined. While some of the findings were expectable others were surprising. The coverage on anarchism was overwhelmingly negative, although there were different nuances and shades concerning the negative portrayals. Many of the “classic” negative connotations which are still found today about anarchism (e.g. chaos, disorder, violence, protest) were already existent in these articles, written over 130 years ago. However, the negative attitude towards anarchism was not reflected in the headlines and other formal aspects of the articles (positioning, length of text etc.) and the crimes were not used to disparage the working class movement as a whole. It is even possible that the mentioned negative connotations were molded in this period and became a frame of reference for anarchism, at least in Austria.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Anarchism Socialism Austria Newspapers Content Analysis Media Neue Freie Presse Wahrheit Das Vaterland 19th century Anarchist Crimes Peukert Most Kammerer Stellmacher State of emergency Working class movement Working class Censorship Division Split Radicals Centrists Libertarian oppression 1880s 1881 1882 1883 1884
Schlagwörter
(Deutsch)
Anarchismus Sozialismus Österreich Zeitung Inhaltsanalyse Medien Neue Freie Presse Wahrheit Das Vaterland Spaltung Radikale Gemäßigte 19. Jahrhundert Anarchistische Verbrechen Peukert Most Kammerer Stellmacher Ausnahmezustand Libertär Arbeiterbewegung Arbeiterschaft Zensur Unterdrückung 1880er 1881 1882 1883 1884
Autor*innen
Keywan Tasharofi
Haupttitel (Deutsch)
Anarchismus in der österreichischen Arbeiterbewegung
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Fraktion der Radikalen, die anarchistischen Verbrechen und der Ausnahmezustand der frühen 1880er Jahre im Lichte der medialen Berichterstattung. Eine Inhaltsanalytische Untersuchung
Publikationsjahr
2016
Umfangsangabe
185 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Christian-Hubert Ehalt
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.33 Pressewesen ,
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte ,
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte ,
15 Geschichte > 15.36 Europäische Geschichte 1815-1914 ,
15 Geschichte > 15.60 Schweiz, Österreich-Ungarn, Österreich ,
15 Geschichte > 15.99 Geschichte: Sonstiges ,
89 Politologie > 89.14 Sozialismus ,
89 Politologie > 89.20 Anarchismus
AC Nummer
AC13234666
Utheses ID
36326
Studienkennzahl
UA | 066 | 688 | |
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